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Eiweißmangel beim Hund – Symptome, Ursachen und Tipps
Eiweißmangel beim Hund

Hast du schon einmal etwas von einem Eiweißmangel beim Hund gehört? Wenn du die Anzeichen nicht erkennst und der Proteinmangel weiter fortschreitet, kann das gravierende Folgen haben. Wir erklären dir, wie du einen Eiweißmangel erkennst, was du dagegen tun kannst und wie viel Protein Hunde benötigen.

Eiweißmangel beim Hund – Symptome

Das erste Anzeichen bei einem Eiweißmangel ist die Fressunlust. Der Hund bleibt vor seinem gefüllten Napf stehen, hat Hunger, jedoch keine Lust zu fressen. Oder er frisst wesentlich weniger. Meistens denkt der Hundehalter, sein Hund wird mäkelig und nicht an einen möglichen Proteinmangel. Im weiteren Verlauf kann es zur Schwächung des Abwehrsystems kommen und der Vierbeiner ist für Hautinfektionen anfälliger. Bei jungen Hunden zeigt sich ein Eiweißmangel durch häufige Durchfälle und einer Neigung zum Parasitenbefall.

Eiweißmangel im weiteren Verlauf

Wird der Proteinmangel nicht erkannt, sind folgende weitere Beschwerden und Störungen möglich:

  • Stumpfes, brüchiges Fell
  • Gewichtsverlust
  • Anämie (Blutarmut)
  • Knorpelschäden an den Gelenken
  • Schäden am Skelett
  • Reduzierung des Gehalts an Harnstoff
  • Reduzierung des Gehalts an Albumin (wichtiges Bluteiweiß)
  • Zuchthündinnen haben öfter Totgeburten und weniger Milch oder sie werden unfruchtbar
  • Welpen setzen bei einem Eiweißmangel mehr Körperfett an. Sie sind an der Umwelt wenig interessiert und eher träge. Auch bei Welpen wird das Fell brüchig und stumpf.

Mögliche Ursachen für einen Eiweißmangel beim Hund

Die Ursache für einen Eiweißmangel liegt in der Regel in der falschen Ernährung. Um das zu verstehen, musst du wissen, was Proteine überhaupt sind und welche Aufgaben sie haben. Das Thema ist jedoch umfangreich und würde im kompletten Umfang den Rahmen hier im Blog sprengen. Deshalb bekommst du eine kurze und eher grobe Erklärung. Falls du Fragen zur Ernährung deines Hundes hast, kannst du mich kontaktieren – über den Chat oder per E-Mail.

Was sind denn Proteine?

Nur zum Verständnis: Die Begriffe Protein und Eiweiß sind identisch. Bei Proteinen handelt es sich um große Moleküle. Diese bestehen aus langen Aminosäuren-Ketten. Jedes Protein setzt sich aus unterschiedlichen Aminosäuren zusammen – je nachdem, wo sie im Körper eingesetzt werden. Aminosäuren bestehen aus Schwefel (wobei lediglich eine Aminosäure über Schwefel verfügt), Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Phosphor. In allen Aminosäuren befindet sich Stickstoff.

Unterteilung von Aminosäuren

Es gibt verschiedene Aminosäuren, die nach unterschiedlichen Kriterien unterteilt werden können:

  • Essentielle, semi-essentielle und nicht essentielle Aminosäuren
  • Saure, basische und neutrale Aminosäuren
  • Ketogene und glucogene Aminosäuren

Essentielle Aminosäuren kann der Körper des Hundes nicht selbst bilden. Deshalb muss er diese Aminosäuren über die Nahrung aufnehmen. Dazu gehören unter anderem Tryptophan, Lysin, Leucin, Methionin und Valin.

Semi-essentielle Aminosäuren (Histidin und Arginin) können erst unter bestimmten Voraussetzungen zu essentiellen Aminosäuren werden.

Nicht-essentielle Aminosäuren können vom Organismus selbst hergestellt werden.

Ketogene Aminosäuren sind kohlehydratreduziert, proteinreich und fettreich, während glucogene Aminosäuren kohlehydratreich sind.

Wozu braucht der Hundekörper Protein?

Proteine sind für Stoffwechselprozesse notwendig:

  • Aufbau und Erneuerung von Zellen
  • Gewinnung von Energie
  • Gewebebildung
  • Aufbau von Muskeln
  • Wachstum
  • Basis von Enzymen

Eiweiße halten die Körperfunktionen aufrecht. Außerdem sind sie Bestandteile von Bändern, Sehnen, Knochen, Muskeln, Nerven, Eingeweiden, Haaren und Haut.

Proteine werden ständig aufgebaut und wieder abgebaut. Eiweiße können nur dann aufgebaut werden, wenn sie in ausreichender Menge mit den benötigten Aminosäuren bereitstehen. Für die Fütterung bedeutet das: Es kommt nicht nur auf einen hohen Fleischgehalt im Futter an, sondern auch auf die Aminosäuren. Doch dazu gleich mehr.

So sieht der Protein-Stoffwechsel aus

Durch die Nahrung gelangen Proteine in den Darm. Wie oben beschrieben sind Proteine Moleküle aus Aminosäuren. Im Darm werden diese Moleküle von Enzymen aufgeschlossen und in ihre Bestandteile (Aminosäuren) zerlegt. Der überwiegende Teil der Aminosäuren wird über die Darmzotten ins Blut gegeben. Das Blut transportiert die Aminosäuren in die Leber.

In der Leber werden sie für die einzelnen Zellen synthetisiert, also zum Beispiel für die Haut, die Haare, die Muskeln usw. aufbereitet und entsprechend zusammengesetzt. Was dabei übrig bleibt, wird wieder in den Blutkreislauf gegeben und in die Nieren transportiert.

In den Nieren wird all das herausgefiltert, was nicht mehr benötigt wird – und dies wird hauptsächlich über den Urin, etwas über den Kot und ein bisschen über das Fell und die Haut ausgeschieden.

Protein-Stoffwechsel

Außerdem werden verschiedene Enzyme und Sekrete aus Proteinen gebaut und in den Darm geschoben. Dort werden sie teils verdaut und teils in Ammoniak umgewandelt. Das Ammoniak wird in die Blutbahn gegeben. Verläuft nun der Protein-Stoffwechsel ungünstig und nicht optimal, kann es sein, dass zu viel Ammoniak gebildet und ins Blut gegeben wird. Die Folge könnte im schlimmsten Fall eine Ammoniak-Vergiftung sein.

Wie viel Eiweiß benötigen Hunde?

Du kannst mit dem richtigen Futter dafür sorgen, dass es nicht zu einem Eiweißmangel kommt. Allerdings hängt der Bedarf an Protein von verschiedenen inneren und äußeren Faktoren ab, beispielsweise vom Alter, vom Gesundheitszustand, vom Stoffwechsel, vom Aktivitätslevel, Tagesablauf und Wetter. Hunde benötigen im Fellwechsel mehr Eiweiß. Auch trächtige und laktierende Hündinnen haben einen höheren Proteinbedarf.

Wichtig für die Eiweißversorgung ist: Die Proteine müssen hochwertig sein! Viel Fleisch im Futter sagt noch nicht viel aus. Es kommt auf die Qualität des Fleisches und auf die Zusammensetzung der Aminosäuren an. Fehlt eine oder mehrere Aminosäuren, funktioniert der Protein-Stoffwechsel nicht optimal.

Was ist ein hochwertiges Protein?

Ein hochwertiges Eiweiß ist hochverdaulich (leichtverdaulich). Dann findet nämlich die Verdauung bereits im Krummdarm (Ileum) statt, sodass die Aminosäuren direkt dem Stoffwechsel zugefügt werden können. Die Verdauung anderer Proteine findet im Dickdarm statt. Dort müssen sie erst fermentiert werden.

Hochwertige Proteine decken zudem den Bedarf des einzelnen Tieres, wobei die Aminosäuren im richtigen Verhältnis zueinander vorkommen. Der Bedarf hängt also, wie oben beschrieben, von verschiedenen Faktoren ab.

Hundefutter Vergleich

Faustformel für die Versorgung mit Eiweiß

Generell benötigt ein Welpe und Junghund mehr Protein als ein ausgewachsener Hund, denn sein Organismus befindet sich noch im Aufbau. Als Anhaltspunkt (!) kannst du pro Kilogramm Körpergewicht rund 150 Milligramm Protein rechnen.

Ein ausgewachsener Hund benötigt pro Kilogramm Körpergewicht etwa 2 bis 6 Gramm Eiweiß (Anhaltspunkt für die Mindestzufuhr!). Seine Nahrung sollte zu etwa einem Drittel aus Eiweiß bestehen. Das wären bei Nassfutter mindestens 5 bis 7 Prozent Rohprotein und bei Trockenfutter ca. 19 bis 25 Prozent Rohprotein (bei der Deklaration wird meistens Rohprotein angegeben).

Bedenke, dass dein Hund nicht nur Protein benötigt, sondern ebenfalls Fette und Kohlehydrate. Das korrekte Zusammenspiel dieser drei Hauptkomponenten von Futter ist sehr wichtig.

Tierische oder pflanzliche Proteine?

Nun gibt es tierische und pflanzliche Proteine. Für den Hund sind tierische Proteine wertvoller. Er kann sie besser verdauen und verwerten. Pflanzliche Proteine sind jedoch in der Produktion günstiger, weshalb viele Futterhersteller mehr pflanzliche als tierische Eiweiße verwenden. Ein Hund kann aber beispielsweise Erbsen nur sehr schlecht verdauen und verwerten. Es gibt jedoch Techniken, womit die Hersteller Erbsen (und andere pflanzlichen Proteine) aufspalten können. Dann sind sie für den Hund besser verdaulich und verwertbar. Dennoch braucht der Hund mehr tierische als pflanzliche Proteine.

FAQ Eiweißmangel beim Hund

Warum benötigt ein Hund im Fellwechsel mehr Protein?

Im Fellwechsel werden neue Haare gebildet und Haare bestehen hauptsächlich aus dem Protein namens Keratin. Von den Proteinen, die der Hund mit der Nahrung aufnimmt, werden bis zu einem Drittel für die Bildung und das Wachstum der Haare verbraucht – abhängig von der Länge des Fells. Deshalb ist der Protein-Bedarf während des Fellwechsels höher. Der braucht in dieser Phase ebenfalls B-Vitamine, Vitamin E, Jod, Kupfer, Zink und Biotin sowie essentielle Fettsäuren.

Gibt es auch einen Überschuss an Eiweiß?

Ja, es ist ebenso möglich, dass du deinem Hund zu viel Protein gibst, zum Beispiel bei einer Rohfütterung ohne Kohlehydrate. Die Folgen treten meistens erst später auf und sind auch nicht so leicht  erkennbar. Durch einen Eiweißüberschuss kommt es zu häufigen Durchfällen und einer gestörten Darmflora. Die Leber ist überlastet, sodass die Leberwerte schlecht ausfallen (falls du sie beim Tierarzt überprüfen lässt). Zudem kann es zu einer Polyurie (einer krankhaft gesteigerten Ausscheidung von Urin) und zu einer Polydipsie (einem krankhaft gesteigerten Durstgefühl) kommen.

Kann bei Hunden ein Arginin-Mangel auftreten?

Arginin ist eine Aminosäure. Hunde haben einen niedrigeren Arginin-Bedarf als Katzen. Deshalb tritt ein Arginin-Mangel bei Hunden eher selten auf. Streuner,  herrenlose und ausgesetzte Hunde können diesen Mangel erleiden, weil sie nur unregelmäßig Nahrung erhalten. Ein Arginin-Mangel ist bei Katzen wahrscheinlicher, denn Katzen können diese Aminosäure nicht selbst bilden. Diese basische Aminosäure sorgt für eine optimale Funktion des Harnstoffwechsels. Fehlt Arginin, kommt es nicht zur Umwandlung von Ammoniak in Harnstoff und die Folge ist eine Ammoniakvergiftung. Ein Arginin-Mangel zeigt sich durch Erbrechen und Krämpfe. Bekommt die Katze zu wenig tierische Proteine, kann ein Mangel an Arginin entstehen.

Kann ich meinem Hund rohe Eier geben?

Jein oder: es kommt auf die Menge an. Du solltest tierische Proteine nicht ausschließlich über Eier geben. Es spricht aber nichts dagegen, wenn du deinem Hund ab und zu ein rohes Ei gibst. Bei zu vielen rohen Eiern würde ein Biotin-Mangel entstehen. In Eiern ist die Aminosäure Avidin enthalten. Sie blockiert die Verstoffwechselung von Biotin. Wenn du das Ei kochst, wird Avidin verändert, sodass es nicht zu dieser Wechselwirkung mit Biotin kommt. Der Körper kann also dann Biotin aus anderen Bestandteilen der Nahrung absorbieren.

Bedenke zudem, dass sich in rohen Eiern Salmonellen befinden können. Die Magensäure des Hundes ist zwar sehr stark. Aber eine große Menge an Salmonellen können auch Hunde krank machen.

 

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