Was bedeutet was? – Die Deklaration von Hundefutter

Was steckt im Hundefutter? Manch ein Hundehalter, gerade wenn du Ersthundbesitzer bist, runzelt vielleicht verwundert die Stirn – bei einem Blick auf die Inhaltsangaben diverser Futtersorten. Was ist wirklich im Futter? Wie du das herausfinden kannst und wo die Unterschiede liegen, das erklären wir dir.

Unterschiede bei der Inhaltsangabe von Hundefutter

Obwohl es eine gesetzliche Regelung gibt, erscheinen einem die Angaben doch sehr unterschiedlich zu sein. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber den Herstellern verschiedene Möglichkeiten der Deklaration gibt und diese somit wählen können, ob sie ihre Produkte mit einer geschlossenen, einer halboffenen oder einer offenen Deklaration ausweisen. Allen gemein ist allerdings, dass die Inhaltsstoffe der Menge nach in absteigender Reihenfolge genannt werden müssen.

Die geschlossene Deklaration

Bei der geschlossenen Deklaration sind die Zutaten nur in Zutatengruppen aufgelistet. Eine solche Auflistung sieht dann zum Beispiel wie folgt aus: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Öle und Fette. Eine genaue Angabe um welches Fleisch oder Getreide es sich handelt, ist hierbei nicht aufgezeigt.

Eine solch ungenaue Inhaltsangabe sollten Verbraucher kritisch betrachten, denn in den meisten Fällen handelt es sich um zumeist minderwertige Futtermittel. Es sei denn, der Hersteller zählt mittels separater Liste alle Inhaltsstoffe detailliert auf.

Halboffene Deklaration von Hundefutter

Die halboffene Deklaration gibt da schon mehr Informationen preis. Hier sind die einzelnen Zutaten und Inhaltsstoffe zwar benannt,  jedoch macht der Hersteller keine oder lediglich oberflächliche Angaben über deren prozentualen Anteile.

Ein Beispiel wäre hier: 40 % Rindfleisch, Reis, Mais, Rübenschnitzel, Weizen, Kartoffeln,  Lachsöl.

Auch hier lohnt sich ein genauer Blick. Unser Beispiel liest sich mit einem Anteil von 40 % Rindfleisch zwar gut, aber der Anteil an Getreide kann in der Menge um etliches höher liegen, falls sie als Nährstoffgruppe zusammengefasst sind. Dann würde die Deklaration eventuell so aussehen: 55 % Getreide, 40 % Rindfleisch, 5 % Lachsöl.

Die offene Deklaration

Bei der offenen Deklaration von Hundefutter sind alle Zutaten einzeln aufgelistet und ihr prozentualer Anteil angegeben.

Ein Beispiel: 40 % Rindermuskelfleisch, 15 % Rinderleber, 10 % Rinderlunge, 10 % getrocknete Kartoffeln, usw.

Angaben zum Hundefutter: Was noch drauf stehen muss

Weitere verpflichtende Angaben sind die analytischen Bestandteile, die ernährungsphysiologischen sowie die technologischen Zusatzstoffe. Was sich eventuell jetzt verwirrend anhört, ist aufgeschlüsselt recht einfach gemeint.

Analytische Bestandteile von Hundefutter

Die analytischen Bestandteile oder auch Nährwertangaben genannt, bestehen aus:

  • Rohprotein
  • Rohfett
  • Rohfaser und
  • Rohasche.

Rohprotein

Unter Rohprotein sind alle enthaltenen Eiweißverbindungen im Hundefutter zu verstehen, egal ob tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Der optimale Gehalt bei Trockenfutter liegt bei 20-25 % und bei Nassfutter bei 8-10 %. Du solltest allerdings darauf achten, ob sich der Proteingehalt eher aus Fleisch oder mehr aus Getreide zusammensetzt. Für die Hundeernährung ist eine tierische Proteinquelle wichtiger. Mit diesem Wert wird der Stickstoffanteil im Futter gemessen, also Reinprotein, Aminosäuren, Alkaloide, Peptide u.ä..

Rohfett

Bei der Berechnung des Rohfettgehaltes verhält es sich ähnlich wie beim Protein. Nur werden hier die tierischen und pflanzlichen Fette und Öle zusammengerechnet. Der Wert beinhaltet außerdem fettlösliche Vitamine, Fettsäuren, Wachse und Lipoide. Der Fettgehalt im Trockenfutter sollte bei 10-20 % liegen. Der im Nassfutter bei mindestens 1 % – wobei 1 % sehr wenig ist. Da Fett eine Energiequelle ist, solltest du den Gehalt an den Verbrauch/ die Aktivität deines Hundes anpassen.

Rohfaser

Die Rohfaser ist der nicht verdauliche Anteil im Futter. Zum größten Teil besteht er aus Zellulose und ist, bis zu einer bestimmten Menge, wichtig für die Verdauung. Sie sollte im Trockenfutter bei 2-4 % und im Nassfutter bei ca. 2 % liegen.

Rohasche

Beim Erhitzen der Trockenmasse bei 550 Grad Celsius verbrennen alle organischen Futterbestandteile. Der Begriff Rohasche bezeichnet die Bestandteile, die nicht brennbar sind. Bei diesem Rückstand handelt es sich um anorganische mineralische Stoffe wie Spurenelemente und Mineralstoffe.

Weitere Nährwertangaben können unter anderem auch Calcium, Phosphor, Natrium und einige mehr sein. Diese Angaben sind jedoch nicht verpflichtend.

Ernährungsphysiologische und technologische Zusatzstoffe


Unter den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen ist die Zugabe von Vitaminen und Mineralstoffen zu verstehen.
Mit den technologischen Zusatzstoffen sind unter anderem Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Emulgatoren oder Geliermittel gemeint. Auf manchen Futterpackungen ist zusätzlich der Feuchtigkeitsgehalt angegeben. Da dieser Wert erst ab einer Höhe von 14 % deklariert werden muss, ist er selten bei Trockenfutter zu finden, weil die Werte meisten deutlich darunter liegen.

Eine Erklärung noch zu den Zutatengruppen bei Hundefutter

Wie oben bereits beschrieben, liest du bei einer geschlossenen Deklaration oft die Angabe von Fleisch und tierischen oder pflanzlichen Nebenerzeugnissen, doch was genau sich dahinter verbirgt, ist häufig nicht ersichtlich. Und das hat auch seinen Grund, denn die Bandbreite dessen, was alles in ein Futtermittel rein darf, ist leider erschreckend.

Fleischangabe beim Hundefutter

Per Gesetz muss Fleisch zum Beispiel nur eine Gesamtmindestmenge von 4 % im Futter betragen, um vom Hersteller benannt und beworben werden zu dürfen. Steht also auf einer Packung „mit Rind, Kaninchen und Lachs“,  klingt das vielleicht viel und hochwertig, sagt aber über die Menge nichts aus. Es kann sich dabei auch nur um die Gesamtmenge von 4 % handeln.

Was sind tierische Nebenerzeugnisse?

Der Begriff der tierischen Nebenerzeugnisse umfasst zum Teil gesunde und für den Hund wichtige Bestandteile wie zum Beispiel Innereien, Pansen usw. Es kann aber auch sein, das damit unter anderem Hufe, Knorpel, Fell, Sehnen, Fischmehl oder Hühnerfüsse gemeint sind. Da ist der Fantasie leider erst spät die Grenze gesetzt.

Pflanzliche Nebenerzeugnisse im Hundefutter

Kommen wir zum Abschluss zu den pflanzlichen Nebenerzeugnissen. Auch hierbei kann es sich um gesunde Rest-„Neben“-Produkte aus der Industrie handeln. Das können beispielsweise Gemüseschalen oder Reste von Ölfrüchten sein. Oftmals sind es aber eher die richtigen Abfallprodukte, die ins Futter gelangen. Schalen von Getreide oder Nüssen, Mehle oder auch Stroh sind beliebte Füllstoffe.

Bezeichnungen „Ohne“ und „Frei von“

Auch bei diesen Angaben gibt es einen Unterschied. Steht auf der Verpackung „Ohne künstliche Zusatzstoffe“, können trotzdem Spuren von künstlichen Zusatzstoffen enthalten sein. Das Wort „Ohne“ erklärt in diesem Zusammenhang lediglich, dass der Hersteller keine künstlichen Zusatzstoffe hinzugefügt hat. In den von ihm gekauften Zutaten können sich jedoch diese Stoffe befinden. Das zu wissen ist vor allem für die Hundehalter wichtig, deren Hunde auf bestimmte Stoffe allergisch reagieren. Steht auf der Verpackung „Frei von XY“, befinden sich auch keine Spuren von diesem Stoff im Futter.

Fazit:

Wie du erfahren hast, lohnt sich ein genauer Blick auf die Deklaration des Hundefutters und manchmal kann es auch sinnvoll sein, sich an einen Ernährungsberater für Haustiere zu wenden. Denn im Grunde genommen, wollen wir alle doch nur das Beste für unsere Vierbeiner.

Der Inhalt, die Zutaten eines Hundefutters wirken sich früher oder später immer auf die Gesundheit aus. Und das sowohl im negativen als auch im positiven – je nachdem, ob du dich für ein minderwertiges oder hochwertiges Futter entscheidest. Mein Rat: Investiere in ein gesundes Hundefutter. Damit investierst du gleichzeitig in die Gesundheit deines tierischen Freundes.

Artikelbild: Josch Nolte @pixabay

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