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Falsche Romantik ist keine Hundeliebe
Hundefreunde

Hundeliebe vs. Wunschtraum

Heute mal ein Thema, das mir bzw. dem ganzen Team von  Hundgerecht365 sehr am Herzen liegt. Wir sind alle sehr tierlieb und können die Emotionen von vielen Leuten nachvollziehen, die sich selbst auch als absolute Tier- oder Hundeliebhaber fühlen und auch gerne selbst einen Hund hätten.
Doch, echte Hundeliebe bedeutet viel mehr als nur kuscheln und Friede, Freude, Eierkuchen. 

Es verlangt in erster Linie auch Verantwortung für einen langen Zeitraum (nämlich ein ganzes Hundeleben lang) zu übernehmen, seine eigenen Grenzen zu kennen und zu akzeptieren und insbesondere die Bereitschaft, sich an unvorhergesehene Situationen anzupassen. Ist man dazu nicht in der Lage, ist am Ende das anfangs so geliebte Tier der Leidtragende.

Die niedliche Welpenzeit ist nur von kurzer Dauer

Ein Hund bleibt nicht ewig ein Welpe. Diese besonders schöne Phase in einem Hundeleben ist auch die kürzeste. Schon nach wenigen Wochen wird aus dem kleinen Fellbündel ein stattlicher Junghund mit viel Energie. Welpen werden größer und müssen erzogen werden, die übersprudelnde Energie des Junghundes muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden.
Dann kommt auch schnell die Pubertät mit ihren großen und kleinen Überraschungen. Ab da geben viele selbst ernannte Hundeliebhaber auf. Der Hund wird plötzlich zu einem riesigen Problem, das man schnell loshaben möchte. 

Endstation Facebook

Bei Ebay gekauft, in Facebook abgeschoben, so einfach machen es sich diese tollen Hundefreunde. In den Anzeigen steht dann: „Leider müssen wir unseren geliebten Hund in gute Hände abgeben…“

Wenn man nach wenigen Wochen der Hundehaltung so eine Anzeige veröffentlicht, kann die Liebe und das Verständnis zum Lebewesen Hund nicht besonders groß gewesen sein.

Mich macht das traurig und sogar richtig wütend.
Wer in der Lage ist solche Anzeigen in Facebook zu platzieren, der hätte sich auch vor der Anschaffung eines Hundes informieren können, was alles auf einen zukommt. Da kann sich keiner herausreden: „Das habe ich vorher alles nicht gewusst.“

Vor der Anschaffung eines Hundes muss man Informationen sammeln

Man kann in jede x-beliebige Hundegruppe auf Facebook schauen. Dort kann man sich zum einen vorher über Hunde informieren (Nicht der beste Ort für Informationen, aber besser als sich überhaupt nicht zu informieren).

Außerdem findet man dort, ohne lange zu suchen, Beiträge von Leuten, die Probleme mit ihrem neuen „Familienmitglied“ haben. Das ist die erste Möglichkeit sein Vorhaben noch mal gründlich zu überlegen und kritisch zu hinterfragen.

Könnten diese Probleme auch bei mir auftauchen? 
Ist die Antwort, Ja? 
Dann sollte man echte Hundeliebe beweisen und sich in der aktuellen Situation keinen Hund anschaffen.

Das bedeutet ja nicht, dass man sich niemals einen Hund anschaffen kann.
Die Umstände im Leben ändern sich ja ständig. Irgendwann sind die Kinder alt genug oder aus dem Haus, auch die Wohnsituation kann sich zum Vorteil für eine geplante Hundehaltung ändern, der Job und der damit verbundene Zeitaufwand können sich ändern. Es gibt so viele Dinge, die sich ändern können. Manchmal muss man eben den richtigen Zeitpunkt abwarten.

Hundehaltung ist super – wenn alles harmonisch zusammenpasst

Es gibt nicht nur die romantische Sonnenseite vom geträumten Hundeglück, wo der Hund immer freundlich schwanzwedelnd im Garten mit den Kindern spielt, wo er einen freudig beim Joggen begleitet, wo er immer stets im Mittelpunkt steht und keinerlei Mühen oder Probleme bereitet.

Die Romantiker sehen immer nur die schönen Dinge. Natürlich hat jedes gute Mensch-Hund-Team täglich viele tolle Momente im selbst gewählten Hundeleben. Doch im realen Leben stehen Licht und Schatten immer gemeinsam vor der Tür.

Ein Hundeleben zu führen, sollte niemals aus einer romantischen Laune heraus entstehen, in der man sich einfach mal so einen Hund anschafft und dann meint, man hätte jetzt das Glück auf Erden und jeden Tag nur noch Sonnenschein. 

Auch über die Erziehung sollte man sich vorher Gedanken machen.
Wenn der Hund zu stark ist oder die Erziehung nicht wie gewünscht funktioniert, greifen leider immer noch viele Leute zu inzwischen endlich verbotenen Hilfsmitteln und vergrößern die Probleme damit in den meisten Fällen auch noch. 


Wo Wissen aufhört, fängt Gewalt an. Ich muss vorher genau überlegen, was ich selbst leisten kann (und dabei auch ehrlich zu mir sein) und dann erst die Entscheidung für oder gegen einen Hund treffen. Da gibt es so einige Dinge, die man berücksichtigen muss.

Realistisch bleiben

Wenn ich körperlich keinen starken Hund führen kann, ist es nicht richtig, die fehlende Körperkraft mit einem Stachelhalsband auszugleichen. Originalton von solchen Halterinnen: „Ohne Stachelhalsband kann ich den Hund aber nicht halten, er zieht mich nur durch die Gegend und ich falle ständig hin.“
Kein Witz, das ist die traurige Wahrheit. Dass man ja das Stachelhalsband gegen einen Hund der etwas kleiner ist und weniger Kraft hat tauscht, ist natürlich keine Option. Nein, es muss unbedingt der Cane Corso oder der kräftige Schäferhund sein.

Die eigene Größe, das eigene Gewicht, die eigene Verfassung, sogar die Wohnsituation. Das alles sind Dinge, die man bei der Hundeauswahl berücksichtigen muss.

Vorher überlegen

Ich muss mir vorher im Klaren sein, was ich mir zutraue und ausführen kann. Wo bekomme ich fachkundige Hilfe, wenn ich nicht mehr weiterkomme? Probleme können immer auftreten. Da muss ich bereit sein diese zu lösen oder noch besser diese schon so gut wie möglich im Vorfeld vermeiden. 

Wenn jemand schon sein normales Leben nicht auf die Reihe bekommt, wird es mit einem Hund nicht einfacher. Wie oft habe ich so, oder so ähnliche „Hilferufe“ schon gelesen:

Wir haben zwei Katzen und drei Hasen, vor ein paar Monaten  kam dann noch ein süßer Hundewelpe dazu. Inzwischen ist der Kleine ziemlich gewachsen und macht viele Probleme. Er knurrt mich an, wenn ich ihm sein Spielzeug wegnehmen will, wenn ich zur Arbeit gehe (es sind nur 4 Stunden am Tag) bellt er das ganze Haus zusammen. Auch beim Gassi gehen ist er nur noch am Ziehen und Pöbeln. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und hoffe, ihr habt hier ein paar gute Tipps für mich.

Oder inzwischen leider auch ständig zu lesen:

„Mein Hund ist plötzlich sehr unruhig und verweigert das Futter, er erbricht auch ständig. Habt ihr eine Idee was ich da machen kann?“

Gehts eigentlich noch? Wozu gibt es denn Tierärzte?

Der Einfluss selbst ernannter Experten in Social Media

In meinen Augen ein besorgniserregender Trend. Facebook wir inzwischen von vielen Leuten als der heilige Gral für alle möglichen Probleme und deren Lösung angesehen. Wenn es um die Gesundheit von Mensch und Tier geht, hört der Spaß hier aber eindeutig auf. Im Internet nach unter Umständen lebenswichtigen Ratschlägen zu suchen ist grob fahrlässig.

Zum Glück gibt es genügend Leute, die bei solchen Fragen die einzig richtige Antwort posten:

„Mach dich sofort auf den Weg zum Tierarzt!“

Ihr wisst, was ich meine. So ähnliche Fragen findet man ständig. 
Wie soll so etwas gut gehen? Klar gibt es Leute, die bekommen auch als Ersthundehalter alles locker gestemmt. Die wissen aber auch, was sie tun und haben die richtige Einstellung zum Hund und stellen nicht solche dämliche Fragen im Internet.

Gastbeitrag von Alexander Trocha von hundgerecht365.de

(Fotos von Pixabay)

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