Gelangweilte Hunde und die Folgen von Langeweile

 

Wie lässt sich Langeweile beim Hund erkennen? So wie man einen Hund überfordern kann, gibt es auch Hundehalter, die ihre Vierbeiner zu wenig beschäftigen. Langeweile beim Hund kann genauso Stress auslösen wie zu viel Beschäftigung. Der Hundehalter bringt die Folgen oftmals nicht mit dem für den Hund öden Alltag in Verbindung.

„Wir haben einen Garten. Da kann unser Hund den ganzen Tag toben und er braucht deshalb nicht so viele Spaziergänge.“ Diese Aussage über die Haltung eines Hundes kann nur jemand treffen, der nur wenig Verständnis für die Bedürfnisse eines Hundes hat. Eigentlich – ja eigentlich – wäre es so einfach: Der Halter müsste sich nur einmal vorstellen wie es für ihn wäre, wenn er jeden Tag im Garten sitzt und selten Ablenkung und spannende Erlebnisse hätte. Schöne Vorstellung oder? Da wird einem doch direkt warm ums Herz, wenn man ein solches Leben visioniert (Achtung Ironie!). „Und täglich grüßt das Murmeltier“…

Leben mit Hund bedeutet: Beweg dich!

Wer sich für ein Leben mit Hund entscheidet, hat gleichzeitig die Verantwortung für ihn übernommen. Der Hund ist schließlich abhängig von seinem Besitzer und kann sich in der Regel nicht selbst versorgen. Einen Hund zu halten heißt nicht, ihm lediglich Futter und Wasser hinzustellen. Es bedeutet auch, ihm gerecht zu werden, sprich: Der Hundehalter sollte sich in Bewegung setzen, damit sich sein treuer Vierbeiner ebenfalls bewegen kann. Wer nur mal eben die Türe öffnen und sein Tier in den Garten lassen möchte, sollte sich lieber eine Katze anschaffen. Sie wird sich draußen Beschäftigung suchen. Der Hund wird das allerdings auch tun, wenn der Garten sein einziger Beschäftigungsort ist. Er wird seinen Frust abbauen – nur selten so, dass Frauchen oder Herrchen vor Begeisterung Purzelbäume schlagen.

Langeweile beim Hund erkennen

Langeweile beim Hund ist purer Stress für deinen vierbeinigen Freund. Vor allem junge und energievolle Hunde leiden darunter, wenn sie weder körperlich noch geistig ausgelastet sind. Es gibt ein paar Stressanzeichen, die auf Langeweile beim Hund hindeuten können:

  • Andauerndes Bellen
  • Zerstören von Gegenständen
  • Extremes Knabbern oder Lecken von Körperpartien (vom Tierarzt abklären lassen, ob dies krankheitsbedingt ist!)
  • Lethargie und Lustlosigkeit (ebenfalls vom Tierarzt beklären lassen)
  • Aggressivität

Diese Anzeichen KÖNNEN auf Langeweile beim Hund hindeuten. Wer sich sicher ist, seinen Hund gut auszulasten, ohne ihn zu überfordern, sollte bei oben genannten Symptomen einen Trainer hinzuziehen. Er wird sich die Alltagssituation sowie das Mensch-Hund-Team ansehen und genau sagen können, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Beschäftigung gegen Langeweile beim Hund

Die Frage, welche Beschäftigung dein Vierbeiner braucht, damit Langeweile kein Dauerzustand wird, kann nicht genormt beantwortet werden, da manche Hunde eine echte Aufgabe benötigen (z.B. Hütehunde), andere sehr viel Auslauf brauchen und wieder andere mit mäßiger Bewegung auskommen.

Grundsätzlich ist es für einen Hund total uninteressant, wenn er jeden Tag dieselben Gerüche riecht (beispielsweise im Garten), nur  mal eben eine Runde um den Häuserblock an der Leine gehen darf oder den ganzen Tag wartend im Korb liegen muss. „Ein häufiger Fehler ist auch der Gedanke „ Mein Hund geht ja täglich mit mir 3 Stunden spazieren“, erklärt der Hundetrainer Thomas Ifland, „Es gibt nichts Langweiligeres und Artfremderes für einen Hund, als in langsamer Geschwindigkeit neben dem Menschen herzulaufen. Abwechslung ist das Zauberwort.“

Der tägliche Spaziergang sollte selbstverständlich sein und das nicht nur eine halbe Stunde pro Tag. Der Hund will schnüffeln, rennen und neue Gerüche entdecken. Abgase gehören übrigens nicht zu den Gerüchen, die ein Hund gerne aufnimmt. Sprich: Die Hunderunde sollte in natürlicher Umgebung stattfinden. Die meisten Hunde mögen ebenso Toben und Spielen mit Artgenossen und seinem Menschen.

Der Hundeexperte Ifland erläutert: „Was oft unterschätzt wird, sind Hunde mit Jagdtrieb. Gerade diese Hunde sind schwer auszulasten, denn nicht jeder kann seinen Hund jagdlich führen. Es muss ein Ausgleich gefunden werden. Kurze Spuren aus Anis oder anderen Ersatzstoffen bieten sich hierfür an. Nehmen Sie auf Spaziergängen z.B. einen alten Regenschirm mit, den der Hund tragen darf. Er hat somit eine Aufgabe, die seiner Anlage nahe kommt. Egal was Sie mit Ihrem Hund machen, wichtig ist, dass Sie es als Team durchführen. Denn zusammen mit dem Hund etwas zu unternehmen ist die beste Art der Auslastung“

Der Hund möchte auch geistig gefordert und gefördert werden. Der Spaziergang kann zwischendurch „aufgepeppt“ werden, indem man sich beispielsweise versteckt und der Hund einen suchen darf. Oder man versteckt einen Futterbeutel mit Leckerchen, den der Hund suchen und apportieren kann. Im Wald bieten sich Baumstümpfe oder anderes zum Klettern und Springen an. Hat man das Glück, in der Nähe von einem See, Fluss oder vom Meer zu wohnen, kann man seinen Hund zwischendurch schwimmen lassen. Auch Übungen beim Spaziergang fördern und fordern den Hund: Sitz/ Platz und Bleib, stückweise bei Fuß gehen, Stoppsignal usw. Weitere Ideen sind unter anderem auf der  Webseite spass-mit-hund.de zu finden.

Das Gute ist: Wenn der Hund sich geistig und körperlich bewegt, muss Frauchen oder Herrchen das auch tun. Für beide Seiten wirkt sich somit die Beschäftigung des Hundes positiv aus.

In diesem Sinne wünsche ich Dir und Deinem Hund ein bewegtes Leben.

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3 Kommentare

  • Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen! Genau dafür habe ich meine Bücher geschrieben und einen
    Film gedreht, mache eine Radiosendung, die eine „Audiothek des Hundewissens“ ist:
    Ein Musher berichtet von seinem Rudel,
    Arthrose – und wie man sie vermeiden kann, die Gefährlichkeit von Welpenspielstunden und vieles mehr…

    Ich schreibe Blogs für unsere Tageszeitung, um das Verständnis zu fördern:
    http://www.allgemeine-zeitung.de/dialog/blogs/von-menschen-mit-hunden/index.htm.

    In meinem zweiten Buch wird das „Außenverhältnis“ mit anderen geregelt: Wichtig: Die beschützende
    Hundebegegnung – es kann gar nicht genug Artikel gegen Unverständnis und althergebrachte
    Meinungen geben!!!

  • Toller Artikel! Ich „bastel“ auch Beschäftigungsboxen. Einfach leere Kästchen oder Klopapierrollen nehmen und ein Snack rein. Gut verschließen und schon ist unsere Fellnase für nen Moment dazwischen beschäftigt. Aber auch hier ist Abwechslung wichtig, weil sie schnell wissen, wie sie an die Leckerei kommen 😂😂 einfach mal kreativ sein!

    Gruß Stephie

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