Die Kraft der Gedanken wirkt auch beim Mensch-Hund-Team

Heute geht es mal etwas in die Tiefe, denn auch die Kraft der Gedanken nimmt Einfluss auf das Hundeverhalten und letztlich auf das Mensch-Hund-Team. Wer sich bisher noch nicht mit der Kraft der Gedanken beschäftigt hat, wird wahrscheinlich glauben, dass der folgende Text esoterisches Geschwubbel ist. Aber: Auch das sind dann Deine Gedanken, die ihre Berechtigung haben und mit denen Du das anziehst, was Du denkst.

Gedanken und Gefühle – Du hast die Wahl

Gedanken verursachen Gefühle: Positive Gedanken ziehen positive Gefühle nach sich und negative Gedanken machen sich in negativen Gefühlen bemerkbar.

Ein Beispiel: Du wachst morgens auf und Deine Gedanken drehen sich um den Tag, der noch vor Dir liegt. Fakten sind: Du musst vor der Arbeit mit Deinem Hund spazieren gehen und danach bestimmt ein ziemlich voller Terminkalender Deinen Arbeitstag und Deinen anschließenden Feierabend.

Kraft der Gedanken – Die Negativspirale

Deine Gedanken könnten so ausfallen: „Oh man, wenn ich schon an den Tag denke, habe ich schon keine Lust aufzustehen. Bello, hör mal auf damit, mich anzustupsen! Ich fühle mich müde und würde am liebsten im Bett bleiben. Aber, ich muss jetzt aufstehen, denn mit Bello muss ich ja auch noch gehen. Wäre der Tag nur schon zu Ende.“ – Blick aus dem Fenster während des Aufstehens und Deine Gedanken setzen sich fort: „Ach nein, auch noch Regenwetter. Na toll, der Tag fängt ja gut an! Und durch dieses Wetter muss ich jetzt mit Bello laufen. So ein Mist!…“

Du gehst schlecht gelaunt ins Bad, duschst, ziehst Dich an und als Du aus dem Bad kommst, steht Bello schon freudig wedelnd vor Dir. Ihm ist der Regen egal. Er freut sich auf den Morgenspaziergang. Du bist aber genervt und wünschst Dir im Geheimen, dass Dein Hund ein Hund wäre, der Regen hasst. Dann bräuchtest Du nicht durch das miese Wetter zu laufen und könntest noch eine Tasse Kaffee trinken.

Dein Bello springt nun an Dir hoch und bellt Dich an. „Boh, ist der heute nervend“, denkst Du Dir und Deine miese Laune schlägt langsam in eine gereizte Gefühlslage um.

Der Spaziergang gestaltet sich dann alles andere als schön. Dein Hund zieht; er macht Dinge, die er sonst nicht tut und die er eigentlich gar nicht tun soll. Dein Rückruf wird auch überhört, sodass Du ihn fast anschreist, weil Du immer gereizter wirst. Zu allem Übel trittst Du auch noch in eine Pfütze und das mit den Schuhen, die Du Dir erst letzte Woche gekauft hast. Zum Schluss flutscht Dir Dein Hund durch die Haustüre in die Wohnung, bevor Du ihn mit einem Handtuch trocken rubbeln konntest. Bello schüttelt sich in der Diele und somit musst Du noch den Boden putzen, bevor Du Dich auf den Weg zur Arbeit machst …Deine Laune ist nun ganz in den Keller gerutscht.

Der Tag setzt sich so fort, wie Du ihn begonnen hast: mit miesen Gedanken und doofen Gefühlen. Damit ziehst Du Menschen und Situationen an, die genau zu diesen Gedanken und Gefühlen passen.

Kraft der Gedanken – Die Positivspirale

Deine Gedanken könnten auch so ausfallen: „Heute liegt ein ziemlich voller Tag vor mir. Bello, guten Morgen, Du gute-Laune-Hund! Ich bin zwar noch müde und könnte noch gut etwas liegen bleiben, aber dann würde die Morgenrunde kürzer ausfallen. Die bringt mich in Schwung und du, Bello, freust Dich doch jeden Morgen auf den langen Spaziergang. Also auf, ab ins Bad und raus mit uns!“ – Blick aus dem Fenster während des Aufstehens und Deine Gedanken setzen sich fort: „Wieder ein Regentag. Na da wirst du dich freuen, Bello. Dann gibt es wieder ganz viele Pfützen, durch die du laufen kannst und die Wege werden matschig sein, also ganz in deinem Sinne.“

Du gehst beim Gedanken an den fröhlichen Bello, der durch Pfützen und Matsch läuft, ins Bad und als Du aus dem Bad herauskommst, steht Dein Hund schon freudig wedelnd vor Dir. Du streichelst ihn kurz und entscheidest Dich dafür, Dich auf die ansteckende Freude Deines Hundes einzulassen. Durch Pfützen und Matsch laufen – wie herrlich, da kann man doch noch einmal Kind sein.

Nun ziehst Du fröhlich los, mit Gummistiefeln und Regenkleidung ausgestattet und freust Dich genauso wie Dein Hund über die Pfützen und die Matschwege.

Der Spaziergang gestaltet sich dann fröhlich und ausgelassen. Dein Hund läuft durch alle Pfützen und sieht nach einem Lauf durch Matsch aus, als würde er Stiefel tragen. Dir macht es Spaß, noch einmal das Kind in Dir herauszulassen und mit den Gummistiefeln Deinem Hund zu folgen und durch Pfützen und Matsch zu waten. Du alberst mit Bello herum und dank des Regenwetters habt ihr den Wald und die Felder so gut wie für euch alleine.

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Zum Schluss flutscht Dir Dein Hund durch die Haustüre in die Wohnung, bevor Du ihn mit einem Handtuch trocken rubbeln konntest. Bello schüttelt sich in der Diele und somit musst Du noch den Boden putzen, bevor Du Dich auf den Weg zur Arbeit machst …Deine gute Laune lässt Du Dir von so einer Kleinigkeit nicht vermiesen.

Der Tag setzt sich so fort, wie Du ihn begonnen hast: mit guten Gedanken und angenehmen Gefühlen. Damit ziehst Du Menschen und Situationen an, die genau zu diesen Gedanken und Gefühlen passen.

Ich höre schon förmlich die Einwände, die da lauten können: Schöne Beispiele, aber so ist das im Leben nicht. Oder: Es gibt Lebenssituationen, da können keine guten Gedanken gedacht werden. Oder: Mein Hund wird es sicherlich gar nicht interessieren, was ich denke.

Selbstverständlich gibt es Lebenssituationen, die alles andere als einfach sind und in denen es verständlicherweise schwer fällt, positiv zu denken. Das sind in der Regel Ausnahmesituationen.

Es geht hier um den normalen Alltag, über den Du meistens unbewusst gut oder schlecht denkst. Sobald Du anfängst, Deine Gedanken zu beachten, werden Dir die darauffolgenden Gefühle, Ereignisse und auch das Verhalten Deines Hundes bewusst werden.

Der Hund als Gedankenleser?

Dein Hund kann Deine Gedanken nicht lesen, aber er spürt Deine Gefühlslage und reagiert darauf. Beobachte einfach mal in den nächsten Tagen oder Wochen das Verhalten Deines Hundes und gleichzeitig Deine Emotionen und Gedanken.

Beobachte einmal wie sich Dein Hund verhält, wenn Du gestresst, müde, gut gelaunt, fit, gereizt, fröhlich, ängstlich usw. bist.

Deine Gefühle hängen also mit Deinen Gedanken zusammen. Wenn Dir das zu esoterisch oder zu spirituell vorkommt, empfehle ich Dir das Buch von Dr. Joe Dispenza „Schöpfer der Wirklichkeit“. Hier erklärt Dispenza, wie wir uns unseren ganz individuellen Botenstoffcocktail mit Hilfe unserer Gedanken mixen. Er erklärt und beschreibt dort sehr verständlich, dass dieser Mix mit bewusst veränderten Gedanken auch wieder neugemischt werden kann.

 

Mit unseren Gedanken kreieren wir Bilder vor unserem inneren Auge. Es sind die Erwartungen, die wir von einer Situation haben. Gedanken beeinflussen das Gefühlsleben und dies wirkt sich wiederum auf unsere Körpersprache und unser Verhalten aus.

Probiere das ruhig einmal aus: Gehe einen Tag lang bewusst mit negativen Gedanken über Mitmenschen durch die Innenstadt und beobachte, wie andere Menschen auf Dich reagieren. Gehe den nächsten Tag bewusst mit positiven Gedanken über Mitmenschen durch die Innenstadt und beobachte, wie anderen Menschen auf Dich reagieren.

Auch Dein Hund reagiert auf Deine inneren Bilder. Wenn Du bereits zu Beginn des Spaziergangs erwartest, dass der Spaziergang stressig wird, weil Dein Hund dies oder jenes tut oder halt nicht tut – wirst Du ein Bild vor Deinem inneren Auge haben, das Dir genau diese Situation des Spaziergangs zeigt. Es läuft also ein ziemlich stressiger Film in Deinem Kopf ab. Was mögen wohl Deine stressigen Gedanken (Dein innerer Film) bewirken? Antwort: Du kannst Dir sicher sein, dass der Spaziergang stressig wird und Dein Hund wird garantiert die Rolle, die Du ihm in Deinem Film zuteilst, hervorragend spielen. Dasselbe passiert aber auch, wenn Du Deinem Hund eine andere Rolle zuteilst.

Auch hierzu empfehle ich Dir ein Buch:

 

Das Unterbewusstsein im Zusammenhang mit dem Mensch-Hund-Team

Nun könnte man behaupten: Wenn Du willst, dass Dein Hund dies oder jenes tut oder sein lässt, reiche es aus, die Gedanken bewusst dahin zu lenken. Denn: Das, woran Du oft denkst, ziehst Du an und es verstärkt sich. Dies geschieht jedoch nur dann, wenn Du Deinen Gedanken glaubst, wenn Deine Gedanken Deiner Überzeugung entsprechen.

Es ist also nicht so einfach die eigenen Gedanken zu ändern. Davor steht die bewusste Beschäftigung mit den eigenen Überzeugungen.

Das klingt nun nach viel Arbeit, die auch noch mühselig ist. Falls Du Dich bisher damit noch nicht beschäftigst hast, kommt Dir das nun wie ein unüberwindbarer Berg vor. Das ging auch mir anfangs so, aber es lohnt sich. Denn: Je bewusster Du Dir Deinen Gedanken (und Überzeugungen) wirst, desto schneller erkennst Du die Zusammenhänge in Bezug auf Euch als Mensch-Hund-Team. Dann hast Du die Möglichkeit an Dir und Deinen Überzeugungen, Gedanken und letztlich an Deinen Gefühlen und Deinem Verhalten zu arbeiten.

Was möchtest Du von Deinem Hund und wie denkst Du über diesen Wunsch? Bist Du davon überzeugt, dass Dein Hund diesem Wunsch nachkommen kann oder glaubst Du insgeheim, dass Dein Hund sowieso nicht lernt auf den Rückruf zu hören, nicht an der Leine zu ziehen, auf Artgenossen friedlich oder zumindest neutral zu reagieren – oder was immer Du von Deinem Hund möchtest?

Beispiel: Du möchtest, dass Dein Hund im Freilauf bei Dir bleibt. Deine Gedanken dazu sind aber: Wenn ich meinen Hund loslasse, haut er direkt ab. Oder: Wenn ich meinen Hund loslasse, hört er nicht auf mich, wenn ich ihn rufe.

Mit dieser Erwartungshaltung wird genau das eintreten, was Du denkst: Du lässt deinen Hund los und wenn Du ihn rufst, überhört er Deinen Ruf.

Schau Dir Dein inneres Bild an, wenn Du an Freilauf denkst: Welcher Film läuft da in Deinem Kopf ab? Dieser Film wird sich realisieren, vielleicht nicht im Detail, aber im Großen und Ganzen bist Du der Regisseur und sorgst dafür, dass Deine Idee umgesetzt wird.

Der Umgang mit Hund – eine hervorragende Möglichkeit, um an uns zu arbeiten, um einmal genau hinzuschauen und vor allem hinzufühlen, welchen Spiegel Dir dein Hund vorhält.

Jede Veränderung beginnt zunächst bei Dir. Den ersten Schritt musst Du tun: Kreiere einen anderen Film. Dazu ist natürlich Gedankenarbeit erforderlich und falls Du dabei Hilfe benötigst, stehe ich gerne zur Verfügung.

Kraft der Gedanken

Dein Hund kann nur auf das reagieren, was Du ihm vorgibst. Gedanken haben eine enorme Kraft, denn sie sind für Deine Gefühle verantwortlich. Die Energie Deiner Gefühle strahlst du aus und wird von Deiner Umwelt wahrgenommen – oft geschieht dieses Wahrnehmen unbewusst.

Hunde sind mit uns Menschen sehr stark verbunden. Selbstverständlich wird Dein Hund Deine Energien wahrnehmen und entsprechend reagieren.

Dafür könnte man 101 Beispiele bringen, wie beispielsweise der Hund, der sofort hoch erregt ist, sobald sein Mensch mit ihm das Haus verlässt. Würde dieser Mensch einmal nach innen lauschen, würde er eventuell feststellen, dass auch er nervös, aufgeregt, ängstlich o.ä. ist, sobald er sozusagen in die Welt hinausgeht.

Foto: Fotolia@majivecka

Foto: Fotolia@majivecka

Hinweis: Ich will mit diesem Artikel nicht sagen, dass Hundeerziehung unnötig wird, wenn Du die richtigen Gedanken denkst. Ich will Dich lediglich darauf hinweisen, dass Dein Hund auf Deine Emotionen reagiert. Die Zusammenhänge habe ich im Text erklärt. Dabei gibt es keine einheitliche Reaktion der Hunde auf Emotionen der Menschen. Zum Beispiel schleicht der eine Hund ängstlich neben seinem Menschen, der nervös oder ängstlich in die Welt hinausgeht und der andere Hund reagiert auf die ängstlichen oder nervösen Gedanken (und Gefühle) seines Menschen mit einer Abwehrhaltung gegenüber anderen Menschen oder Hunden. Der eine Hund nimmt Abstand von seinem unsicheren Menschen und der andere Hund klebt förmlich an seinem unsicheren Menschen, weil er ihm Schutz bieten will.

Deine Gedanken sind ein Faktor, der das Verhalten Deines Hundes beeinflusst. Daneben spielen natürlich noch andere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise die Erfahrungen die Dein Hund sammelt oder gesammelt hat. Wenn Du Dich bei einer Verhaltensweise Deines Hundes fragst, warum er sich so verhält, dann lohnt es sich, die eigene Gedanken- und Gefühlswelt bewusst zu betrachten. Auch bei der Hundeerziehung lohnt sich das vor allem dann, wenn das Training scheinbar keine oder wenig Früchte trägt.

Ebenfalls ist es manchmal nicht nur ein Gedanke wert sich einmal zu fragen: Warum kann ich meinen Hund nicht so akzeptieren wie er ist? Perfektionsstreben hat verschiedene Ursachen und ist von vielen,frustrierenden Gedanken geprägt, denn: Niemand und nichts ist perfekt. Man läuft also einem unerreichbaren Ziel hinterher und ein entspanntes Mensch-Hund-Team kann daraus nicht werden.

4 Kommentare

  • dass positives Denken Positives anzieht kenne ich aus eigener Erfahrung, kann das also nur bestätigen ! Ebenso wie Hunde wirklich sehr empfänglich sind für die eigenen Stimmungen 🙂

    • Ja, sie spiegeln unsere Stimmungen. Ein Grund mehr, zum Beispiel den Spaziergang als entspannte Auszeit zu sehen und die eventuell miese Laune zuhause zu lassen 🙂

  • Wundervoll beschrieben, ich kann nur zustimmen, speziell auch beim Hund, habe ich doch die wenigsten „herangepfiffen“. Der Satz, der mir am besten gefiel war dieser, denn er beinhaltet sehr viel Wahrheit: „Mit unseren Gedanken kreieren wir Bilder vor unserem inneren Auge.“

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