Hunde und Katzen zusammen – geht das?

Hunde und Katzen sind der Deutschen liebste Haustiere, lautet ein repräsentatives Umfrageergebnis aus 2022: Mit 15,2 Millionen belegen Katzen unter den Haustieren Platz 1, gefolgt von Hunden mit 10,6 Millionen. Wie viele davon gemeinsam in einem Haushalt leben, findet in der Statistik keine Berücksichtigung, doch es ist allgemein bekannt, dass sich Menschen oft für die gemeinsame Haltung von Hund und Katze entscheiden. Abhängig von den Individuen und dem Lebensumfeld kann das mit Geduld und Fingerspitzengefühl harmonieren.

Ungleiche Wesen treffen aufeinander

Bei Hunden und Katzen unterscheiden sich grundlegende Wesenszüge und Bedürfnisse ebenso wie die Kommunikation. Dadurch gestaltet sich das Zusammenleben nicht ganz einfach. Beide Tiere müssen einander kennen- und akzeptieren lernen. Einigen aufgeschlosseneren Vertretern mit gelassenem Gemüt fällt das leichter, andere tun sich im Miteinander schwerer. Der Mensch kann viel dazu beitragen, dass eine Vergesellschaftung klappt und sich alle Beteiligten wohlfühlen.

Wichtig ist eine behutsame, umsichtige Vorgehensweise, damit sich weder Hund noch Katze durch den unbekannten Zeitgenossen bedrängt oder gar bedroht fühlt und vor allem, damit beide sicher vor einer eventuellen Attacke des anderen sind. Eine solche kann aus einem bloßen Missverständnis entstehen, wenn die Mimik und die Körpersprache falsch aufgefasst werden oder aus einem ungleich gearteten Spielversuch heraus. Daneben gibt es Zeitgenossen, die den Eindringling schlicht vertreiben möchten oder auch jagdfreudige Hunde, die eine Katze als willkommenes Beutetier betrachten.

Die ersten Kontakte in artgerechter Umgebung

Distanz und Rückzugsmöglichkeiten schaffen eine sichere Umgebung. Ein erster Kontakt könnte in getrennten Räumlichkeiten stattfinden, etwa mit einer Glastür dazwischen oder einer sicheren Gitterabsperrung. Dadurch können sich die Tiere sehen und beobachten, den Geruch des anderen aufnehmen und sich bei Bedarf zurückziehen. Bei einem draufgängerischen Hund ist eine Leine ein gutes Hilfsmittel, damit er nicht direkt auf die Absperrung zustürmt.

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Ideal ist es, wenn sich eine Person um den Hund und eine andere um die Katze kümmern kann: Kein Tier fühlt sich vernachlässigt und es ist vielleicht möglich, beide unabhängig voneinander durch ein Spiel zu beschäftigen. Sie sind sich dann der Anwesenheit des anderen bewusst, können aber unbeeinträchtigt ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen. Ein plätschernder Trinkbrunnen für Katzen oder eine Reizangel schafft eine tolle Ablenkung, ein Hund ist sicher durch eine Leckerlisuche oder ein kleines Apportierspiel zu begeistern.

Derartige entspannte distanzierte Begegnungen können bei regelmäßiger Wiederholung zu einer schrittweisen Annäherung führen.

Wohlfühlambiente schaffen

Der Hund benötigt in einer ruhigen Ecke eine Rückzugsmöglichkeit, die Katze sollte erhöhte Liegeflächen nutzen können. Eine getrennte Fütterung ist sinnvoll. Keinesfalls sollten beide in der Anfangszeit unbeaufsichtigt alleine gelasen werden – im Bedarfsfall ist es immer wichtig, dass ein Mensch regulierend eingreifen kann. Dieser ist auch für eine artgerechte Beschäftigung zuständig, damit sich keiner vernachlässigt fühlt. Gewünschtes, ruhiges Verhalten verdient außerdem immer eine Belohnung, um eine positive Verknüpfung herzustellen. Funktioniert es schließlich reibungslos, ist das Zusammenleben für alle eine Bereicherung und beim Menschen kann sogar die Gesundheit profitieren, wie eine Umfrage von Purina zur Haltung von Hunden und Katzen ergab.

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