Wenn der geliebte Hund über die Regenbogenbrücke geht

Über die Trauer um den verstorbenen Hund habe ich in diesem Blog bereits geschrieben. Dieser Blogartikel ist der meistgelesene, der täglich an oberster Stelle der aufgerufenen Artikel steht. Weil dieses Thema so einschneidend für Hundehalter ist, greife ich es nochmal auf.

Die erste Zeit nach dem Tod des Hundes

In der ersten Zeit nach dem Tod meiner Hunde war es immer noch so, als seien die Vierbeiner um mich herum. Mir war das trippelnde Geräusch im Ohr, wenn sie über den Fußboden liefen. Manchmal drehte ich mich um, in Erwartung, meinen Hund dort stehen zu sehen. Gewohnte Handgriffe und Routinen machte ich weiter, bevor ich mit dem Gedanken stockte, dass mein Hund nicht mehr bei mir ist.

Die Leine hing noch am Haken, der Napf stand noch am Fressplatz und überall waren noch Haare zu finden – der Verstand weiß, er ist nicht mehr da, aber das Herz kann den Verlust noch nicht fassen.

Wenn der treue Vierbeiner über die Regenbogenbrücke gegangen ist, entsteht eine große Lücke für uns Menschen. Zudem plagen wir uns oftmals mit zweifelnden und schuldhaften Gedanken herum: Habe ich meinen Hund zu früh/ zu spät gehen lassen? War die Entscheidung zur OP richtig oder falsch? Hätte ich meinem Hund noch helfen können? …

Eine schwierige Zeit, die ganz bewusst durchlebt werden sollte. Es ist der Verlust eines für uns wichtigen Lebewesens.

Als Kimba und Lucky starben…

Natürlich haben auch wir schon die Trauer um unsere Vierbeiner durchlebt. Als Emma zu uns kam, lebten bei uns noch zwei andere Hunde: Kimba und Lucky.

 

Kimba

Kimba

Lucky

Lucky

Diese beiden Hunde begleiteten uns schon viele Jahre. Emma genoss also eine Omi und einen Opi an ihrer Seite. Nur drei Monate später wollte Kimba nicht mehr mit spazieren gehen und laufen, flitzen und die Natur erkunden waren Kimbas Leidenschaften. Kimba hatte Krebs und ging im September 2013 über die Regenbogenbrücke.

Kimba war kein einfacher Hund und deshalb auch bei den meisten Menschen wenig beliebt. Ich war so gut wie alleine mit meiner Trauer, bei der mir allerdings Emma half – ohne, dass es ihr bewusst war. Emma war jung und war und ist eine sehr fröhliche Hündin. Dadurch konnte ich mich ziemlich schnell an die schönen Zeiten mit Kimba erinnern und bei den Spaziergängen lief sie gedanklich mit.

Lucky war für Emma sehr wichtig. Er war ein sehr freundlicher und geduldiger Hund. Mittlerweile hatte er Arthrose und hörte so gut wie nichts mehr. Darauf stellte sich Emma ein, denn Lucky spielte mit Emma und das, obwohl er in seinem ganzen Leben so gut wie nie mit Hunden spielte. Wenn er mit ihr „Fangen“ spielte, lief Emma extra langsamer. Morgens wurde sie von ihm zärtlich beknabbert. Das war ein sehr schönes Paar – der Opi und seine Enkelin.

Lucky und Emma

Lucky und Emma2

Lucky und Emma3

Als Lucky im Juni 2014 über die Regenbogenbrücke ging, hat Emma um ihren Opi getrauert.

Die beiden Hunde sind nun schon längere Zeit in der anderen Welt und trotzdem denken wir noch oft an sie. Sie leben weiter, in unseren Herzen und vergessen werden wir sie wohl nie.

„Es ist doch nur ein Hund“ – Umfeld und Trauern

Trauer zulassen – das hört sich leichter an, als es ist. Das Umfeld versteht den Schmerz, aber meistens nur in den ersten Tagen. Danach muss es gut sein, mit den traurigen Gefühlen – und das ist das Schwierige für Menschen, die sich von ihrem Hund verabschieden mussten.

Die Trauer ist nicht nach wenigen Tagen vorbei. Manchmal ist der Schmerz dann nicht mehr so stark, aber er ist noch da. Er ist auch nach Wochen noch da und er flammt auch noch lange Zeit immer mal wieder auf.

Der Tod ist in unserer Gesellschaft generell ein Tabuthema. Eigentlich möchte man sich damit nicht beschäftigen. Verständlich irgendwie – obwohl der Tod zum Leben gehört. Bei Trauer wissen die meisten Menschen nicht, wie sie reagieren sollen. Also lieber gar nicht darüber reden und besser auch nicht zuhören. Wenn es dann auch noch um ein Tier geht, hört das Verständnis ganz schnell auf.

Jeder trauert nun auf seine Weise. So ziehe ich mich zurück. Ich will dann niemanden sehen (außer meinen Lebenspartner) und brauche meine Zeit, um mit dem Verlust zurechtzukommen. Wenn ich dann darüber reden kann und möchte, suche ich mir dafür ganz gezielt Menschen aus, bei denen ich weiß, dass sie die Trauer um einen Hund verstehen und bei denen ich weiß, dass ich bei ihnen meine Emotionen und Gedanken offen zeigen und aussprechen kann. Alle anderen sehen halt eine Marion, die mit dem Verlust schon abgeschlossen hat – so glauben sie.

„Hol´Dir doch einen neuen Hund“

Ein gut gemeinter Ratschlag ist häufig: Hol´dir doch einen neuen Hund. Der neue Hund soll den Verlust erträglicher machen und die Lücke schnell wieder füllen.

Ob und wann wieder ein Hund einzieht, solltest ganz alleine Du entscheiden. Lass´Dir das nicht von anderen Menschen diktieren. Manchen Menschen hilft es, direkt einen anderen Hund ins Haus zu holen. Andere brauchen erst ihre Zeit, um in ihrem Herzen wieder Platz für einen anderen Hund zu schaffen.

Egal wie lange Du benötigst, um einem anderen Hund ein schönes Leben zu bieten: Diesen Ausschnitt  aus „Testament eines Hundes“ möchte ich Dir zeigen: „…Und wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht: „Nie wieder werde ich einen Hund haben, der Verlust tut viel zu weh!“ Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus und gib ihm meinen Platz. Das ist mein Erbe. Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles, was ich geben kann.“

Kein Hund wird Dir Deinen verstorbenen Hund ersetzen, denn jeder Hund ist einzigartig. Der Verlust ist schmerzhaft und besonders in der ersten Zeit sind tausend Momente da, wo einem bewusst wird, welch großartigen Freund man verloren hat.

Irgendwann tauchen dann auch wieder die schönen Momente auf, die Erinnerungen an fröhliche Zeiten, an Zeiten mit viel Spaß und Freude.

Ich rufe mir an Tagen, an denen ich wieder mit traurigen Gefühlen an meine verstorbenen Hunde denken muss, in Erinnerung, dass sie es am liebsten hatten, wenn ich fröhlich und entspannt war. Dann schaue ich mir meine Emma an und denke: Meine kleine Glücksfee, du hast ein Recht auf ein fröhliches Frauchen! An solchen Tagen laufen meine verstorbenen Hunde in Gedanken fröhlich beim Spaziergang mit. Sie sind immer noch da, wenn auch nicht mehr sichtbar.

 

Unter jedem Artikel dieses Blogs können Kommentare geschrieben werden. Unter diesen Artikel könnt Ihr von Eurem Hund erzählen, der über die Regenbogenbrücke ging. Unter diesen Text wird Platz für Fotos Eurer verstorbenen Hunde bereitstehen. Wer mir also ein Foto schicken möchte, kann dies über marion.consoir@gmail.com tun, mit dem Betreff: Foto Regenbogenbrücke.

Unsere tierischen Freunde hinter der Regenbogenbrücke:

 

Kimba in jungen Jahren

Kimba in jungen Jahren

Opi Lucky

Opi Lucky

5 Kommentare

  • Du schreibst mir aus der Seele ! Schon drei Hunde von mir sind über die Regenbogenbrücke gegangen, zwei davon plötzlich und unerwartet. Sie leben in meinem Herzen weiter und auch heute noch kommt plötzlich der Schmerz über den Verlust zurück. Janosch, der letzte verliess mich vor 5 Jahren und es gibt immernoch Momente voll Trauer. Habe in meinem Hundeblog über Marco, Katja und Janosch geschrieben, es hat mir geholfen es zu verarbeiten. Genauso wie es jetzt hilft über Jago (ihn hat mein Lebenspartner mitgebracht) zu schreiben, der an degenerativer Myelopathie leidet. Wir wissen, dass seine Zeit begrenzt ist und versuchen jeden Tag und jede noch bleibende Woche mit ihm zu geniessen. Aber zuzusehen, wie die Lähmung langsam fortschreitet und Jago trotzdem, zwar viel ruhiger, doch voller Lebensfreude ist, das tut weh. Wir machen alles, um das Fortschreiten zu verlangsamen, aber oft fühlt man sich einfach hilflos. Das einzig gute ist, dass er keine Schmerzen hat und nie welche haben wird (auf diese Krankheit bezogen).
    Im Sommer oder Herbst dieses Jahr wird eine kleine Hündin unsere Familie vergrössern. Sie war als Zuwachs gedacht und Jago als der grosse Onkel von ihr. Wir können nur hoffen, dass die beiden sich noch kennenlernen dürfen, aber realistisch gesehen wäre es ein Wunder….

  • Socke-nHalterin

    Ich sitze hier und mir laufen die Tränen über die Wangen. Ich habe als Kind meine Wellensittiche verloren und war sehr traurig. In der Schule dachte man, dass meine Oma verstorben sei.

    Einen eigenen Hund habe ich noch nicht verloren und ich darf nicht daran denken. Socke ist nicht nur mein erster Hund, sondern sie ist ein ganz besonderer Hund. Ich darf nicht daran denken, dass sie irgendwann nicht mehr an meiner Seite sein sollte. Ein schmerzlicher Gedanke, der mich schon jetzt stille Tränen weinen lässt. Socke wird neun Jahre und cronisch krank. ich habe keine Ahnung, wie lang mir das Geschenk Socke bei mir zu haben, gegönnt ist. Ich versuche jeden Moment zu genießen und derartige Gedanken zu verdrängen. Ein Leben ohne sie ist mir unverstellbar…..

    Viele traurige Grüße
    Sabine mit Socke

    • Liebe Sabine,

      das kann ich gut nachempfinden. Emma ist mein Seelenhund, drei Jahre jung und gesund und munter. Trotzdem überkommt mich manchmal der furchtbare Gedanke, dass sie irgendwann nicht mehr bei mir ist. Ich glaube, das ist normal, wenn man liebt.

      Ich weiß nicht, welche chronische Krankheit Socke hat, aber ich wünsche Euch von Herzen, dass Euch noch viele, schöne Jahre gegönnt sind.

Kommentar verfassen