Die Trauer um den verstorbenen Hund

Wenn der geliebte Hund über die Regenbogenbrücke gehen muss, fallen viele Hundehalter erst einmal in ein tiefes, seelisches Loch. Mit ihrer Trauerarbeit fühlen sie sich oft allein gelassen. Zum einen ist der Tod in unserer Gesellschaft sowieso ein Tabuthema und zum anderen können die meisten Nicht-Hundehalter die Trauer um den Hund nicht nachvollziehen. Wie soll man mit dem Verlust des geliebten, vierbeinigen Freundes umgehen? Wo soll der Hund seine letzte Ruhestätte finden? Und wie findet man Trost? Musste man den Hund einschläfern, hat man zudem oftmals auch noch mit Schuldgefühlen zu kämpfen.

Wenn der Abschied vom Hund naht

Der Tod des Hundes ist ein Thema, über das man nicht nachdenken möchte. Doch alles Lebendige ist auf dieser Erde endlich und somit wird der Tag kommen, an dem man Abschied nehmen muss. Steht man dann auch noch vor der Entscheidung, den Hund einschläfern zu müssen, wird das Loslassen noch ein ganzes Stück schwerer. Wann ist dafür der richtige Zeitpunkt? Lieber noch warten oder nicht? Diese Zeit am Ende des Hundelebens ist für den Hundehalter häufig sehr belastend.

Hund und Mensch sind oft ein perfektes und eingespieltes Team. Blicke, Gesten und Verhaltensweisen können mit der Zeit von beiden gelesen und gedeutet werden. Man versteht sich sozusagen wortlos. Der Hund ist häufig mehr als ein tierischer Begleiter:

  • Ein Hund ist ein guter Zuhörer, wenn ihm Frauchen oder Herrchen Probleme             erzählt
  • Ein Hund sorgt für gute Laune und bringt seinen Menschen zum Lachen
  • Ein Hund verteilt und bekommt gerne Kuscheleinheiten
  • Der Vierbeiner lässt die Natur von einem anderen Blickwinkel entdecken
  • Die Freude über Kleinigkeiten ist ansteckend

Dies sind nur Beispiele für die vielen Vorzüge, die ein Zusammenleben mit Hund bieten.

Die enge Bindung zwischen Mensch und Hund macht das Abschied nehmen schwer. Vor allem, wenn man viele Jahre gemeinsam verbracht hat, entsteht eine Lücke, die zunächst kaum zu füllen ist.

Zeit für die Trauer nehmen

Trauer zulassen Foto: Anja Bergler

Trauer zulassen
Foto: Anja Bergler

Menschen, die nicht mit einem Hund zusammenleben, verstehen oftmals die Trauer um den verstorbenen Vierbeiner nicht. „Ist doch nur ein Hund“ oder: „Du übertreibst mit deiner Trauer“ – solche und ähnliche Sprüche wird wohl jeder Hundehalter kennen, der seine traurigen Gefühle nicht verbergen konnte, wenn sein Hund über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Auch ich musste Hunde gehen lassen und diesen Verlust verarbeiten.

Nicht-Hundehalter können einfach nicht nachvollziehen, dass man um ein Tier trauert.

Mach‘ Dir bewusst, dass diese Menschen nicht wissen wie schön es ist, einem Tier sein Herz zu schenken. Für mich ist die Trauer um einen Hund ein Zeichen, dass dieser Mensch Lebewesen wertschätzt, egal ob sie menschlicher oder tierischer Natur sind. Zudem steht man dem Hund nahe, denn schließlich haben Mensch und Hund oftmals mehr als ein Jahrzehnt gemeinsam gelebt, viele Situationen zusammen erlebt und so manche Höhen und Tiefen durchlebt.

Selbstverständlich ist jedem Hundehalter klar, dass die Lebenszeit seines Hundes begrenzt ist. Dennoch ist der Verlust groß und bedarf Zeit zur Verarbeitung. Diese Zeit sollte man sich nehmen und auf die Art und Weise trauern, die für einen persönlich die beste ist. Trost findet man bei wirklich guten und echten Freunden, denn sie wissen, wie sehr man seinen Hund geliebt hat und wie schwer der Abschied fällt. Auch in manchen Hundeforen kann die Trauer um den Hund geteilt und mitgeteilt werden, denn dort sind Menschen zu finden, die selbst eine enge Beziehung zum Hund pflegen und genießen und viele von ihnen haben bereits den Schmerz gespürt, wenn sie ihren Vierbeiner gehen lassen mussten.

Hundebestattung in Deutschland

Bei den meisten Hundehaltern besteht der Wunsch, dem verstorbenen Hund eine schöne, letzte Ruhestätte zu geben. Ob der Vierbeiner im eigenen Garten beerdigt werden darf, muss bei der Gemeinde oder Stadt erfragt werden. Sollte dies nicht erlaubt sein besteht die Option der Einäscherung. Hier findet ihr eine Liste der Tierkrematorien Deutschlands und Dienstleister, die sich um die Einäscherung kümmern: Liste Tierkrematorien in Deutschland.

Außerdem nimmt die Zahl an Tierfriedhöfen zu. Auf der Seite vom Tierbestatter-Bundesverband steht ein Verzeichnis mit Tierfriedhöfen und Tierbestattern in Deutschland zur Verfügung.

Trauer ist für den Heilungsprozess notwendig. Die Zeit wird vielleicht nicht alle Wunden heilen, aber zumindest lässt der Schmerz nach. Irgendwann kann man lächelnd an seinen verstorbenen Hund zurückdenken und die schönen Zeiten bleiben in Erinnerung.

Es wird aussehen, als wäre ich tot,
und das wird nicht wahr sein…
Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein,
du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen,
gerade so zum Vergnügen…
Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein,
wenn sie sehen,
dass du den Himmel anblickst und lachst.
(Antoine de Saint-Exupéry)

 

Buchtipps:


7 Kommentare

  • Ich muss sagen, dein Blog ist echt toll und besonders der Post hier. Du hast so recht mit dem was du geschrieben hast. Ich habe schon mal einen geliebten Hund verloren, das ist jetzt 4Jahre her, aber das Loch in meinem Herzen kann keiner schließen. Viele verstehen es nicht und sagen, dass es dumm ist um einen Hund zu trauern. Doch das sehe ich nicht so, für mich ist der Hund viel mehr als nur ein Tier.

    • Danke für das Lob 🙂 Deine Aussage, ein Hund ist viel mehr als nur ein Tier, kann ich unterstreichen. Bin ganz Deiner Meinung. Deine Trauer zeigt ja auch, wie wichtig Deine Fellnase für Dich war.

    • Dagmar

      hallo
      ich trauere um meinen hund sehr!
      meine shiva ,eine jack-russel dame ist am montag 16.03.15 von uns gegangen.sie wurde 13 jahre alt und es tut so weh wo sie jetzt nicht mehr da ist😢😢
      ich denke es würde jeder um sein tier trauern, aber viele wollen es nicht zu geben.ich schäme mich nicht um die tränen die ich um meine shiva weine.sie War meine beste freundin,gute zuhörerin einfach alles für mich wie meine kinder.mir wurde mit dem verlassen von shiva ein großes stück aus dem herzen gerissen!!!
      sie fehlt mir soooo sehr😭😭😭
      ich werde dich nie vergessen mein kleiner vielfraß💋

    • bei meinem letzten Hund sind es jetzt auch 4 Jahre, dass er über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Es tut immernoch weh und sein Platz in meinem Herzen wird immer besetzt sein.

      • Dagmar

        danke für die worte.
        es tut so weh😢
        heute ging meine kleine tochter(10) auf den balkon schaute in den himmel und sagte mir das sie einen hellen stern sieht und das shiva jetzt mit ihrer omi(starb vor 4 jahren)ball spielt.es ging mir wirklich ans herz und ich musste wieder weinen.
        ich vermisse shiva jetzt schon so sehr😢😢😢

Kommentar verfassen