Alle Jahre wieder…werden zu Weihnachten Hunde verschenkt

Jedes Jahr landen Hunde zuerst als Geschenk unter den Weihnachtsbaum und später im Tierheim. Auch wenn sich das Kind noch so sehr einen vierbeinigen Freund wünscht: Die Eltern tragen die Verantwortung.

Niedlich, so ein Welpe. Wie süß der guckt und wie tappsig er durch die Gegend läuft. Ein lebendiges Stofftier…wie manche Menschen meinen. Unüberlegt erfüllen Eltern ihren Kindern den Wunsch nach dem eigenen Hund und das Hundebaby findet sich unter dem Weihnachtsbaum wieder. Viele dieser tierischen Geschenke werden allerdings ziemlich schnell im Tierheim abgegeben. Es war doch zu viel Arbeit und die erste Euphorie der Kids ebbte spätestens dann ab, wenn klar wurde, dass sich jeden Tag um den Hund gekümmert werden muss. Die Verantwortung für oder gegen die Entscheidung eines Hundes liegt alleine bei den Eltern und da es sich um erwachsene Menschen handelt, sind sie in der Lage gut zu überlegen, ob ein Hund ins Familienleben passt.

Kinder und der Wunsch nach einem Hund

Da ist die ältere Dame von nebenan, die von einem kleinen Pudel begleitet wird. Da sind die Schulfreundinnen, die mit ihrem Hund im Garten toben. Und da sind die Zeichentrickfilme, die zu einer verzerrten Wahrnehmung von tierischen Lebewesen führen. Dies und andere Beispiele lässt Kinderherzen dahinschmelzen. „Ich will auch so einen Hund, der mich immer begleitet, mit dem ich toben kann und der mein Retter, mein bester Freund, mein Alles ist!“

Niedlicher Welpe, aber kein Weihnachtsgeschenk! Foto: Lukas Gubler

Niedlicher Welpe, aber kein Weihnachtsgeschenk!
Foto: Lukas Gubler

Dass dieser beste Freund viel Aufmerksamkeit braucht, erzogen werden will und sich nicht dauernd wegen einer Verabredung beiseiteschieben lässt, bedenken die kleinen Menschenkinder nicht. Genau das sollten aber die Eltern bedenken und dem Wunsch ihrer Sprösslinge nur dann nachkommen, wenn sie selbst gerne einen Hund hätten und bereit sind, alle Konsequenzen zu tragen.

Das bedeutet: Wenn Kind nach kurzer Zeit keine Lust mehr auf Hund hat, übernimmt Mutter oder Vater den Job. Möchten sie das nicht tun, gehört unter den Weihnachtsbaum allenfalls ein Stoffhund.

Besser Schritt für Schritt zum eigenen Hund

Sind die Eltern bereit die Aufgaben mitzutragen, sollte dennoch kein Hund unter dem Tannenbaum sitzen. Die Weihnachtstage werden zwar als besinnliche Zeit deklariert, aber in Wirklichkeit sind diese Tage bei den meisten Familien von Stress und Hektik geprägt. Kein guter Start für die Fellnase, die sich erst in das Familienleben eingewöhnen muss. Besser ist es etwas zu schenken, um das Kind auf den Hund vorzubereiten. Zum Beispiel erklärt das Buch „So wird dein Hund dein bester Freund“ alles, was für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Hund und Mensch notwendig ist.

Eltern jüngerer Kinder können sich als Dogsitter bewähren, um sich und das Kind schon einmal daran zu gewöhnen, dass Spaziergänge bei Wind und Wetter

stattfinden müssen. Es gibt garantiert in der nächsten Umgebung einen dankbaren Hundehalter, der seine Fellnase täglich für eine Stunde freigibt. Auch Tierheime sind froh, wenn sich ehrenamtliche Gassigeher melden.

Teenager können alleine einen Job als Gassigeher übernehmen. Dann sollte aber darauf geachtet werden, dass der Hund erzogen ist und nicht unbedingt die Größe einer Deutschen Dogge hat.

Gemeinsam kann man sich schon nach einer Hundeschule umsehen und auf diese Weise prüfen, welcher Hundetrainer einem zusagt. Zudem bleibt genug Zeit zu entscheiden, ob es Welpe oder erwachsener Hund, Mischling oder Rassehund, Hündin oder Rüde werden soll. Noch eine kurze Anmerkung: Bitte keinen Welpen eines unseriösen Züchters kaufen! Solange noch die Nachfrage besteht, werden weiterhin Massenzüchtungen vorgenommen, die für die „Züchter“ das schnelle Geld und für die Hundemütter reines Elend bringen.

3 Kommentare

  • Ein super Beitrag, dem ich beipflichte. Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum! Nach der ersten Freude vergehen auch die Weihnachtstage und der Alltag mit dem Tier tritt ein. Und dann? Nicht umsonst sind die Tierheime besonders nach Weihnachten (und in den Schulferien) überfüllt! Wer seinen Kindern ein Haustier schenken möchte, könnte beispielsweise mit einem Hund aus dem Tierheim über mehrere Tage “Gassi” gehen oder ihn vielleicht stundenweise nach Hause nehmen. Ein Hund (und andere Tiere natürlich auch) bereiten Freude und werden zu richtigen Familienmitgliedern. Aber es ist auch eine Verpflichtung die man mit einem Tier eingeht. An jedem Tag, rund um die Uhr, ein ganzes Leben lang!

    Herzliche Grüße, einen besinnlichen 2. Advent und entspannten Nikolaustag – Claudia und Fellnase Timmy

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