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Fellfarbe beim Hund als Krankmacher
Bunter Hund

Die Fellfarbe beim Hund ist unterschiedlich. Braune, schwarze, beige Hunde wird wohl jeder kennen. Im Trend sind jedoch spezielle Fellfarben wie Merle. Mag es auch schick aussehen: Einige Fellbarben sind mit Krankheiten verbunden.

Wie entsteht die Fellbarbe beim Hund?

Bestimmte Gene haben einen Einfluss auf die Farbe des Fells. Wenn du zum Beispiel eine Französische Bulldogge mit blauer Fellfarbe oder einen Dackel in Blue-Merle kaufst, kannst du sicher sein, dass dein Hund nicht von einem seriösen Züchter stammt. Gemäß des Standards vom FCI handelt es sich dabei nämlich nicht um schicke Fellfarben, sondern um Fehlfarben. Deshalb bekommen diese Tiere keine Papiere.

Vermehrer haben jedoch erkannt, dass spezielle Fellfarben beim Hund sehr angesagt sind. Also kreuzen sie andere Rassen ein, damit der Bedarf an neuen Farben gedeckt ist. Alleine die Tatsache, dass es sich um Hunde von Vermehrern handelt, sollte dich davon abhalten, diese Vierbeiner zu kaufen. Dazu kommt, dass sehr viele Hunde mit diesen speziellen Fellfarben krank sind.

Wie genau die Fellfarbe vererbt wird, ist auf der Seite von anidom detailliert erklärt. Noch ausführlicher beschreibt es das Buch „Die Genetik der Fellfarben beim Hund“.

Fellfarben beim Hund und die Gesundheit

Für die Fellfarbe Blau sind drei Gene verantwortlich: Das Merle-Gen, das Scheckungs-Gen und das Dilute-Gen. Alle drei Gene wirken sich negativ auf die Gesundheit des Vierbeiners aus.

Taubheit und Augenprobleme durch das Merle-Gen

In der Regel ist ein Merle-Gen harmlos. Das Gen bewirkt eine Aufhellung von schwarzem und braunem Haar. Viele Hütehunde sind merlefarbig. Problematisch wird es dann, wenn die Paarung mit zwei Merle-Hunden erfolgt. Beim sogenannten Doppel-Merle leiden die Vierbeiner oftmals unter missgebildeten Augen und einer angeborenen Taubheit. Diese Missbildungen entstehen beim Doppel-Merle durch fehlende Pigmentzellen. Weil das Risiko für Missbildungen an Augen und Ohren sehr groß ist, zählt eine Verpaarung mit zwei Merle-Hunden zu den Qualzuchten.

Der Merle-Faktor ist bei Hunden mit rötlicher Fellfarbe kaum oder gar nicht erkennbar. Auch bei schwarzen oder braunen Hunden kann es sein, dass die durch Merle entstehende Scheckung fast nicht sichtbar ist. Deshalb lässt ein seriöser Züchter vor der Verpaarung den M-Lokus Farb-Gentest durchführen, damit Doppel-Merle ausgeschlossen werden kann.

Hundefutter Vergleich

Hautbeschwerden und Taubheit durch das Scheckungs-Gen

Das Piebald-Gen (Scheckungs-Gen) wirkt sich darauf aus, wie die Pigmentzellen verteilt sind. Der Weißanteil des Fells ist groß, wie zum Beispiel beim Dalmatiner. Weiße Hunde tragen ein erhöhtes Risiko für Taubheit mit sich. Die Gefahr ist noch größer, wenn die weißen Hunde blaue Augen haben.

Haben die Hunde einen durchgefärbten Kopf, treten oftmals keine Gehörprobleme auf. Das hängt mit den Hörsensorzellen zusammen, die für die Vermittlung von Geräuschen an das Hirn zuständig sind. Bei Schecken mit weißem Kopf fehlen häufig diese Pigmentzellen, sodass sie auf einem oder auf beiden Ohren taub sind.

Hunde mit dem Piebald-Gen haben keine oder nur sehr wenig Unterwolle. Die Haut ist meistens unpigmentiert, also rosafarben und somit häufig sehr empfindlich. Dadurch leiden viele Vierbeiner mit diesem Gen an Allergien und starkem Juckreiz. Auch die Pfotenballen können sehr empfindlich sein, sodass sich die Hunde die Pfoten wund laufen. Nicht selten tritt eine allergische Entzündungsreaktion auf (atopische Dermatitis), die schuppige Haut und starken Juckreiz zur Folge hat.

Bei Hunden mit cremeweißem Fell entsteht die Fellfarbe durch eine andere Genkombination, die als unbedenklich gilt.

Haarausfall und Hautprobleme durch das Dilute-Gen

Dilution ist der englische Begriff für Verdünnung. Deshalb wird dieses Gen auch als Verdünnungs-Gen bezeichnet. Es hellt die Fellfarbe auf und so wird aus dem braunen Labrador ein silberbrauner Hund und schwarzes Fell wird zu graublau. Die Fellfarbe ist bereits beim Welpen sichtbar. Deshalb ist das Dilute-Gen nicht mit dem Greying-Gen zu verwechseln. Letzteres ist harmlos und die Welpen haben zunächst eine dunkle Fellfarbe, die recht früh ergraut.

Das Verdünnungs-Gen nimmt Einfluss darauf, wie die Pigmentkörner in den Farbzellen angeordnet sind. Die Pigmente sind unregelmäßig angeordnet, wodurch die Fellbarbe heller wirkt. Aufgrund dieser Ansammlung von Farben bewirkt ein anderes Gen Haarausfall. Das Gen ist bisher nicht erforscht. Es lässt die Haare brüchig werden, das zum Haarausfall führt. Diese Erkrankung heißt Farbmutantenalopezie oder CDA.

Doggen und Weimaraner mit aufgehelltem Fell leiden eher selten an CDA. Viele andere Rassen haben ihr Leben lang damit zu tun. Meistens ist das Fell bei Welpen noch unauffällig. Im Alter von 6 Monaten fangen häufig die ersten Probleme an: Das Fell wird glanzlos und struppig. Oft befinden sich an den Ohren kahle, schuppige Stellen. Es ist möglich, dass der Hund von Jahr zu Jahr immer mehr Fell verliert. In der Regel verlieren die Tiere im Rückenbereich die meisten Haare.

Wenn es ganz schlimm kommt, sind die kahlen Stellen mit starkem Juckreiz und eitrigen Entzündungen verbunden. Die Erkrankung ist nicht aufzuhalten und die Hunde müssen mit speziellen Medikamenten und Hautpflegemitteln behandelt werden. Der extreme Juckreiz ist für die Hunde Stress. Das bedeutet, dass diese Vierbeiner ständig gestresst sind und sich exzessiv kratzen.

Trendige Fellfarbe beim Hund – mach dem Elend ein Ende

Die Vermehrer werden jedem Trend folgen und weiterhin Hunde mit speziellen Fellfarben „züchten“. Die Hündinnen fristen ein elendes Dasein. Sie werden als reine Gebärmaschinen missbraucht. Diese Menschen nehmen keine Rücksicht auf das Wohlergehen der Tiere. Für sie zählt das Geld, dass ihnen trendbewusste Menschen in den Rachen werfen. Deshalb ist es ihnen auch egal, wenn sie kranke Welpen verkaufen.

Dir sollte das nicht egal sein. Du hast jetzt einen Einblick in die Folgen von diesen Trendfarben bekommen. Vielleicht hast du einen Hund mit einer dieser beliebten Fellfarben und hast vorher nicht gewusst, was auf den Vierbeiner und dich zukommt. Jetzt hast du das Wissen und kannst dich dafür entscheiden, in Zukunft die Finger von „bunten Hunden“ zu lassen. Hunde bringen alleine schon durch ihre Persönlichkeit viel Farbe ins Leben.

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6 Kommentare

  1. Ulrike Hoffmann

    Man darf aber nicht alle Dilute-Gene über einen Kamm scheren. Die Farbe Blau und Zimt, was auch „verdünnte“ Farbe ist, ist keine Züchtung, sondern eine schon immer vom FCI anerkannte Fell Farbe des Chow. Die Chows erhalten FCI Pedigree und dürfen auch in die Zucht.

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  2. Ulrike Hoffmann

    Man darf aber nicht alle Dilute-Gene über einen Kamm scheren. Die Farbe Blau und Zimt, was auch „verdünnte“ Farbe ist, ist keine Züchtung, sondern eine schon immer vom FCI anerkannte Fell Farbe des Chow. Die Chows erhalten FCI Pedigree und dürfen auch in die Zucht

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    • Marion

      Ja, wie auch bei beispielsweise Weimaranern. Man weiß noch nicht, warum das Dilute-Gen bei diesen Rassen keine Probleme verursacht.

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      • Ulrike Hoffmann

        Was man beim Chow unterscheiden muss. Die Fellfarbe wurde nicht gezüchtet, weil sie als chick angesehen wird, sondern die ist bereits im Farb-Gen des Chows quasie angelegt. Bei Vermehrern wirst du diese Farbe auch nicht finden. Die habe ich bis jetzt nur bei erfahrenen Züchtern gesehen. Meine beiden haben eine Mama, die zimtfarben ist, der Onkel und Tante waren blau. Motsi ist schwarz, Fiete rot. Beide topp gesund. Keine Hautprobleme. Keine Augenprobleme. Taub? Naja, manchmal 😉 Ich habe mich auch sehr lange über das „blau“ mit meiner Tierärztin unterhalten, da dieses Thema immer wieder mal hoch kommt. Auch sie sagt, dass man die Fellfarbe Blau vom Chow nicht mit den Fellfarben Blau der Moderassen vergleichbar ist, weil es einen ganz anderen genetischen Ursprung hat.

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  3. Alexander Trocha

    Da hast du ein interessantes und wichtiges Thema aufgefasst. Ich bin vor kurzem per Zufall über diese Thematik gestolpert als in Social Media eine Diskussion über einen blauen Hund losging. Es ist wirklich erschreckend, wozu Menschen aus Geldgier fähig sind. Potenzielle Käufer solcher Hunde wissen in der Regel nicht das diese armen Tiere nicht gesund sind. Da hilft nur Aufklärung so wie du es hier mit diesem Artikel gemacht hast.

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    • Marion

      Hallo Alexander, ja, ich glaube auch, dass viele Käufer nicht wissen, was es mit diesen Fellfarben auf sich hat. Hoffentlich verbreitet sich das Wissen darüber schnell, damit dieser Trend ein Ende hat.

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