Ab wann sind Hunde stubenrein?

Ab wann sind Hunde stubenrein und wie kann ich diesen Lernprozess beschleunigen? Das sind Fragen, die sich viele Hundehalter von Welpen stellen. Wann kann ich morgens wieder ohne Wischmopp meine Zimmer betreten und wann kann ich nachts wieder durchschlafen? Wann werden Hunde stubenrein?

Wann sind Hunde stubenrein?

Fangen wir beim Welpen und seiner Mutter an. In seinen ersten drei Wochen kann der neue Hunde-Erdenbürger noch nicht bewusst seine Geschäfte verrichten. Seine Mutter löst den Lösereflex aus, indem sie dem Welpen über den Bauch und den Genitalbereich leckt. In der Regel beseitigt sie den Urin oder Kot des Welpen, weil sie das Nest sauber halten möchte und weil sie instinktiv keinen Welpengeruch hinterlassen möchte. In der Natur könnte der Geruch der Welpen fremde Artgenossen anziehen, die die Kleinen töten könnten. Der Welpenschutz gilt nur innerhalb des Rudels, also innerhalb der Familie.

Wenn der Welpe im Alter von 8 bis 12 Wochen zu dir zieht, kann er meistens noch nicht seinen Blasenmuskel und Schließmuskel kontrollieren. Diese Muskeln müssen erst trainiert werden. Zudem hat die Blase des Hundekindes ein kleines Fassungsvermögen. Das Entleeren der Blase findet somit häufiger als beim erwachsenen Hund statt. Diese körperlichen Prozesse hängen mit der Entwicklung des zentralen Nervensystems zusammen. Manche Hunde können schon recht früh wahrnehmen, wann die Blase entleert oder Kot abgesetzt werden muss und andere benötigen dazu länger. Allgemein wird gesagt, dass große Rassen/ Hunde schneller als kleine Rassen/ Hunde stubenrein sind.

Wie bekomme ich meinen Hund stubenrein?

Damit dein Hund stubenrein wird, sind deine Beobachtungsgabe und deine Aktivität gefragt. Auch wenn du das Thema Stubenreinheit schnell hinter dir bringen möchtest, hilft Ungeduld dir und dem Welpen nicht weiter. Im Gegenteil könnte es sein, dass du damit den Lernprozess verlängerst. Zudem kannst du die körperlichen Entwicklungsprozesse deines Hundes eh nicht oder nur sehr bedingt beeinflussen.

Je geregelter und gleichmäßiger dein Tagesablauf ist, desto schneller lernt dein Hund, dass sich seine Toilette draußen befindet.

Welpen müssen in der Regel ihre Blase entleeren oder Kot absetzen, wenn sie:

  • morgens aufwachsen,
  • gefressen oder getrunken haben,
  • geschlafen haben,
  • gespielt haben.

Bringe deinen Welpen zudem nach draußen, bevor du abends zu Bett gehst.

Beobachte deinen Hund genau. Manche Hunde schnüffeln oder laufen herum, wenn sie ihr Geschäft verrichten müssen. Andere werden unruhig und laufend suchend durchs Haus. Diese Verhaltensweisen zeigen dir, dass es höchste Zeit wird, um den Welpen zur Lösestelle zu bringen. Dein Welpe muss selbstverständlich lernen, wo er sich lösen darf und soll. Ich habe dazu eine Stelle im Garten ausgewählt, zu der ich meine Welpen getragen habe oder mit ihnen dahin gegangen bin.

So wird dein Hund stubenrein – mit vieeeel Lob

Lobe deinen Hund und zwar jedes Mal, wenn er Kot abgesetzt oder seine Blase entleert hat. Klingt seltsam, ist aber erfolgreich. Dein Hundekind lernt: Wenn ich mein Geschäft hier (an der Lösestelle oder generell draußen) verrichte, dann werde ich gelobt und der Mensch freut sich. Lobe jedoch nicht so doll, dass der Hund glauben könnte, hier fände nun eine Party statt. Das könnte dazu führen, dass dein Hundekind aufhört, seine Blase zu entleeren oder Kot abzusetzen – weil deine überschwängliche Lobeshymne viel zu aufregend für ihn ist.

Und was soll ich tun, wenn mein Hund im Haus sein Geschäft erledigt hat?

Früher hieß es, dass man Welpen bestrafen muss, wenn sie Pipi oder Kacka im Haus gemacht haben. Diese Methoden sind veraltet und überholt. Wische einfach kommentarlos das Malheur weg. Glaube mir, dein Hund merkt, dass es draußen Lob für Blase entleeren und Kot absetzen gibt und drinnen nicht. Das lernt er auch ohne Schimpftirade deinerseits.

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Und was soll ich tun, wenn mein Hund draußen nicht sofort macht?

Bedenke immer, dass die Welt für dein Hundekind wahnsinnig spannend ist. Was für uns und für erwachsene Hunde normal und wenig beachtenswert ist, kann für deinen Welpen ein Abenteuer sein. Und das fängt beim vom Wind verwehten Blatt an und geht über einen Käfer, eine Ameise, ein fremdes Geräusch und vielem andern weiter. Vor lauter Anspannung, weil ja alles soooo interessant ist, kann sich das Hundekind erstmal nicht lösen. Also bist wieder du gefragt, weil du das nämlich jetzt weißt: Bleibe länger draußen, bis der Welpe sein Geschäft erledigt hat. Und falls die Umgebung so spannend ist, dass dein Hundekind jedes Mal abgelenkt ist, dann suche dir eine Lösestelle in einer weniger abenteuerlichen Umgebung.

Ab wann wird mein Hund stubenrein?

Oft haben Hundehalter in der ersten Woche noch viel Geduld und in der zweiten Woche lässt diese Geduld schon etwas nach. Es ist jedoch möglich, dass ein Hund einige Wochen benötigt, bis er stubenrein ist. Manche Welpen lernen es sehr schnell und andere benötigen länger. Wichtig ist, dass du dein Hundekind nicht unter Druck setzt.

  • Bleibe ruhig und geduldig.
  • Suche eine möglichst ruhige Umgebung aus, in der sich dein Hund lösen soll.
  • Wenn der Hund draußen Angst hat oder sich unsicher fühlt, wird er sich nicht lösen können.
  • Beobachte deinen Hund und lerne die Zeichen zu erkennen, die dir signalisieren, dass dein Hundekind ein dringendes Geschäft zu erledigen hat.
  • Gehe vorsorglich nach dem Essen, Trinken, Spielen und Schlafen mit dem Welpen nach draußen.
  • Bestrafe deinen Welpen nicht für ein Missgeschick, sondern wische das Geschäft kommentarlos weg.
  • Lobe ihn mit ruhiger Stimme, wenn er sich draußen gelöst hat.

Für einen Welpen benötigst du Zeit. Das Hundekind muss noch viel lernen und das geht nicht von heute auf morgen. Von einem Problem mit der Stubenreinheit kann erst gesprochen werden, wenn dein Hund nach sechs Monaten immer noch ins Haus macht. Dann begebe dich zum Tierarzt und lasse deinen Hund untersuchen.

Über das Thema „Wann ist ein Hund stubenrein?“ und viele weitere Themen kannst du dich in der Tierischen Krabbelgruppe mit anderen Hundehaltern austauschen. Die Registrierung ist kostenlos und als Mitglied steht dir das Kleine Welpen-Ebook zum Gratis-Download zur Verfügung.

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2 Kommentare

  1. Doris

    Hallo an die Verfasserin dieses Beitrags. Ich hab lange überlegt, ob ich einen Kommentar dazu abgebe. Ich hatte mich so auf den Beitrag gefreut, gehofft, echte Tipps zu erhalten. Wir haben z. Zt. nämlich einen Welpen, einen Jack Russell, also was kleines. Und es ist Winter.
    ach, wo fang ich an?
    Zitat „Dein Welpe muss selbstverständlich lernen, wo er sich lösen darf und soll. Ich habe dazu eine Stelle im Garten ausgewählt, zu der ich meine Welpen getragen habe oder mit ihnen dahin gegangen bin.“
    Nicht jeder wohnt in einem Haus mit ebenerdigem schnellen Zugang zum Garten.
    Wo ist der Tipp für Leute, die in einer Mietwohnung u. U. in einem höheren Stockwerk wohnen?
    Zitat“Also bist wieder du gefragt, weil du das nämlich jetzt weißt: Bleibe länger draußen, bis der Welpe sein Geschäft erledigt hat.“
    Ja, ich wusste das auch schon vorm Lesen des Beitrags. Das mit dem länger draußen bleiben mag im Frühling, im Sommer und evtl. noch im Herbst eine praktikable Sache sein, aber was ist im Winter? Bei Temperaturen um Null Grad ist selbst mit Häkelmäntelchen das Höchste der Gefühle eine dreiviertel Stunde und auch nur, wenn kein Schnee liegt.
    Enttäuschte Grüße
    Doris

    Antworten
    • Marion

      Hallo Doris,

      das tut mir natürlich leid, dass ich dich enttäuscht habe. Allerdings ist der Vorgang zur Stubenreinheit immer gleich – ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Für den Menschen, den Hundehalter, ist das ein Unterschied und den kann ich selbstverständlich gut verstehen.
      Wenn du keinen Garten hast, musst du dir wohl oder übel eine Stelle in der nächsten Umgebung aussuchen. Und ja klar ist es schwieriger für dich, nach jedem Spielen, Schlafen, Fressen etc. mit dem Welpen runter zu laufen, um möglichst flott zur Lösestelle zu kommen. Nur, anders geht es nicht.

      Länger draußen bleiben: Im Winter bestimmt sehr unangenehm, für dich und für den Hund. Ich würde nun in dem Fall, wie auch in anderen Fällen, nicht still und starr an einer Stelle stehenbleiben, wenn sich der Hund nicht lösen kann – zum Beispiel wegen der Kälte oder wegen Ablenkung im Umfeld. Ich würde dann mit dem Hund ein Stückchen die Straße oder den Weg rauf und runter gehen, langsam und und in Ruhe, denn bei Hektik wird sich der Hund wahrscheinlich auch nicht oder nur schwer lösen können.
      Wird es zu kalt und der Hund löst sich nicht, geht es wieder zurück in die Wohnung. Und dann musst du ihn gut beobachten, denn beim ersten Anzeichen, dass er raus muss, ist der Weg wieder nach draußen nötig.

      Ganz bestimmt ist es schwerer für Hundehalter, die im oberen Stockwerk wohnen, keinen Garten haben und dann auch noch im Winter zu einem Welpen kommen.
      Manche geben den Tipp, den Welpen an eine Kiste zu gewöhnen, also so etwas wie ein Katzenklo. Da ich von diesem Tipp wenig begeistert bin, schreibe ich den nicht in den Artikel. Ob du das nun machen möchtest, bleibt dir überlassen. Dann musst du aber damit rechnen, dass dein Hund in Zukunft, auch wenn er erwachsen ist, lieber das Katzenklo benutzt.

      Liebe Grüße
      Marion

      Antworten

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