Warum ist mein Hund so aggressiv an der Leine?
Tanja Ritter / pixelio.de

Viele Hundebesitzer kennen das Problem: Man geht mit seinem Hund spazieren, wobei der Hund angeleint ist. Dabei bemerkt man, dass der Hund eine weitaus höhere Aggression an den Tag legt als sonst üblich. Aber warum ist das so? Wie kommt es dazu, dass der sonst liebe Hund plötzlich zum Leinenpöbler wird?

Benimmt sich dein Hund auch anders, wenn du mit ihm an der Leine unterwegs bist? Dann lese hier, welche möglichen Ursachen eine Leinenaggression haben kann.

Leinenagression aus einer Unsicherheit heraus

Manche Hunde zeigen eine Leinenaggression aus Unsicherheit oder aus Angst. Die Leine nimmt den Tieren tatsächlich die Möglichkeit, eine uneingeschränkte Kommunikation auszuleben. Darum verteidigen sie sich mit einem aggressiven Grundverhalten lieber bereits im Vorhinein.

Bei einigen Hunden kommt hinzu, dass sie irgendwann in der Vergangenheit an der Leine mit anderen Tieren eine negative Erfahrung gemacht haben. Diese Erfahrung verallgemeinern sie nun auf alle anderen Vierbeiner, oder eben nur auf jene, die dem früheren Angreifer ähnlich sind.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Hunde vor allem im Welpenalter sehr viele positive Erfahrungen machen. Diese Erfahrungen sollten unbedingt kontrolliert stattfinden, sodass die Begegnung auch wirklich positiv verlaufen kann. Die Hunde müssen sicher Sozialkontakte haben, jedoch nicht mit allen Hunden und vor allem nicht, wenn die Tiere angeleint sind und sich nicht kennen und gut abschätzen können.

Mein Hund ist angeleint weit angriffslustiger als sonst

Einst glaubten die Experten, Hunde würden sich an der Leine besonders stark fühlen. Man glaubte auch, dass sie dann eine Beschützer-Funktion für ihr Herrchen oder ihr Frauchen ausüben wollten und sich an der Leine genau aus diesem Grund so aggressiv verhalten würden.

Das war jedoch ein Irrglaube. Heute ist unter Fachleuten tatsächlich bekannt, dass die Leinenaggression völlig andere Ursachen hat, als man es früher annahm. Das Hundeportal Luckys-Welt beschreibt den Stand der Wissenschaft zur Leinenaggression sehr anschaulich. Schauen wir uns die Quintessenz daraus einmal an.

Der Hund erlebt im Alltag stets aufs Neue Dinge, die ihn massiv beschäftigen. Nehmen wir den Fall, dass sein Herrchen oder Frauchen mit ihm Gassi geht.

Auf einer knapp gehaltenen Wegfläche kommt dem Hundehalter mit seinem Hund nun ein anderer Hundehalter entgegen, der gleichfalls seinen Hund an der Leine führt. Das kann in angeleintem Zustand zu einem echten Problem werden. Hier entwickelt sich nämlich eine Situation, die dem natürlichen Verhalten der Hunde entgegen spricht.

Würden die Hunde bei dieser Begegnung frei laufen, dann würden beide Tiere wahrscheinlich zuerst voreinander stehen bleiben. Oder sie würden bogenförmig aneinander vorbei schleichen und sich dabei beäugen. Dieses Verhalten ist in einem angeleinten Zustand nicht in gleicher Weise umsetzbar.

Oftmals beobachten Experten, dass der Hundehalter die Leine in so einer Situation immer kürzer nimmt, um das Tier besser halten zu können oder um den direkten Kontakt zu vermeiden. In dem Fall passiert es, dass die beiden Hunde direkt aufeinander zu marschieren, was bedrohlich für den anderen Hund ist oder wirkt.

Meistens beobachtet der Halter dabei in dem Augenblick schon ein sogenanntes Drohfixieren. Die Hunde sehen sich an und das Herrchen oder Frauchen kann das Tier ab dem Augenblick nicht mehr ansprechen. Trotz des Drohens unterschreiten die Tiere weiterhin eine individuelle Distanz, sodass die Hunde keine Wahl haben, als so aggressiv an der Leine zu reagieren.

Was hilft dem Hund bei Leinenaggression?

Bei Leinenaggression ist die Forschung nach der tieferen Ursache sehr wichtig. Der Halter muss sich dabei grundlegende Fragen beantworten. Wichtig ist, ob ein anderes Tier den Hund schon einmal angegriffen oder verletzt hat und ob dieser schon von Anfang an dieses Verhalten zeigt.

Einen an der Leine aggressiven Hund umzuerziehen, erfordert einiges an Geduld und Zeit. Vor allem erfordert es auch Erziehung und Konsequenz. So sollten sich die Halter etwas ausdenken, das der Hund tun kann, statt an der Leine zu ziehen. Als Beispiel:

  • er könnte sich hinsetzen,
  • im Kreis drehen,
  • hinlegen
  • oder die Pfote geben.

Der Hund sollte das Kommando gern ausführen.

Die negativen Gefühle des Tieres umzudrehen, kann eine optimale Methode sein. Die Herrchen oder Frauchen brauchen unendlich viele Leckerlis und Schlüsselworte wie etwa „Hmm, das ist lecker“ oder „Schau mal hier“. Danach gilt es, Wege zu finden, die dem Hund genügend Ausweichmöglichkeiten geben, wo aber dennoch in der Ferne Hunde sind, beispielsweise in der Nähe von einer Hundewiese.

Wie so oft im Leben gilt auch hier das Motto: Übung macht den Meister. Alles will regelmäßig trainiert sein und es bedarf einiger geduldiger Anstrengungen beim Training mit deinem Hund.

(Titelbild: Tanja Ritter  / pixelio.de)

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