Nachgefragt…Nassfutter von Aldi

Heute geht es um Nassfutter von Aldi: Wie gesund ist dieses Hundefutter und eignet es sich als Hauptspeise für deinen vierbeinigen Freund? Um Genaueres über Nassfutter von Aldi zu erfahren, habe ich bei diesem Discounter nachgefragt und folgende Antworten erhalten.

Nassfutter von Aldi

Aldi hat ziemlich schnell auf meine Mail geantwortet und mir die Erlaubnis gegeben, ihre Antwort im Blog zu veröffentlichen:

Nassfutter in Ringpull-Dosen 1240g

In diesem Nassfutter sind 30 Prozent Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (z.B. Lunge, Herz, Leber u.a.) enthalten. Zitat der Mail: „In der Herstellung des Nassfutters werden generell verschiedene Tierarten verarbeitet. Handelt es sich jedoch um ein Produkt, dass eine besondere Tierart als Zutat hervorhebt, wie z.B. „Truthahn mit Gemüse“, dann liegt der Anteil an Truthahn bei mindestens 4%, obwohl er zwischen 4-20% schwanken kann“.

Das Anteil an Gemüse und Getreide variiert je nach Produkt zwischen 2 und 5 Prozent. Der Hersteller mischt zudem Vitamine und Mineralstoffe unter. Der Zuckeranteil liegt bei 0,1 Prozent.

Zitat der Mail: „Da Nassfutter im allgemeinen einen bedeutenden Wasseranteil aufweist, ist der Zusatz von Verdickungsmitteln zur Gewährung der Konsistenz aus technologischen Gründen nötig. Das Produkt enthält daher modifizierte Stärke, Xanthan (natürliches Verdickungsmittel, das auch zugelassen ist für Öko-Lebensmittel) und Guarkernmehl. Der Gesamtgehalt an Verdickungsmitteln liegt maximal beil 1,8%.“

Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel sind in diesem Nassfutter nicht enthalten.

Nassfutter von Aldi in Aluschalen Premium Qualität 300 g

Der Proteingehalt des Nassfutters in den Aluschalen ist höher als der in den oben genannten Dosen. Hier liegt der Anteil an Fleisch und tierischen Nebenprodukten bei 40 bis 60 Prozent.

Um den Proteingehalt weiter zu erhöhen, werden Proteinquellen aus Pflanzen, beispielsweise Bohnen, verwendet.

Die Anteile an Gemüse, Getreide, Zucker, Vitamine und Mineralien sind dieselben wie beim Nassfutter von Aldi in den Ringpull-Dosen. Ebenso werden Verdickungsmittel verwendet, wobei die Gesamtmenge lediglich 1,8 Prozent ausmacht. Als Verdickungsmittel werden Cassia Gum, Algarobba, Xanthan und Gurkenkernmehl benutzt.

Auch für das Nassfutter in Aluschalen werden weder Geschmacksverstärker noch Konservierungstoffe verwendet.

 

Zitat aus der Mail: „Generell deklariert der Hersteller, dass der Anteil an möglichen gentechnisch manipulierten Organismen in seinen Produkten unterhalb von 1% liegt. Darüberhinaus werden im Herstellungsprozess regelmäβig Kontrollen auf Pestizide und Schwermetalle durchgeführt“.

 

Weiterhin hat mir der Aldi-Mitarbeiter einen Link einer Webseite beigefügt, auf der man sich über Zusatzstoffe informieren kann: zusatzstoffe-online.de

Eigene Erfahrungen zu Barf und Aldi-Nassfutter

Emma, meine 2-jährige Hündin, war etwas wählerisch mit Futter, zumal sie lange Zeit wiederkehrende Magenprobleme hatte. Als Welpe ließ sie jedes Fertigfutter stehen, egal ob Trocken- oder Nassfutter. Also habe ich zunächst gekocht.

Der Grundgedanke von Barf gefiel mir: Es ist – vielleicht! – artgerechter und man weiß, was man füttert. Nun ja, weiß man das? Wo kommen die Tiere her? Wie viel Antibiotika haben sie bekommen? Womit wurden sie gefüttert? Man weiß es nur bedingt und ehrlich gesagt glaube ich nicht daran, dass mancher Barf-Hersteller ausschließlich Fleisch von glücklichen Tieren aus sogenannten Bio-Höfen verwendet. Wo sollen all diese Tiere herkommen? Dann müssten es zig neue Bio-Höfe mit glücklichen Tieren geben…nur mal so als Gedanke nebenbei…

Artgerecht – das ist die Frage. Der Hund stammt zwar vom Wolf ab, allerdings hat sich der Hund dem Menschen angeschlossen und wurde mit dem gefüttert, was Mensch für richtig hielt – oder mit dem, was übrig war. Man darf sich also weiterhin über artgerechte Ernährung bzgl. des Hundes streiten…

Zurück zu Emma: Sie fraß rohes Fleisch und das auch gerne, aber nur Hühnerbeine, -flügel und –krallen. Jedes andere rohe Fleisch ließ sie liegen. Fisch nur manchmal, Gemüse und Co. wurden sorgfältig aussortiert. Hatte ich Gemüse und Co. püriert, blieb das Futter halt stehen. Da kennt Emma nix.

So ging es also nicht weiter und damit hätte ich sie weder ausgewogen noch gesund ernährt. Barf ist somit für Emma nicht in Ordnung.

Bekommt sie Trockenfutter mit Getreide, sticht sie schon bald der Hafer. Also suchten und fanden wir ein Trockenfutter ohne Getreide und das frisst sie sogar sehr gerne.

Zudem kauften wir bei Aldi beide Nassfutter-Varianten. Warum auch immer, sie lässt das Nassfutter in den Ringpull-Dosen stehen. Das Nassfutter von Aldi in Aluschalen frisst sie sehr gerne, verträgt es sehr gut und seitdem sie das bekommt, leckt sie ihren Napf bis auf den letzten Krümel aus. Sie ist gesund, munter und fröhlich – und trotzdem suche ich weiter, denn ich möchte ein gesundes Hundefutter für Emma.

Zwischendurch, als Ausnahme, bekommt Emma mal eine Aluschale mit Nassfutter von Aldi. Schließlich essen auch wir ausnahmsweise mal Burger, Pizza, Pommes oder ähnlich Ungesundes und lassen es uns dennoch schmecken. Aber, es bleibt die Ausnahme der Regel, denn eine unausgewogene Ernährungsweise wirkt sich immer früher oder später auf die Gesundheit aus – bei Mensch und auch beim Hund.

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9 Kommentare

  • Keine Ahnung wie ich darauf kam, aber ich musste beim Lesen deines Beitrags just an Bramble, der 27jährigen Border-Collie-Hündin denken, Ihre Besitzerin hat sie 2jährig aus einem Tierheim geholt und fortan vegetarisch ernährt.
    Wie auch immer, es ist tatsächlich überdenkenswert, ob man sich sowie sein Haustier nach wie vor mit tierischen Erzeugnissen aus der Massentierhaltung ernährt.
    PS: Emma ist sehr intelligent. Ich hatte mit Selma – die ebenfalls mal einen Tag lang Emma hieß 😉 – eine ähnliche „Futterleidensgeschichte“ hinter mir, aber das nur nebenbei.

    • Von dieser Hündin habe ich gelesen. Ob nu eine vegetarische Ernährung für den Hund sinnvoll und gesund ist – das weiß ich nicht. Vielleicht findet sich ja doch einmal ein Experte auf dem Gebiet Hundeernährung.

      • Es war auch nur ein Gedanke, ich hätte auch an Max, Butch oder Bluey denken können, die allesamt mit großer Sicherheit nicht so ernährt wurden – und eben auch noch ein stückweit älter (lt. Guiness Buch). Lustigerweise gibt es dazu keinen deutschsprachigen Wiki-Artikel. Müsste man glatt mal Caronna fragen, der die meisten Hunde-Artikel in der Wiki geschrieben hat.

  • Eva

    Spannender Artikel, Marion!
    Einen Hund ganz vegetarisch zu ernähren, davon halte ich persönlich nichts. Andererseits habe ich auch mal gelesen, dass Hunde noch eher vegetarisch leben können, als Katzen. Bei Katzen soll es sogar tierschutzrelevant sein, bei Hunden nicht.

  • Die adäquate Ernährung eines Hundes hängt stark von seiner Rasse ab. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es einige Herdenschutzhunde, die vor allem in Gebirgsregionen verbreitet sind (Pyrenäen oder Kaukasus) und sich von Hause aus vornehmlich vegetarisch ernähren.

  • John Doe

    Hundefutter von RealNature kann ich empfehlen. Gibt es für unterwegs auch als Trockenfutter. Nicht gerade günstig aber wohl wenig Abfälle drin. Gibts ua bei Fressnapf.
    „Tierische Nebenerzeugnisse“ bezeichnet nicht nur Fleisch, Sehnen und Knochenabfälle (letztere geschreddert/gewolft) aus einem Röhrenofen (zur Keimabtötung, oft „Gammelfleisch“) sondern meist auch Urin schon wegen der Salze (Geschmacksverstärker) und Mineralien darin. Billigfutter enthalten zudem oft Industriefette die Hunde über die Haut absondern und somit im Fell landen. Wer mit frisch gewaschenen Händen einen derart ernährten Hund streichelt kennt den oft stinkenden Fettfilm auf seiner Haut.
    Alternativ gibt es Rindergehacktes (kurz in der Microwelle angegart) mit Haferflocken oä (Ballaststoffe), Rapsöl und etwas Vitamin/Mineralpulver. Abwechseln nach Geschmack auch gerne mal etwas Fisch (nur leicht geräuchert und ohne spitze Gräten, alternativ Lachs, passt auch in die meisten Hunde gut rein), rohes Gemüse wie Möhren oder mal eine mittelgroße Kartoffel nur gerieben und mit Rapsöl (kann der Körper sonst nicht aufnehmen). Gegartes Gemüse, teilweise auch mal Obst wie Banane, Apfel, Birne usw, KEINE stark Säurehaltigen. Dazu 1-2x/Woche ein frisches Ei untergerührt.
    Was der Hund tatsächlich frisst ist bei jedem Tier unterschiedlich. Vielfalt halte ich durchaus für Sinnvoll und wichtig, deshalb immer alles ausprobieren was reinpassen könnte und immer mal variieren. Dann bleibt die Verdauung/Stuhlgang auch stabil.
    Alle 2-3Monate mal frischen Blättermagen, 0,25Liter Malzbier (offen abstehen lassen/durchrühren wegen CO²) und immer auch mal Knochen mit Mark vom Fleischer, Ochsenziemer, Pansen getrocknet usw. Hundekekse als Leckerlies kann man selber Backen, das iNet ist voll mit Rezepten und man weiß was drin ist. Für kleinere Belohnungsmengen beim Training oder für zwischendurch einfach Trockenfutter für kleine Hunde besorgen oder Mini-Kekse backen. Nach dem Fressen von Pansen und anderen stinkenden Sachen Kekse mit Petersilie verfüttern, schafft frischen Atem. Meist liegt das aber am Zahnstein der mal wieder runter müsste. Zähneputzen lassen, 1x/Woche so richtig mit Bürste und bissl KinderZahncreme, kann man den meisten Hunden antrainieren. Zumindest soweit das sie stillhalten, lieben müssen sie das nicht unbedingt. Wenn die genug hartes Futter, Knochen usw bekommen und man regelmäßig Putzt spart man sich die Zahnsteinbehandlungskosten komplett und dem Hund die Narkose.
    Kein Schwein verfüttern bzw nur sehr wenig. Schwein hat hohe Schwefelbestandteile die Hunde mangels Schwitzen schlecht abbauen können. Das geht dann nur durch die Hautporen wieder raus und führt zu stinkendem Fell, besonders wenn das dann Nass wird.

    Meine Erfahrungen mit derart „gesund und ausgewogen“ ernährten Hunden sind neben gutem Allgemeinzustand, weniger Probleme bei Gelenkerkrankungen, kaum noch Absonderungen aus den Augen, saubere Ohren, weniger Kratzen weil die Haut nicht juckt, seidig-glänzendes Fell das nicht schmierig-fettig wird und auch nass nicht riecht/stinkt, nicht so Krankheitsanfällig, geringeres Krebsrisiko…
    Zu guter letzt: Baby/Kindershampoo ist meist deutlich günstiger als Tiershampoos und auch wenig/nicht Parfümiert. Auf den Hauttyp/Zustand des Hundes achten und passendes Kaufen. Gute Erfahrungen bei juckender/trockener Haut habe ich auch mit gewöhnlichem Head&Shoulders gemacht. Alle Shampoos immer sehr gründlich ausspülen.
    Viel Spaß mit euren Tieren.
    😉

    • Marion

      Wow, danke für den umfangreichen Beitrag!

      Wir haben mittlerweile die passende Ernährung für Emma gefunden. So ein bisschen nach dem „ABAM-Konzept“ :))
      Aldi-Futter holen wir nicht mehr.

      Danke nochmals.

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