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Zeit für eine Hundegeschichte: Über das Älterwerden

Eigentlich wollte ich heute einen Blogbeitrag schreiben, aber Emma schubste mich vom Stuhl und meinte: „Weg da! Heute bin ich nochmal dran und ich erzähle eine Hundegeschichte!“. Tja, was soll man da machen. Ich habe ihr den Bürostuhl überlassen und habe mir einen freien Tag gegönnt. Lest, was Emma zu sagen hat.

Wie die Zeit vergeht

9 Jahre ist es her, als mich meine Menschen entdeckten und mich mitnahmen. Ich weiß das nur deshalb, weil mich meine Menschin manchmal mit so einem melancholischen Blick anschaut und sagt: „Wie die Zeit vergeht“. Menschen sind ja oft komisch. Sie denken nach hinten oder nach vorne und vergessen dabei, sich im Hier und  Jetzt umzuschauen. Wir Hunde sind anders. Wir schauen auch nach hinten oder vorne, aber nur deshalb, weil da jetzt ein Artgenosse auftaucht oder ein Hase versucht, an uns ungesehen vorbeizuspringen. Nur manchmal denken wir auch nach vorne…wenn wir unsere Menschen in der Küche werkeln hören. Dann taucht der Gedanke an leckeres Futter auf, dass in wenigen Minuten in unseren Mägen landen könnte.

Meine Menschin sagte letztens zu einer Frau, dass ich mit 9 Jahren zu den Senioren gehöre. Ich habe keine Ahnung, was ein Senior ist. Ich fühle mich auch nicht anders, als vorher mit 8 Jahren. Aber Menschen müssen ja alles immer in Schubladen stecken. Na gut, was solls. Wenn meine Menschin mich nun Seniorin nennt, dann will ich mal nicht so sein. Irgendwas hat es auf jeden Fall mit dem Älterwerden zu tun.

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Spieglein, Spieglein … oder: Man, bin ich sexy!

Die Sache mit dem Altern ist ja auch so was, das Menschen schwer akzeptieren können. Da steht meine Menschin vorm Spiegel und betrachtet sich mit einem Gesicht, als hätte sie 101 Zitronen gegessen. „Moah, Falten! Und zugenommen habe ich auch!“ – das Zitronengesicht wird lang und länger. Ich stelle mich dazu und schaue ebenfalls in den Spiegel. Und was sehe ich? Eine super sexy Emma! Falten habe ich keine bekommen, aber ich bin auch nicht mehr so schlank, wie ich es als Junghündin war. Nur verstehe ich nicht, warum ich deshalb ein Zitronengesicht aufsetzen soll.

Wisst ihr, es gibt so viele Lebewesen, die ganz bestimmt gerne mit Bauch und meinetwegen auch mit Falten ihre Geschichte auf diesem Planeten weitererzählt hätten. Zum Beispiel meine Kumpels aus der Nachbarschaft. Alle weg. Sie sind alle in jungen Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen. Ich bin mir sicher, dass Caspar, Negro, Blanca und die anderen Kumpels nichts gegen einen Altersbauch gehabt hätten.

Was ist denn die Alternative zum Älterwerden? Jung sterben. Und das finde ich nicht so erstrebenswert. Also finde ich meinen Bauch sexy – und ob meine Menschin Bauch oder Falten hat, das ist mir völlig wurscht. Hauptsache sie geht noch lange mit mir jeden Tag spazieren, kuschelt mit mir und freut sich über meine Albernheiten. Und Hauptsache wir bleiben alle gesund. Dann macht das Leben Spaß.

9 Jahre und kein bisschen weise

Menschen behaupten, mit zunehmendem Alter würde man weiser werden. Ich fühle mich auch ganz schön schlau. Meine Menschin allerdings sagt manchmal zu mir: „Boh Emma, 9 Jahre und kein bisschen weise!“. Das sagt sie dann, wenn ich mich wie eine Junghündin benehme, Ohren auf Durchzug stelle und lustige Dinge mache.

Keine Ahnung, ob ich weise geworden bin. Ich weiß allerdings, dass ich einen Fan habe und der hält mich für super klug. Das ist mein Kumpel George, der noch nicht weise ist. Er ist nämlich noch ein Jungspund und macht mir fast alles nach. Für ihn bin ich die Heldin, die Alleswisserin, die gute Fee. Weil ich von ihm so hochgelobt werde, wachse ich stetig – naja, also, eher innerlich. Es tut jedenfalls sehr gut, so einen Fan zu haben.

Zeit zum Umdenken

Dem George flüstere ich oft eine Klugheit ins Ohr: „Sei fröhlich, renne durch Matsch, wälze dich in Aas und esse leckere Köstlichkeiten – das ist ein glückliches Leben!“. Und meine Menschin flüstert mir oft eine Klugheit ins Ohr: „Bleib gesund, munter und fröhlich und noch lange bei mir!“. Wir sind ganz schön klug oder?

Ihr Menschen sagt, unser Hundeleben sei zu kurz. Euer Menschenleben ist zwar länger als unseres, aber wir können unser Leben viel mehr genießen als ihr – zumindest wenn wir das Glück haben, ein schönes Zuhause zu haben. Ich gehe mal davon aus, dass auch ihr ein schönes Zuhause habt. Ihr habt Hunde, mit denen ihr kuscheln und durch die Natur wandeln könnt. Ihr habt genug leckere Köstlichkeiten auf euren Tellern. Und wenn ihr wollt, könnt ihr durch Matsch rennen und euch in Aas wälzen.

Bei all diesem Glück solltet ihr wirklich aufhören, Zitronengesichter zu ziehen. Ihr haltet uns so häufig im Blick, aber das Wahre seht ihr nicht. Beobachtet uns und macht es uns nach. Wir Hunde freuen uns jeden Tag erneut, wenn ihr unsere Näpfe füllt. Wir gehen täglich gerne mit euch spazieren. Wir entdecken immer wieder Sachen, die wir hochinteressant finden. Zum Beispiel haben wir bei jedem Kaninchen Lust, auf die Pirsch zu gehen, obwohl wir schon 101 Kaninchen gesehen haben. Wir freuen uns sogar jedes Mal auf euch, wenn ihr wieder nach Hause kommt – auch wenn ihr uns täglich alleine lasst.

Also, warum fühlt ihr euch beim Anblick im Spiegel so, als hättet ihr in zig Zitronen gebissen? Warum verschwendet ihr eure Zeit damit, euren Körper auf vermeintliche Makel abzusuchen? Und warum genießt ihr nicht einfach eure Lebenszeit?

Und jetzt schubst mich meine Menschin vom Stuhl, weil sie wieder an den Rechner will. Bevor sie ein Zitronengesicht aufsetzt, werde ich mal den Platz für sie freimachen. Ich hoffe, meine klugen Sätze haben euch zum Umdenken und Umfühlen bewegt.

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