Die Geschichte von Emma und Milo

Die Geschichte von Emma und Milo begann mit der Geschichte von Milo. Jetzt geht diese Story weiter und bisher läuft alles so harmonisch, dass es schon fast unheimlich (schön) ist.

Milo lebt sich ein

Nach und nach lebte Milo sich ein und als er ungefähr eine Woche bei uns wohnte, war er kein Fremder mehr. Nun hatte er sich an ein paar unserer Routinen gewöhnt. So freut er sich mittlerweile morgens auf die Spaziergänge. Sobald Emma aufspringt, weil ich mich anziehe, steht auch er auf und steht freudig wedelnd da.

Bei den Spaziergängen lernte er schnell: Da ist ne Frau, die Wurstwürfel in der Tasche hat. Dadurch dauerte es nicht lange und er schaute von selbst, dass er den Anschluss nicht verpasst, wenn er freilaufen kann.

Im Garten kennt er sich jetzt richtig gut aus. Milo hat ja Grauen Star und sieht nicht mehr viel. Im Garten bewegt er sich fast so, als würde er gesunde Augen haben.

Sitzen wir abends im Garten und ihm wird es zu kalt, geht er zur Treppe und stellt sich wartend davor. Wir heben ihn rein, er kuschelt sich in sein Bett und wir können im Garten bleiben.

Und: Allmählich kommt die alberne Podenco-Seite zum Vorschein. Manchmal wälzt er sich auf dem Rücken hin und her und macht dabei ein albernes Gesicht und lustige Geräusche. Auch auf meine Art mit Hunden zu spielen reagiert er mittlerweile. Zum Beispiel beuge ich mich ein wenig nach vorne und mache eine zackige Bewegung. Die Hunde, die das kennen, rennen dann vergnügt eine kleine Runde, kommen zurück und warten darauf, dass ich das Spiel wiederhole. Eines Abends – es war der 21. Dezember 18 – machte ich das mit Milo und uiii, er machte mit. Er überrascht und momentan immer wieder. Und Emma ebenso.

Emma, die Beschützerin und Animateurin

Emma beschützt Milo vor anderen Hunden. Bremst Hunde aus, die zu schnell ankommen oder jagt bellende Hunde von dannen. Aber sie versucht auch Milo zum Spiel zu animieren. Noch geht Milo nicht darauf ein. Es würde mich aber mittlerweile nicht mehr wundern, wenn das eines Tages passiert.

An einem Abend saß ich mit meiner Nachbarin draußen. Milo lag auf einer Decke. Auf einmal legte Emma sich direkt vor Milo und tat das, was sie täglich mit unserem Lucky tat. Als Emma zu uns kam, lebten noch unsere beiden Senioren-Hunde Kimba und Lucky und ihn hat Emma sehr geliebt. Sie wurde also da vorm Milo ganz weich – weiche Haltung, weicher Blick. Streckte ihre Pfoten aus und berührte Milo ganz sanft. Dann wurde er zwischendurch einmal kurz an der Nase geleckt und das Pfotenspiel begann von vorne. Das ist Emmas Art zu sagen: „Ich mag dich“.

Der Schreck und ein Tierarztbesuch

Irgendwann, ich weiß den Tag nicht mehr, verlor Milo drinnen ein paar Tropfen. Wir dachten, das sei Pipi. Ich nahm extra ein weißes Papiertuch und wischte die Tropfen auf. Oh Schreck, es war ein bisschen Blut dabei. Ich machte den Fehler und fragte Doktor Google nach der Ursache. Natürlich fand ich ganz schlimme Dinge und hoffte sehr, dass bei Milo eine harmlose Ursache dahinter stand.
Unsere Tierärztin Deborah sagte, wir sollten Ultraschall machen lassen, denn es könnte zum Beispiel etwas mit der Prostata sein.

Dazu mussten wir zu einem anderen Tierarzt. Dort stellte sich Gott sei Dank tatsächlich heraus, dass es nichts Schlimmes ist: In der Prostata befindet sich eine kleine Zyste. Wohl nichts Ungewöhnliches, denn das kann sich sowohl bei jungen als auch bei älteren unkastrierten Hunden bilden und kommt wohl recht häufig vor. Bei jungen Rüden würde man sie operativ entfernen und/ oder kastrieren. Für Milo kommt aber eine Narkose nicht mehr in Frage. Durch diese kleine Zyste ist die Prostata leicht vergrößert. Nicht schlimm, alles nur minimal. Es gibt dagegen ein Medikament, das die Zyste schrumpfen und damit die Prostata verkleinern lässt.

Wir waren erleichtert und zudem konnte mittels Sonografie gesehen werden, dass auch die Nieren gesund sind und kein Harngrieß vorhanden ist.

Spenden für Milo

Nicht nur Milo sorgt immer wieder dafür, dass wir uns wundern. Auch einige Menschen haben uns sprachlos gemacht. Für Milo wurde einiges gespendet. Bei allen habe ich mich natürlich bereits bedankt, aber an dieser Stelle möchte ich nochmal meinen ganz herzlichen Dank aussprechen.

Vielen Dank:

  • Uli Hoffman – für die Geldspende, von der ich Milos erste Futterbestellung bei Zooplus machte. Und vielen Dank für das Paket mit Mantel und Geschirr von deinem geliebten und leider verstorbenen Rusty. Zudem befanden sich im Paket pflanzliche Mittel für die Gelenke und Knochen sowie Leckerlis und Milchreis.
  • Karin– für den Joggerwagen für Milo, der ermöglichen wird, Milo auch bei langen Spaziergängen mitzunehmen und ihm mehr von der Gegend zeigen. Danke auch für deine Mühe, dieses Teil zu verpacken. Das war ja, wie ich weiß, gar nicht so einfach. Zudem möchte ich mich bei der Person bedanken, die sich an den Portokosten beteiligt hat. Der Joggerwagen wurde von Karin für Püps angeschafft. Leider konnte Püps diesen tollen Wagen nicht lange genießen. Sie ist mittlerweile über die Regenbogenbrücke gegangen. Den Wagen zeige ich euch weiter unten – ein Fotos mit Püps. Im Moment (29.12.18) hängt der Jogger nämlich noch bei der DHL Spanien. Es gab Probleme mit der Auslieferung und nach schriftlicher Kontaktaufnahme und Telefonaten hoffen wir, dass DHL sein Wort hält und in den nächsten 10 Tagen liefert.
  • Christiane und Wolfgang Herrmann – für eure Geldspende, die ich für die Sonografie verwendet habe.
  • Maite und Michi – für die zweite Futterbestellung für Milo, für euren Einsatz als Tierarzt-Taxi und für euer Angebot, falls Hilfe notwendig ist, dass wir uns bei euch melden können.
  • Marion Feldmann –  für Näpfe, Halsband und Decke
  • Alexandra Tiedtke – für den gefütterten Hundemantel.

Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Es war und ist für uns sehr berührend und unglaublich, dass so viel für Milo gespendet wurde.

Sobald der Joggerwagen und der Hundemantel von Alexandra angekommen sind, werde ich Fotos mit Milo machen und im nächsten Blogbericht zeigen.

Milo – nun ist er kein Fremder mehr

29. Dezember 2018 – Nun ist Milo rund zwei Wochen bei uns und kein Fremder mehr. Er verhält sich hier wie in seinem Zuhause, kennt sich im Garten bestens aus und fühlt sich jetzt so sicher, dass er auch dort mal eine Siesta hält.

Bei den Spaziergängen tat sich auch was, denn seit drei Tagen läuft Milo locker trabend schon 2 km morgens mit. Das klingt nicht viel, aber wenn ihr gesehen hätte, wie er in den ersten Tagen ging – das hätten wir wirklich nicht erwartet. Am Anfang kamen wir im Gänseschritt vorwärts und nur ca. 500 Meter – meistens eher weniger. Milo war total steif, konnte auch seinen Kopf nicht richtig anheben. Er schlich mehr als er ging, gaaaaanz langsam und wie ein uralter Hund. Das besserte sich von Tag zu Tag.

Irgendwann fing er sehr kurze Stückchen an zu traben, so typisch Podenco mit federndem Gang. Diese Woche hatten wir einfach Lust auf einen längeren Spaziergang und das gemeinsam. Es war der 1. Weihnachtstag. Mehr als 1 km ging noch nicht. Also überlegten wir, ob wir Milo Zuhause lassen und mit Emma eine weite Strecke laufen. Nun ja, Milo legt sich drinnen hin und döst oder schläft. Alleine bleiben ist nicht das Problem. Aber für den Anfang direkt 1 1/2 Stunden oder mehr? Nö, das ist ja blöd. Also wurde der Fahrrad-Anhänger von Emma rausgekramt. Der lässt sich nicht ohne Fahrrad schieben oder ziehen.

Bei uns geht es erstmal bergauf und als Emma wegen Beinbruch nicht laufen konnte, habe ich versucht das Teil samt Emma und Rad zu schieben. Uff, das habe ich nicht gepackt. Aber Gerd wollte es mit Milo probieren.

Milo macht alles mit, blieb auch brav sitzen oder liegen und ließ sich kutschieren. Gerd hatte allerdings Mühe, schob und fuhr abwechselnd.

Da es alles andere als entspannend war, parkten wir Rad mit Hänger und spazierten ohne Gefährt weiter. Wurde dann halt nicht so ein langer Spaziergang wie geplant, aber schön war es trotzdem.

Am nächsten Morgen die nächste Überraschung: Milo lief locker 2 km. Jetzt ist die Morgenrunde also schon ein ganzes Stück größer als noch vor zwei Wochen. Je fitter Milo wird, desto mehr kommt aber auch der Podenco durch. Freilauf ist jetzt wohl gar nicht mehr oder nur noch höchst selten möglich. Er ist halt ein Jagdhund und die Nase hängt entweder am Boden oder hoch in der Luft. Da er grauen Star hat und nicht mehr viel sieht, wäre ein Losspurten für ihn vielleicht das Ende. Hier geht es nämlich überall bergauf und bergab, es ist steinig und felsig und es gibt genug Abhänge. Deshalb bleibt nun die Leine am Hund. Es scheint ihm aber trotzdem zu gefallen…und zwischendurch wird perfekt um ein Leckerli gebittet.

Emma ist weiterhin Emma und das freut uns sehr. Wir haben die Hunde einfach machen lassen und heimlich beobachtet. Es bestand auch gar kein Grund zum Regeln oder Eingreifen. Emma spielt Milo zwischendurch an, bringt ihm im Garten Geschenke – zum Beispiel ihr heiliges und selbst gefundenes Ziegenhorn. Milo weiß damit aber nichts anzufangen, steht aber nun manchmal bereits freundlich wedelnd da, wenn er wieder ein Geschenk vor die Pfoten geworfen bekommt. Auch legt Emma sich immer öfter im Garten direkt neben Milo, pfötelt sanft mit ihm.
Drinnen läuft es ebenfalls sehr friedlich, freundlich und harmonisch ab. Sie lassen sich gegenseitig genug Raum, bedrängen aneinander nicht.

Und hier noch ein paar Fotos von dieser Woche:

Nun wünschen wir Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund, munter und fröhlich!

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