Ernährung für Hunde mit Nierenproblemen

Hund Niereninsuffizienz

Bei einer Niereninsuffizienz oder einer anderen Nierenerkrankung beim Hund ist eine spezielle Ernährung erforderlich. Wie die Nierendiät für deinen Hund aussehen kann, wird folgend aufgeführt. Zu den häufigen Nierenkrankheiten beim Hund gehören eine Nierenschwäche sowie Harnsteine.

Die Nieren und ihre Aufgaben

Die Nieren erfüllen verschiedene Aufgaben des Stoffwechsels. Sie sind wichtige Ausscheidungsorgane, die für die Harnbildung sorgen und den Elektrolyt- und Wasserhaushalt kontrollieren. Außerdem spielen sie eine relevante Rolle beim Säure-Basen-Haushalt. Darüber hinaus regulieren sie die Konzentration des Salzes und sie führen die Stoffwechselprodukte über die Harnwege ab.

Die Nieren sind ziemlich robust und kompensieren vieles. Dadurch zeigen sich Funktionsstörungen der Nieren jedoch relativ spät.

Nierenschwäche beim Hund

Die Nierenschwäche wird auch als chronische Niereninsuffizienz bezeichnet. Die Funktionsfähigkeit lässt bei diesem fortschreitenden Vorgang immer mehr nach und leider lässt sich dieser Prozess nicht aufhalten. Dabei verändert sich die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten und das kann schwerwiegende Folgen haben. Eine Nierendiät ist sehr wichtig, weil sie die nachlassende Leistung etwas abpuffern kann.

Nierendiät bei chronischer Niereninsuffizienz

Ohne eine Nierendiät wird es deinem Hund schlechter gehen. Zudem verkürzt sich die Lebenszeit. Mit der richtigen Ernährung ist es möglich, dass die Nierenschwäche langsamer fortschreitet.

Wichtig ist die Reduzierung von Phosphor und Eiweiß. Proteine (Eiweiße) werden im Körper zu Harnstoff abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Zu viel Eiweiß belastet die geschwächten Nieren. Das Eiweiß sollte außerdem sehr hochwertig sein.

Tabu sind:

Lunge, Innereien, Ohren, Ochsenziemer, Sehnen und Knorpel sind für Hunde mit chronischer Niereninsuffizienz tabu.

Da du Phosphor reduzieren musst, solltest du mageres Fleisch), Innereien, Fisch, Vollkornprodukte und Eigelb nicht füttern. Unterstützend kannst du einen Phosphatbinder geben.

Siehe auch:   Giftige Lebensmittel für Hunde

Haferflocken bitte weglassen, weil sie viel Phosphor und Eiweiß enthalten. Ebenso keine Hülsenfrüchte, aufgrund des hohen Gehalts an Phosphor.

Worauf sonst noch achten?

Möchtest du das Hundefutter selbst zubereiten, dann strecke es mit Süßkartoffeln oder einem anderen stärkehaltigen Gemüse. Achte daraus, dass dein Hund mit genügend Vitamin A und B-Vitaminen versorgt wird. Der Bedarf an diesen Vitaminen ist  meistens erhöht, weil es durch die Nierenfunktionsstörung häufig zu einem erhöhten Verlust kommt. Des Weiteren besteht im fortgeschrittenen Verlauf in der Regel auch ein erhöhter Bedarf an Eisen und Vitamin D.

Wie kann eine Nierendiät aussehen?

Weil du bei einem nierenkranken Hund den Fleischanteil reduzieren musst, ist es wichtig, dass er dennoch die notwendigen Kalorien bekommt. Den Fettanteil im Futter kannst du durch fettreiche Fleischsorten wie Muskelfleisch zwar erhöhen, aber nur teilweise. Denn: Erhöhst du den Fettgehalt zu sehr, wird sich das negativ auf die Bauchspeicheldrüse auswirken!!

Deshalb sind Kohlenhydrate die beste Wahl als Energieträger. Reis, Nudeln und Kartoffeln liefern deinem Hund viel Energie. Damit sie gut verdaulich sind, solltest du sie weichkochen.

Hinweis an die Barfer: Bei der Rohfütterung von Fleisch hast du immer mit einer höheren Keimbelastung zu tun. Das ist für einen gesunden Hund in der Regel kein Problem. Bei einem Hund mit einer Nierenerkrankung stellt rohes Fleisch jedoch eine höhere Belastung für die Nieren (und die Leber) war. Möchtest du unbedingt weiter barfen, dann überbrühe das rohe Fleisch mit kochend heißem Wasser.

Was darf ins selbstgekochte Hundefutter?

Du kannst ein hochwertiges Nassfutter für deinen Hund verwenden. Falls du jedoch selbst kochen möchtest, dann kannst du diese Zutaten verwenden:

  • Leicht verdauliches Fleisch wie Muskelfleisch mit einem Fettanteil von mindestens 15 Prozent (der Phosphorgehalt ist umso geringer, je höher der Fettgehalt ist). Geeignet sind beispielsweise Putenfleisch, Hühnerfleisch, Gänsefleisch oder Entenfleisch mit Haut; Rinderhackfleisch, Rinderbrust sowie fettere Fleischabschnitte von Schaf oder Lamm.
  • Eier (vor allem Eiweiß und kein Eigelb), Hüttenkäse und Quark sind ebenfalls hochverdauliche Proteine mit einem niedrigen Phosphorgehalt.
  • Fisch nur selten, da Fisch viel Phosphor enthält.
  • Weichgekocht: Süßkartoffeln, Kartoffeln, Reis oder Nudeln
  • Zucchini, Karotten, Gurken und Salate
  • Sonnenblumenöl, Hanföl, Distelöl oder ein anderes pflanzliches Öl sowie Algenöl (für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren)
  • Passende Ergänzung für die Vitamin- und Mineralstoffversorgung (bitte auf reduzierten Anteil an Phosphor achten)
Siehe auch:   Gestörte Darmflora beim Hund

 

Tipp: Falls dein Hund – wie meine Emma – nicht gerne Gemüse isst, dann kannst du das (gekochte) Gemüse kurz in Schweineschmalz oder Butter anbraten. Dann riecht und schmeckt es besser. Gekochtes Gemüse ist übrigens für Hunde generell besser verdaulich und gerade für empfindliche Hunde besser verträglich.

 

Wichtig ist zudem, dass dein Hund genügend trinkt. Ein nierenkranker Hund benötigt mehr Wasser als ein gesunder Hund

Und verteile die Tagesration auf 3 bis 4 kleinere Mahlzeiten.

 

Falls du dir unsicher bist, ob du deinen Hund mit Nierenproblemen richtig ernährst, kann ein Fütterungs-Check sinnvoll sein. Dabei analysiere ich die aktuelle Ernährung deines Hundes und helfe dir dabei, mögliche Zusammenhänge zu erkennen und sinnvolle Anpassungen zu finden.

Hund Ernährungsberatung

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