Emmas Mitbewohner: Erst Paula und nun George

Als wir Anfang Oktober von unserer Sommertour zurückkehrten, „mussten“ wir wieder einem Tier helfen. Eine kleine Katze wohnte bis Ende Dezember bei uns, die wir jedoch weiter vermittelten. Und seit Mitte Dezember wohnt der George bei uns. Ein wunderbarer Junghund, den wir uns aussuchten und der bei uns bleiben wird.

Ein klägliches Mauzen da draußen

Anfang Oktober kamen wir von unserer Sommertour nach Hause, als wir ein jämmerliches Mauzen hörten. Da hier immer mal wieder „neue“ Katzen rumlaufen, haben wir das zunächst nicht großartig beachtet. Außerdem wollten wir nicht noch einmal eine Katze haben, eben weil wir über den Sommer ein paar Monate durch die Lande reisen. Damals wollten wir einen sehr jungen Kater ans Reisen gewöhnen, aber der fand Autofahren schrecklich und hat seine Einstellung dazu auch nie geändert.

Das jämmerliche Mauzen hörte nicht auf. Wir hielten mal Ausschau, fanden die Katze jedoch nicht. Auch hörten wir nachts, wie sich Katzen prügelten und einer der Beteiligten ziemlich schrie. Wir dachten, es seien Kater, aber irgendwie klang die Prügelei anders. Nach ein paar Tagen entdeckte Emma die Katze, die vor Emma auf einen Baum flüchtete.

Ich zeigte meinem Mann das Foto und er marschierte direkt los, stellte sich unter den Baum und rief die Katze. Das Tiger-Tier kam daraufhin zu ihm, warf seinen Motor an und schnurrte ihm um die Beine. Der Bauch der kleinen Katze wirkte eingefallen. Sie hatte mächtig Hunger. Da wir kein Katzenfutter Zuhause hatten, gabs erstmal Nassfutter für Hunde und das wurde ratzfatz verspeist.

Die Katze blieb auf dem eingezäunten Grundstück direkt neben uns. Sie wurde fortan von uns gefüttert, aber wir waren noch nicht sicher, was wir mit ihr machen sollten. In Spanien eine Katze zu vermitteln ist nicht nur schwierig, sondern schwieriger als schwierig. Die Katze einfach zu missachten funktionierte für uns nicht. Sie fraß nur dann, wenn einer von uns dabei war, wobei sie von Anfang an meinen Mann bevorzugte. Auf diesem Grundstück konnte sie aber auch nicht bleiben, denn irgendwann kommen die Menschen wieder, die die Hälfte davon gepachtet haben. Und die haben zwei Hunde, die keine Katzen mögen.

Emma ist mit einem Kater aufgewachsen und die Beiden waren dicke Freunde. Sie fand alle Katzen jahrelang toll, bis eine hinterhältige Katze unter einem Auto hervor schoss, an dem wir vorbei gingen. Sie schlug ein paar Mal kraftvoll zu und seitdem sind Katzen für Emma Monster, die verjagt werden müssen.

Tja und nu? Tierschutzvereine um Hilfe zu bitten ist sinnlos, denn die haben hier immer mehr als genug Tiere. Also wollten wir versuchen, Hund und Katze aneinander zu gewöhnen.

Hund und Katze: Paula zieht ein

Paula, so tauften wir die Katze, einfach ins Haus zu tragen, wäre eine ziemlich doofe Idee gewesen, denn Emma hätte sie zum Teufel gejagt. So holten wir die Stoffbox hervor, die wir schon für Lily und auch für Milo benutzt hatten. Paula stand neugierig daneben und ging von selbst in die Box. Türe zu, Paula blieb weiterhin entspannt. Damit trugen wir sie ins Haus – und Emma bellte sofort aufgeregt und nicht erfreut los. Fand die Katze natürlich weniger gut, aber sie blieb sitzen, tobte nicht herum, sondern fauchte nur.

Nach einer Weile haben wir die Box geöffnet. Emma hatten wir angeleint, aber das ist für Emma eher blöd. Sie war angeleint, als sie vom Hund gebissen wurde und sie war angeleint, als sie von der Katze attackiert wurde. Da ist die Leine eher kontraproduktiv. Also ließen wir sie nach kurzer Zeit frei, hielten dabei beide Tiere im Blick.

Sie waren natürlich noch keine Freunde. Paula blieb im Schlafzimmer. Da wir mit Absicht keine Zimmertüren haben, hätte Emma jederzeit Paula jagen können. Tat sie aber nicht. Die Box als Barriere reichte für sie aus, um davor stehen zu bleiben. Somit hatte die Katze einen Rückzugsort und den fand sie auch weiterhin dufte. Sie lag gerne auf der Stoffbox oder auf der Fensterbank und ebenso gerne im Bett.

Nach und nach ein Team werden

Im Laufe der Zeit wurden die Beiden ein gutes Team. Paula lebte von sich aus die ersten zwei-drei Wochen im Schlafzimmer. Aber eines Tages nutzte sie wie selbstverständlich den ganzen Wohnraum. Endlich hatte sie gemerkt, dass Emma ihr nichts tat.

Wie wir feststellten, wollte Paula gar nicht raus, sondern lieber nur im Haus bleiben. Also wurde sie zur Hauskatze. Es klappte alles wunderbar, doch leider hatte sie große Probleme mit dem Autofahren. Da wir im Sommer immer ein paar Monate mit Wohnmobil unterwegs sind, wollten wir sie ans Reisen gewöhnen. Wir kauften ein Sicherheitsgeschirr für Katzen und machten die ersten Mini-Touren zur ca. 25 km entfernten Küste. Es war jedes Mal Stress pur für Paula. Sie pinkelte, kotzte und kackte – sorry. Zuerst in die Box, aber da sie schon die Box als Stress empfand, ließen wir das weg und sie konnte sich hinten im WoMo aussuchen, wo sie am liebsten mitfährt.

Half aber auch nicht, denn dann waren unsere Betten voller Exkremente, sodass wir jedes Mal zum Waschsalon fahren mussten, um Kissen, Decken und Co zu reinigen.

Letztlich entschieden wir genau aus diesem Grund, dass wir für Paula ein Zuhause finden müssen. Gott sei Dank hat sich das sehr schnell gefunden. Paula zog an Weihnachten zu einer Spanierin in Aguilas. Sie wollte nicht, dass ihr Kater alleine bleibt, denn zuvor lebte er bereits mit einer Katze zusammen. Sollte es mit Kater und Paula klappen, würde Paula dort bleiben. Am vierten Tag kam die Meldung, dass alles bestens läuft, Kater und Katze aus einem Napf fressen und bei der Frau im Bett schlafen. Wir bekamen ein wunderschönes Video zugesendet: Paula wurde vom Kater ganz liebevoll abgeleckt. Besser kann es nicht laufen.

Wir waren zwar froh, dass Paula ein schönes Zuhause fand, aber auch traurig. Die Kleene hatte sich nämlich ziemlich schnell in unsere Herzen geschlichen. Aber dort ist sie viel besser aufgehoben als bei uns.

George – ein cooler Typ

Wie ihr ja mitbekommen habt, wollte ich gerne wieder einen Hund zu Emma aufnehmen. Leider hat es mit Filou aus Frankreich nicht funktioniert. Da ich seitdem meine Nase in zig Hundefellen gesteckt habe und keine allergische Reaktion hatte glaube ich, dass es an Filous Hauterkrankung lag – oder was immer dahinter steckte. Ich weiß nur, dass Filou jetzt in Deutschland bei einer Frau und mit einem anderen Rüden zusammenlebt. Ob er medizinisch behandelt wurde und was er genau hatte, das wurde mir bisher leider nicht mitgeteilt.

So nahm ich innerlich Abschied von Filou und schaute bei einem kleinen Tierschutzverein namens Chance nach Hunden. Den Verein stelle ich euch bald noch genauer vor. Nikki und Lucas, die den Verein betreiben, kannte ich bereits und sie haben auch die Spenden erhalten, die wir damals für unseren Milo bekamen. Die Beiden sind einfach klasse und geben alles, um sich um ihre Pfleglinge zu kümmern.

Besonders gut finde ich auch, dass sie auf ihrer Facebook-Seite sehr oft und jede Woche mehrmals Fotos und Videos der Hunde einstellen. So hat man als Interessent die Möglichkeit, sich ein umfassenderes Bild der Tiere zu machen. Dadurch bekam ich mit, dass Nikki und Lucas im Oktober 2019 eine Hündin mit ihren vier Jungen aufnahm. Die Hündin lebte im Campo und hat dort auch ihre Welpen geboren.

Fortan beobachtete ich die vier Buben. Auch die Mama gefiel mir vom Charakter ausgesprochen gut, aber zu Emma wollte ich doch lieber einen Rüden nehmen. Alle vier Brüder waren und sind klasse. Ruhiger Charakter, sie wirken ausgeglichen und sehr sehr freundlich – so wie ihre Mutter. Aber George stach mir ins Auge, denn er war der Ruhigste der Bande. Und das bestätigten dann auch Nikki und Lucas.

Also machten wir ein Meet and Greet aus und sollte Emma George akzeptieren, sollte George zunächst zur Probe bei uns wohnen. Das passierte dann am 18. Dezember, nachdem George alle Impfungen erhalten hatte.

George kam, sah und blieb

Es lief – einfach spitze. George wurde zu uns gebracht. Zuerst saß er wenige Minuten im Garten in einer Ecke und schaute sich alles an. Emma fand ihn direkt dufte und umgekehrt war es genauso. Die Beiden haben sich auf Anhieb gut verstanden und fingen auch sehr schnell an zu spielen.

George wirkte schon am ersten Tag so, als wäre er immer bei uns gewesen. Und das haben wir und hat er garantiert Nikki und Lucas zu verdanken, denn sie sorgen dafür, dass die Hunde alles Mögliche kennenlernen, das für sie im späteren Zuhause wichtig ist. Und es war auch ein großes Glück, dass die Mutterhündin so einen tollen Charakter vererbt hat. Nach drei Tagen entschieden wir, dass George bleibt. Er hat sich übrigens auch mit Paula bestens verstanden und Paula hat George sofort akzeptiert.

Erste Autofahrt, erster Spaziergang, erste Fahrt mit dem Wohnmobil

Zieht ein junger Hund ein, gibt es viele erste Male. Da ich aufgrund einiger Nachbarhunde, die nicht mit Artgenossen verträglich sind und hier immer wieder frei herumlaufen, für jeden Spaziergang mit dem Auto losfahre, musste George sich daran gewöhnen. Ich habe mich im Internet nach einer Kofferraumwanne umgeschaut. Für meinen alten Saxo gab es die aber nicht – die Firma wäre jedoch zu mir gekommen und hätte eine Wanne maßangefertigt, würde ich in Deutschland wohnen. Damit die Hunde bequem liegen oder sitzen und ich nicht jedes Mal mein Auto putzen muss, wenn sie nach dem Strandbesuch mit nassem Fell ins Auto hüpfen, habe ich für sie eine gepolsterte Schondecke gekauft.

George hat sich sehr schnell ans Autofahren gewöhnt. Und auch die Spaziergänge gefielen ihm schon nach kurzer Zeit sehr gut. Beim ersten Spaziergang ist er allerdings erst einmal in den Sitzstreik getreten:

Aber schon am zweiten Tag lief er mit, ohne zu streiken. Und weil er so was von lernwillig und lernbegierig ist, läuft er schon lange ohne Leine mit. Die Spaziergänge mit Emma und George machen mir große Freude. Es ist wirklich ein Traumpaar.

Ja und das Wohnmobil – irgendwie mussten wir ihn daran gar nicht gewöhnen. Er hat sich den Platz hinter Emma ausgesucht, die ja vorne zwischen uns sitzt. Von der ersten Fahrt an schläft er nach spätestens fünf Minuten ein – und schläft einfach solange, bis wir das Ziel erreicht haben. Wir sind mit unseren Freunden auch schon in einem Vogelschutzgebiet gewesen. Die Fahrt dahin dauerte ungefähr zwei Stunden. George hat einfach zwei Stunden geschlafen.

Wir freuen uns jeden Tag darüber, dass Emma und George bei und mit uns leben. Ich könnte jetzt noch sooo viel erzählen, aber dann würde aus diesem eh schon langen Blogartikel ein Buch werden. Zu George kann ich noch sagen: Er ist jetzt ungefähr ein halbes Jahr jung, hat bisher überhaupt keine Jagdlust, lernt sehr gerne und sehr schnell, ist in Emma verliebt, hat manchmal Unfug im Kopf, wird gerne bekuschelt, frisst langsam und genussvoll, liebt Picknick während der Spaziergänge, mag Wasser nur im Napf und nicht unter seinen Pfoten, bellt wenig, ist manchmal ein kleiner Tollpatsch.

Er ist anders als Emma und dennoch in manchen Dingen gleich. Sie ergänzen sich und seltsamerweise schaut er sich von Emma all die „guten“ Verhaltensweisen ab und ignoriert die „nicht so guten“ – Bewertung ist eigentlich sinnbefreit, denn das ist ja so ein Menschending. Umgedreht ahmt Emma nicht den Unfug von George nach, sondern schaut mich dann so an wie: „Ach jaaa, die Jugend von heute“.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.