Collie

Der Langhaar-Collie stammt aus Großbritannien und ist als eigenständige Hunderasse vom FCI anerkannt. Er ist der FCI-Gruppe 1(Hütehunde und Treibhunde) und der Sektion 1 (Schäferhunde) zugeordnet. Neben dem britischen Typ gibt es noch den amerikanischen Typ.

Geschichte

Die Geschichte des Collies beginnt in Schottland. Es konnte nachgewiesen werden, dass Schäfer im dreizehnten Jahrhundert Hunde zum Hüten ihrer Schafherden in den Hochmooren verwendeten. Diese Schafe wurden als Colleys bezeichnet. Dementsprechend nannte man die schottischen Schäferhunde Colley Dogs.

Wahrscheinlich entstanden die Colley Dogs aus einer Kreuzung des Spitzes und des Herdenschutzhundes. Diese Herdenschutzhunde begleiteten die römischen Truppen und es wird davon ausgegangen, dass diese Hunde sich mit dem Spitz verpaarten, der in den Hochalpen zuhause war. Dies ist allerdings lediglich eine Vermutung, die sich auf Funde stützt.

Collies wurden später, im neunzehnten Jahrhundert, beliebte Hunde des Adels. Dies fing mit Königin  Victoria an, die bei einem Aufenthalt in Schottland Collies kennenlernte und sich in diese Hunde verliebte. Ihre Hündin Gypsy wurde bekannt und nach ihrem Tod bekam sie ein Grab auf Schloss Windsor. Weil Königin Victoria Collies gerne verschenkte, besaßen einige Königshäuser und Diplomaten diese Hunde.

In England wurde 1840 der Collie Club gegründet. 1858 wurde der Collie als Rasse anerkannt. Auf der Dog Show in Birmingham wurde der Collie 1861 das erste Mal ausgestellt. Ein erster Rassestandard wurde im Jahre 1881 festgelegt.

Durch die Siedler gelang der Collie nach Amerika und Australien. Dort hielten sich die Farmer nicht unbedingt an den in England festgelegten Rassestandard. So entwickelten sich Farbschläge, die dem Standard nicht entsprachen und nicht erwünscht waren. Somit wurde in Amerika ein eigener Collie-Club gegründet.

Heute werden zwei Typen gezüchtet:

  • Der Britische Langhaar-Collie hat eine elegante Erscheinung und erreicht eine Größe von maximal 61 cm sowie ein Gewicht bis zu 25 kg. Sein Fell wirkt aufgeplüschter als das des amerikanischen Typs, da Unter- und Oberfell leicht durchmischt ist. Die Unterwolle ist seidig weich und er hat ein dichtes Oberfell.
  • Der Amerikanische Langhaar-Collie hat im Ganzen mehr Substanz als die britische Variante. Er kann eine Höhe von 66 cm und ein Gewicht von 34 kg erreichen. Der Kopf ist kräftiger und die Augen sind größer. Unterwolle und Deckhaar sind nicht durchmischt und somit plüscht der Amerikanische Collie auch nicht so auf wie der britische Typ. Das Deckhaar ist glatt und die amerikanische Variante hat eine weniger üppige Unterwolle.

Auch heute erlaubt der Standard des American Kennel Clubs mehr Farbschläge als der FCI, denn letzterer züchtet nach britischem Rassestandard.

 

Manuela Jung stellt ihren Urmel vor:

Vor etwa zwei Jahren habe ich einen amerikanischer Langhaar-Collie adoptiert und ihn Urmel genannt. Ja, er heißt wie der „Drache aus dem Eis“ aus der Augsburger Puppenkiste…

Urmel Foto: M.Jung

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Neben der Erscheinung vor allem der sanfte und sensible Charakter dieser Rasse. Wenn ich Urmel beschreiben soll, dann ist er ein sehr sensibler, einfühlsamer, verkuschelter Clown, der genau weiß, wie er mich herausfordern oder um den Finger wickeln kann. Mit ihm wird es nicht langweilig.

Collie Urmel_Foto M.Jung

Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Ein Collie braucht keine „strenge Erziehung“, im Gegenteil, denn dann wird der Collie stur und dickköpfig. Er lernt spielend (gern mit Leckerlis) und freut sich über Lob, wenn er seinem Menschen gefallen hat. Als Familienhund sucht er ständig die Nähe seiner Menschen und ist nicht gern zu lange alleine.

Die Begrüßung geht schon mal mit einem markerschütternden Freudengeheul einher und auch sonst ist der Collie sehr kommunikativ. Hier muss sein Mensch erzieherisch eingreifen, damit das Gebelle nicht zur Gewohnheit wird. Wir haben ganz einfach das Wort „still“ oder „Psst“ gelernt und er hört da auch (meistens) drauf.

Der Collie gilt in der Literatur als „Anfängerhund“. Das stimmt, dennoch ist bei dieser Rasse viel Einfühlungsvermögen nötig, um seinem Wesen gerecht zu werden. Schreien, strafen oder Nichtbeachten sind bei diesem Sensibelchen die falschen Erziehungsansätze. Wobei man sensibel nicht mit ängstlich verwechseln darf. Der Collie hat zwar eine sehr ausgeprägte Beißhemmung, Eindringlinge werden aber mutig verbellt (dafür springt man dann auch mal locker über den ein Meter hohen Zaun).

Foto M.Jung

Wie viel Auslauf braucht ein Collie?

Anders als der Border Collie braucht der Collie nicht so viel Auslauf und Beschäftigung. Tägliche Spaziergänge, Freilauf und Spiel (z.B. mit dem Frisbee oder Suchspiele) sollten aber fest eingeplant werden. Ansonsten findet er gelegentliches Faulenzen auch mal ganz toll und das vorzugsweise langausgestreckt auf der Couch zwischen seinen Menschen.

Foto M.Jung

Für wen eignet sich ein Collie?

Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Die Hunderasse eignet sich im Prinzip für jeden. Für Familien mit (nicht zu kleinen) Kindern, aber auch für Aktive, die einen tierischen Begleiter zum Joggen oder einfach zum Spazierengehen suchen. Als Hütehund ist er ebenfalls einsetzbar. In diesem Fall sollte man aber einen Welpen aus einer Arbeitslinie adoptieren.

Die reine Wohnungshaltung wird dem Collie nicht gerecht. Ein Haus mit Garten ist optimaler, wie für jeden anderen Hund auch.

Foto M.Jung