Amerikanischer Collie

Hier wird euch ein Amerikanischer Collie vorgestellt. Es handelt sich um einen 5-jährigen unkastrierten Rüden, der als Einzelhund und Familienhund lebt.

Amerikanischer Collie

Alltag und Zusammenleben mit einem Amerikanischen Collie

 

Wie würdest du euren Alltag kurz beschreiben?

Alles ist möglich, an manchen Tagen einfach nur ruhig und gemütlich, aber kann auch mal richtig aktiv sein (20 km wandern – kein Problem), da ist der Collie flexibel. Wird sich bewegt, bewegt er sich mit, wenn nicht, ist er aber nicht fordernd.

Wie viel Beschäftigung braucht dein Hund aus deiner Erfahrung?
Wenig

Einfach gesagt: Er fordert nichts ein, aber macht alles mit!

Wie wichtig ist dir Struktur im Alltag mit deinem Hund?
Eher flexibel

Charakter und Verhalten eines Amerikanischen Collies

Welche Charaktereigenschaften passen besonders gut zu deinem Hund?

  • sehr sensibel (reagiert auf unsere persönliche Stimmungslage und -veränderungen; ist sehr schnell beleidigt, wenn man ein zu strenges Wort spricht oder er etwas erfährt, was er als Gewalt empfinden können; z. B. ist mir mal der Schlüssel runtergefallen und hat ihn getroffen, da war er einen halben Tag lang beleidigt)
  • ängstlicher Hund: Trotz allen Trainings in jungen Jahren hat er viele Ängste entwickelt, die leider auch im Laufe der Jahre immer schlimmer werden (nicht nur das typische Sylvester-Feuerwerk, sondern auch z. B. Geräusche von Wind, jedes laute Knattern)
  • sehr menschenbezogen (weicht uns nicht von der Seite, ist auch im Freilauf immer maximal 50 Meter um uns rum, verlässt das Grundstück nicht alleine und will einfach immer dabei sein)
  • möchte viele Streicheleinheiten, aber bitte nicht zu nah auf den Pelz rücken. Also „kuscheln“ im engeren Sinne akzeptiert er stoisch, genießt sie aber offensichtlich nicht, ausgiebiges Kraulen dafür umso mehr
  • sehr gelehrig: Lässt sich nahezu alles beibringen, wenn man ein wenig Zeit investieren möchte (geht sogar auch ohne Leckerli), Hundeschule war für uns schnell langweilig
  • sehr ausgeprägter Will-to-please (das vereinfacht die Erziehungsarbeit), er tut alles, um zu gefallen und sich keinen Ärger einzuhandeln, damit kann er nämlich nicht so gut umgehen
  • wählerischer Esser, aber trotzdem verfressen, was gewisse Leckereien angeht; toleriert keine Inkonsequenz, was Essen angeht (einmal am Tisch oder in der Küche was zu Essen abgegeben, wird man die Bettlerei nie wieder los!)
  • will seine Familie beschützen, kommt überhaupt nicht zur Ruhe, wenn Besuch da ist oder gar Fremde das Haus betreten; ist aber zugleich überhaupt nicht aggressiv, aber er weicht dann mehr denn je nicht mehr von der Seite und meldet (wenn auch leise), dass da wer ist, der da nicht hingehört; liegt bei den Kindern vor der Zimmertür, wenn sie Besuch haben
  • Im Freien verträglich mit allen anderen Hunden (lässt sich aber gerne mal verunsichern, wenn auf der anderen Seite ein aggressives Exemplar steht), auch mit fremden Menschen hat er im Freien kein Problem
  • Überhaupt kein Jagdtrieb, kann selbst auf Wald und Wiesen im Freilauf laufen, wenn auch zur Sicherheit etwas mehr Kontrolle natürlich nicht schaden kann
  • Ist mit Katzen wunderbar verträglich (auch wenn er sie fast etwas zu lieb hat, die mögen das nicht so gern)

Es gibt sicherlich spielfreudigere Rassen, aber gerade wenn er auf andere willige Hunde trifft, wird gerne ausgiebig gespielt, und gegen Fußball und Frisbee hat er auch nichts einzuwenden.

Wird seinem Ruf einer bellfreudigen Rasse mehr als gerecht. Was das angeht, muss man ihn ständig unter Kontrolle halten, damit er sich nicht in einen unkontrollierbaren Kläffer verwandelt.

Sehr kinderlieb und familienfreundlich; selbst wenn man ihm versehentlich auf die Rute tritt, schnappt er nicht, sondern zieht sich höchstens zurück; auch wenn kleine Kindern ihm ins Fell packen, passiert da gar nichts

Was mögen Außenstehende an dieser Rasse oft und was sehen sie erst im Alltag?

  • Natürlich der Lassie-Style
  • Die freundliche Art. Er sieht einfach immer aus, als würde er lächeln
  • Seine dezente Zurückhaltung bei Fremden (springt keine anderen Leute oder gar Kinder an)

Gab es Eigenschaften, die dich überrascht haben?

Die starke Ausprägung der Ängste – mit Angst vor Silvesterkrachern war zu rechnen, aber je nach Wetterlage hat er manchmal bald Angst vorm Leben.

 

Erziehung und Anspruch

 

Wie würdest du den Erziehungsaufwand einschätzen?
Gering
Aus meiner Sicht gut für Anfänger geeignet. Der Collie braucht klare Anweisungen und konsequentes Handeln. Dann ist die Erziehung tatsächlich sehr einfach. Bei uns hat ein Basiskurs in der Hundeschule gereicht, damit er die wichtigsten Aufgaben wie Sitz, Platz, Bleib, Fuß und der Rückruf gesessen haben. Man muss sich aber auch dessen bewusst sein, dass der Collie mitunter sehr stur sein kann. Da muss man schon auch mal dranbleiben.

Was sollten Menschen über diese Rasse wissen, bevor sie sich dafür entscheiden?

Das Fell ist natürlich ein Thema. Es ist pflegeintensiv, keine Frage, aber nicht so schlimm, wie man es sich vorstellen würde. Während des Fellwechsels liegen zuhause überall ständig ganze Fellbüschel rum, damit ist jeder Staubsauger überfordert. Beim Auskämmen kommt dann säckeweise Unterwolle raus.

Nimm keinen Collie, wenn du ihn kastrieren/sterilisieren lassen möchtest. Durch die damit verbundene Hormonumstellung explodiert das Fell dermaßen, dass man spätestens jeden zweiten Tag kämmen muss. Bei intakten Tieren ist das kein Problem, da kann das auch schon mal alle paar Wochen reichen, ohne dass gröber was passiert. Es besteht aber die Gefahr von Verfilzungen.

Kommt zumindest in unserem Fall gut damit zurecht, längere Zeit alleine zuhause zu sein.

Der perfekte Familienhund für Familien mit kleinen und/oder großen Kindern.

Bellen lässt sich auf Dauer nicht unterbinden; wenn man da nicht konsequent ist, wird sehr viel gebellt.

Für wen ist diese Rasse aus deiner Sicht eher ungeeignet?

Wenn man nicht in der Lage ist, konsequent zu sein (er ist intelligent und nutzt Lücken in der Erziehung seinerseits konsequent aus).

Gesundheit und Ernährung

Gibt es gesundheitliche Themen, die bei deinem Hund oder dieser Rasse eine Rolle spielen?

Es gibt bestimmte rassetypische Gendefekte, die bei einem guten Züchter aber entsprechend getestet werden. Darüber unbedingt gut informieren, ehe man sich entscheidet.

Insgesamt ist er nicht krankheitsanfällig. Ein großes Thema ist die Verdauung, dazu mehr.

Gibt es Besonderheiten bei Fütterung oder Verdauung, die du teilen möchtest?

Wir haben von Anfang an ein gutes Premium-Futter gefüttert, mit dem er schon in der Zucht gefüttert wurde. Trotzdem hatte er lange Zeit Probleme mit der Verdauung, bis hin zur beginnenden Pankreatitis. Seitdem bekommt er ein Schonfutter von Hills, mit dem er gut klarkommt. Ist aber natürlich etwas teurer.

Trotzdem ist die Verdauung immer wieder anfällig, insbesondere wenn Hormone ins Spiel kommen (wenn läufige Hunde in der Umgebung sind, wird dann auch gerne schon mal zwei Wochen lang nur noch die Hälfte gegessen, wenn überhaupt).

Persönliche Einschätzung

Was liebst du ganz besonders an deinem Hund bzw. an dieser Rasse?

  • dass er so eine treue Seele ist und immer bereit steht
  • hat immer gute Laune und ist für ein Grinsen zu haben
  • dass er uns beschützen will
  • sein tolles Fell

Was empfindest du als größte Herausforderung?

  • das Bellen
  • die Ängste

Würdest du diese Rasse wieder wählen? Warum oder warum nicht?

Auf jeden Fall, würde ich jederzeit wieder nehmen (ich hatte allerdings in der Kindheit schon mal einen Collie und wusste daher in etwa, was mich erwartet). Bei uns passt das Drumherum. Da wir ländlich wohnen, sind weder die Ängste noch das Bellen ein ernsthaftes Problem bei uns. In einer Mietwohnung wäre das vielleicht problematisch.

Weitere Infos zum Amerikanischen Collie

Der Amerikanische Collie ist vom FCI nicht als eigenständige Rasse anerkannt. In England wurden Collies als Hütehunde verwendet. In Nordamerika hingegen wurde er als Familien-, Hof- und Haushund gebraucht. Der britische Collie ist leichter und kleiner als der amerikanische Collie.