Welcher Hund passt zu mir und: Passt ein Hund zu mir?

Du möchtest Dir einen Hund anschaffen und fragst Dich, welcher zu Dir passt? Ich gebe Dir ein paar Hilfestellungen, damit Dir die Entscheidung leichter fällt.

Welpe oder erwachsener Hund?

Wälzen macht Spaß Foto: Marion Consoir

Wälzen macht Spaß
Foto: Marion Consoir

Meistens steht die Frage im Raum, ob ein Welpe oder ein erwachsener Hund ins Haus kommen soll. Viele Hundehalter bevorzugen einen Welpen, da sie ihn nach ihren Erwartungen erziehen können. So eine kleine, niedliche Fellnase bedeutet aber auch, dass Du viel Zeit und Geduld aufbringen musst:

 

 

 

 

 

 

  • Ein Welpe ist noch nicht stubenrein und Du wirst so manche Pfütze oder Häufchen kommentarlos wegwischen müssen.
  • Mit einem Welpen wirst Du eine zeitlang zum Frühaufsteher mutieren. Hat er gelernt, sich zu melden, wenn er sein Geschäft verrichten muss, wird er dies tun und dabei nicht auf die Uhr schauen.
  • Die meisten Welpen und Junghunde finden es unglaublich lustig, Schuhe, Möbel oder andere Dinge zu zerknabbern.

    Ist was? Foto: Marion Consoir

    Ist was?
    Foto: Marion Consoir

  • Dein gepflegter Garten wird sich eventuell etwas verändern, wenn ein Welpe oder Junghund meint, er müsse Löcher buddeln und Blumen umpflanzen.
  • Ein Welpe sollte sich zwar mit der Zeit an Deinen Lebensstil gewöhnen, doch zunächst musst Du Dich auf die Bedürfnisse des Hundes einstellen.
  • Der Welpe ist noch nicht sozialisiert und um diese Aufgabe hast Du Dich zu kümmern. Versäumst Du das, wird sich das später an seinem Verhalten bemerkbar machen.
  • Erziehung eines Welpen bedeutet: Tägliches Trainieren. Bist Du der Ansicht, es sei ausreichend, einmal pro Woche zur Hundeschule zu gehen, solltest Du den Gedanken an einen Welpen sofort verwerfen. Mit einer Stunde pro Woche Hundetraining wird Dein Welpe nicht lernen können, was Du von ihm erwartest.

Meine persönliche Meinung: Es macht sehr viel Spaß, einen Welpen auf seinem Weg zum erwachsenen Hund zu begleiten und ihn zu erziehen. Es macht dann sehr viel Spaß, wenn man bereit ist, die oben genannten Punkte zu akzeptieren. Ich gehöre beispielsweise zu den Langschläfern und Spätaufstehern. Doch Emma (jetzt neun Monate jung) ist es mir wert, früh aus den Federn zu kriechen.

Nun, einige Menschen stellen sich vor, dass sie sich mit einem erwachsenen Hund einen bereits erzogenen und gut funktionierenden Vierbeiner an die Seite holen. Wenn Du weißt, woher der erwachsene Hund kommt, wo er vorher gelebt hat, wie er erzogen und behandelt wurde, kann diese Vorstellung der Tatsache entsprechen. Meistens werden jedoch die erwachsenen Hunde aus Tierheimen geholt und oftmals können die Tierpfleger keine detaillierte Auskunft über Vorbesitzer und Vorleben geben. Es ist auch nicht sicher, dass der Hund dasselbe Verhalten im Tierheim zeigt, wie er es später im neuen Zuhause zeigen wird, wenn er sich gut eingewöhnt hat. Fazit: Du holst Dir einen Überraschungshund ins Haus. Ich will damit nicht sagen, dass jeder Hund aus dem Tierheim oder aus einer Pflegefamilie Macken hat, mit denen kaum umzugehen ist. Aber, holt man sich einen ausgewachsenen Hund, sollte man darauf vorbereitet sein, dass Probleme auf einen zukommen können. Auf der anderen Seite ist es eine schöne Aufgabe, einem erwachsenen Hund aus dem Tierheim oder einer Hilfsorganisation ein glückliches Leben zu schenken.

Hundeanfängern würde ich davon abraten, einen Hund lediglich nach Foto aufzunehmen. Das wird oftmals bei Hunden aus dem Ausland so gemacht. Die eventuellen neuen Halter müssen sich anhand von Fotos und Informationen der Organisation entscheiden, ob sie den Hund aufnehmen oder nicht. Hast Du bisher noch keine Erfahrungen mit Hundehaltung gemacht, könnte Dich solch eine Aufgabe überfordern. In dem Fall empfehle ich Dir, die Fellnasen im Tierheim vor Ort anzuschauen, mehrere Spaziergänge mit dem auserwählten Hund zu machen und ihn auf diese Weise besser kennenzulernen.

Rasse oder Mischling?

Nun kommt die nächste Frage, nämlich ob Du Dir einen Mischling oder einen reinrassigen Hund holst. Jede Rasse hat ihre spezifischen Merkmale, die nicht nur das Aussehen betreffen. In der Regel kann man zu jeder Rasse sagen, welche Charaktereigenschaften vorhanden sind. In der Regel….da jeder Hund seine eigene Persönlichkeit hat, sind Ausnahmen auch die Regel! Wer bestimmte Erwartungen an seinen Hund hat und die unbedingt erfüllt haben möchte, ist mit einem reinrassigen Hund besser beraten, als mit einem Mischling. Möchtest Du beispielsweise einen lauffreudigen Hund, kannst Du Dir anhand von Rassebeschreibungen die entsprechenden Hunderassen aussuchen. Soll Dein Hund klein bleiben und wenig haaren, suchst Du Dir die Rassen nach diesen Merkmalen aus.

Bei einem Mischling kann selten gesagt werden, wie groß sie werden und welches Fell sie im erwachsenen Alter haben werden. Auch die Charaktereigenschaften sind nicht vorherzusagen. Manchmal sind die Eltern des Hundes bekannt und handelt es sich dabei um zwei Mischlingshunde, wird sich mit der Zeit erst herausstellen, welche Eigenschaften sich durchsetzen.

Entscheidest Du Dich für einen Rassehund: Bitte achte darauf, den Welpen bei einem seriösen Züchter zu kaufen. Schau‘ Dich beim Züchter um, lass Dir auch die Mutterhündin zeigen. Es gibt leider immer noch die Massenzuchten und dort herrscht wirklich Leiden. Das sind reine Produktionsstätten, bei denen die Hunde weniger als eine Sache wert sind.

Faktoren, die vor der Anschaffung überdacht werden sollten

Die nachfolgenden Fragen solltest Du Dir stellen, bevor Du Dir einen Hund auswählst. Tue Dir und dem möglichen Vierbeiner einen Gefallen und sei ehrlich bei der Beantwortungen der Fragen:

  • Bist Du dazu bereit, die Verantwortung und Pflege für einen Hund in den nächsten fünfzehn Jahren zu übernehmen? Du bist kein Hellseher und weißt nicht, was in den kommenden fünfzehn Jahren auf Dich zukommt. Dennoch sollte die Bereitschaft bestehen, einen Hund bis zu seinem Tode zu begleiten.
  • Falls Du zur Miete lebst: Hast Du mit Deinem Vermieter abgeklärt, ob Du einen Hund in der Wohnung halten darfst?
  • Falls Du Kinder hast und Deine Kinder in erster Linie einen Hund möchten: Bist Du Dir darüber bewusst, dass die anfängliche Begeisterung der Kinder schnell ins Gegenteil umschlagen kann? Bist Du bereit dazu, dass Du Dich zum größten Teil um den Hund kümmerst? Viele Kinder wollen einen Hund haben, aber die Hauptbezugspersonen werden die Eltern sein. Sind die Eltern nicht dazu bereit, sich um den Vierbeiner zu kümmern, sollte der Hundewunsch der Kinder nicht erfüllt werden.
  • Kannst Du ausreichend Zeit für den Hund aufbringen? Wenn Du acht Stunden oder mehr arbeiten gehst und niemand in dieser Zeit für den Hund da ist, ist es nicht sehr ratsam, sich eine Fellnase ins Haus zu holen. Selbst wenn Du nicht vollberufstätig bist, wird sich Dein Alltag mit Hund verändern. Du wirst täglich Zeit für Spaziergänge einplanen müssen. Dazu kommt die Zeit für Fütterung, Fellpflege, gelegentliche Tierarztbesuche und Zeit für Zuwendung.
  • Hunde brauchen Bewegung und Auslauf und dabei ist es egal, welches Wetter momentan vorherrscht. Bist Du bereit, bei jedem Wetter vor die Türe zu gehen? Zudem ist es nicht damit getan, mal eben für fünf oder fünfzehn Minuten um den Block zu gehen.
  • Was ist mit Hundehaaren auf der Kleidung oder dem Teppichboden? Wie findest Du Pfotenabdrücke bei nassem Wetter auf den Fliesen? Selbstverständlich leben auch Hundehalter in ordentlichen und sauberen vier Wänden. Doch wer sehr pingelig ist und wem förmlich jeder kleinste Krümel auf dem Boden aufregt, der wird sicherlich nicht glücklich mit einem Hund werden. Es gibt Rassen, die wenig haaren, doch auch diese Hunde wälzen sich manchmal gerne oder kommen mit Matschpfoten nach Hause, wenn sie mit Begeisterung durch Pfützen gelaufen sind.
  • Urlaub mit Hund…oder doch Urlaub ohne Hund? Wo wird Dein Vierbeiner untergebracht, wenn Du ohne ihn verreisen möchtest?

Die Liste ist bestimmt nicht vollständig. Zu überlegen ist noch, ob es ein großer oder kleiner Hund werden soll, ein Rüde oder eine Hündin, lauffreudig oder eher gemütlich, langhaarig oder kurzhaarig.

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