Verantwortung als Hundehalter: Teil 3 – Gesundheit und Bedürfnisse des Hundes

Nun kommen wir zum dritten Teil der Artikelserie „Verantwortung als Hundehalter“. Im ersten Teil ging es um Vertrauen, Sicherheit und Schutz, im Teil 2 um „Dein Hund und Dein Umfeld“ und im dritten Teil wird es um die Gesundheit und die Bedürfnisse Deines Hundes gehen. Du hast Dich für einen Hund entschieden und dieser ist abhängig von Dir! Das sollte man sich immer wieder bewusst machen, denn er kann nur sehr bedingt über sein Leben bestimmen. Deshalb bist Du verantwortlich dafür, dass er den Auslauf und die Zuwendung bekommt, die Dein Hund benötigt. Zur Verantwortung des Hundehalters gehören selbstverständlich ebenso die Gänge zum Tierarzt und eine gute Ernährung.

Auslauf und Zuwendung

Im blog habe ich bereits Artikel zu den Themen  Über- und Unterforderung sowie zu Langeweile geschrieben. Du bist täglich hoffentlich viele Stunden mit Deinem vierbeinigen Freund zusammen und wirst im Laufe des Zusammenlebens erkannt haben, welche Art von Beschäftigung und wie viel Auslauf und Beschäftigung Dein Hund braucht, um gesund, munter und glücklich zu sein. Emma schwimmt unter anderem sehr gerne und deshalb fahre ich so oft wie möglich ans Meer. Sie braucht einen langen Spaziergang täglich. Wir gehen in der Regel morgens mindestens eine Stunde und nachmittags oder abends noch eine kürzere Runde. Ausnahmen der Regel gibt es beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub, wenn wir mehr Zeit für Unternehmen haben.

Emma schwimmt

Morgenspaziergang mit Emma

Durch die Natur mit Emma

Manchmal kann sich schon vorher erkundigt werden, welcher Hund zu einem passt. Solltest Du Dich für eine Rasse entscheiden, geben die Charaktermerkmale Hinweise über die Bedürfnisse bzgl. Beschäftigung und Auslauf. Beim Mischling wird die Vorauswahl hinsichtlich dieses Faktors schon schwieriger, wenn die Eltern nicht bekannt oder ebenso Mischlinge sind.

Meine Meinung ist: Wer sich nicht gerne bewegt, Spaziergänge lieber selten unternehmen möchte oder nur nach draußen gehen möchte, wenn das Wetter schön ist – der sollte sich lieber gegen einen Hund und eventuell für eine Katze entscheiden.

Es mag Hunde geben, die eher träge sind und vor allem die Senioren unter den Hunden wollen oder können in manchen Fällen keine großen Runden mehr drehen. Die meisten Hunde genießen aber eine ausgiebige Tour durchs „Revier“. Bekommen sie nicht ihren notwendigen Auslauf und ihre nötige Bewegung, kann es sehr gut passieren, dass diese Hunde scheinbar hyperaktiv und nervös sind, viel kaputt machen oder zum Dauerbeller werden. Irgendwo müssen sie ihre überschüssige Energie loswerden.

Zum Thema Zuwendung: Der Hund hat sich uns Menschen angeschlossen und möchte mit uns zusammen sein. Zwingerhaltung, Kettenhaltung oder ähnliches halte ich für grundverkehrt. Es kann sich keine wirkliche Beziehung aufbauen, wenn der Hund vielleicht mal zum Spaziergang mit seinem Menschen zusammen ist, aber ansonsten Distanz zu ihm einhalten muss. Zudem leiden die meisten Hunde, wenn sie alleine irgendwo hocken müssen.

Ich kann ein Lied davon singen, denn in Spanien ist diese Art von Hundehaltung leider noch üblich. Sobald diese Hunde die Möglichkeit haben, sich uns anzuschließen, gehen sie mit Emma und mir spazieren. Oder wir lassen sie in unseren Garten, wenn wir draußen sitzen und man sieht direkt, wie diese Hunde aufblühen, wie ihre Augen und ihr Blick klarer werden: Die Hunde werden fröhlicher, sobald sie Zuwendung bekommen.

Das heißt nun nicht, dass ein Hund dauernd gestreichelt werden muss. Das hängt vom Hund ab. Der eine mag es, bekuschelt und beschmust zu werden, dem anderen reicht es aus, wenn er bei seinem Menschen sein darf. Emma beispielsweise suchte von Anfang an den direkten Körperkontakt zu uns. Ihre Vorgängerin saß zwar gerne ab und zu auf meinem Schoß, wollte aber meistens in ihrem Korb liegen. Sie mochte Körperkontakt nicht so gerne – aber sie liebte selbstverständlich Zuwendungen auf andere Art.

Unser Rüde Lucky, der nicht mehr unter uns weilt, hasste Autofahrten. Aber, er liebte das Zusammensein mit uns, die gemeinsamen „Abenteuer“ und Unternehmungen. Also sprang er ins Auto, sobald er merkte, dass wir irgendwo hinfahren wollten. Lieber Autofahren, als zurückzubleiben – dabei sein ist alles.

Hundesport und Erziehung zum Balljunkie

Zum Thema Beschäftigung möchte ich noch etwas sagen. Häufig wird ein Hundesport angestrebt. Daran ist auch nichts falsch – wenn Du den für Deinen ausgewählten Hundesport passenden Hund an Deiner Seite hast! Nicht der Hund entscheidet sich für einen Sport, sondern sein Mensch. Manchmal steckt zu viel falscher Ehrgeiz und Erfolgsstreben hinter dieser Idee des Menschen. Es soll der Pokal gewonnen werden und dafür wird trainiert und trainiert und trainiert…ohne Rücksicht auf den Hund. Er wird zum Sportgerät, ob er das will oder nicht. Ich betone das „Manchmal“! Es geht hier nicht um ALLE Hundehalter, die einen Hundesport betreiben.

Oft wird gerade mit sehr aktiven Hunden wie Border Collie oder Jack Russel Agility oder ähnliches veranstaltet. Doch, besonders bei solchen Hunden ist die Wahrscheinlich sehr hoch, dass sie zum gestressten Etwas mutieren. Darunter befinden sich dann auch die Balljunkies: Es ist halt einfach sich als Mensch hinzustellen und gefühlte hundert Mal den Ball zu werfen, statt für eine gescheite Beschäftigung und Bewegung zu sorgen. Der Hund entwickelt förmlich eine Sucht und das sieht dann nach Lust auf Ballspiel aus, was es aber in Wirklichkeit nicht ist.

Also: Du bist verantwortlich für Deinen Hund und solltest abwägen, ob ein bestimmter Sport, den Du gerne ausüben möchtest, auch für Deinen Vierbeiner die richtige Wahl ist. Und: Falls Du zu der Ballfraktion gehörst und aus Deinem Hund bereits einen Balljunkie gemacht hast – denke lieber über eine andere Beschäftigung nach, die für Deinen Hund keinen Stress bedeutet.

Der Gang zum Tierarzt

Zur Verantwortung gehört auch die Gesundheit. Dein Hund sollte zumindest die Grundimmunisierung bekommen. Informiere Dich bitte über Impfungen, denn leider wird immer noch zu oft geimpft. Dies kann einige Nebenwirkungen nach sich ziehen und teilweise auch gefährlich für Deinen Vierbeiner werden. Ich verweise an dieser Stelle auf einen Artikel von Tierarzt Ralph Rückert: „Hunde und Katzen richtig impfen: Eine Positionsbestimmung“. Rede mit Deinem Tierarzt, falls er jährlich impfen möchte. Es ist Dein Hund und Du entscheidest letztlich über die Häufigkeit der Impfungen. Ich bin KEIN Impfgegner, aber ich bin dagegen, dass zu oft geimpft wird. Gegner bin ich schon deshalb nicht, weil ich erstens meinen Hund nicht in Gefahr bringen möchte und zweitens auch keine anderen Hunde gefährden möchte. Hier bei uns war letztes Jahr folgender Fall: Ein Nachbar nahm zwei junge Hunde auf, die nicht geimpft waren. Diese hatten sich am Parvovirus angesteckt. Um meine Hündin musste ich mir wenig Sorgen machen, denn sie ist geimpft. Aber hier lief auch ein Welpe rum, der noch zu jung war, um grundimmunisiert zu sein. So kann ein ungeimpfter Hund andere Hunde in Gefahr bringen. Es ist glimpflich ausgegangen, zumindest für den Welpen und für einen Junghund. Der andere am Parvovirus erkrankte Junghund hat nicht überlebt.

Manche Hunde müssen ihr Leben lang nicht tierärztlich behandelt werden (außer Impfungen) und andere haben nicht dieses Glück und brauchen eine OP oder andere nötigen Behandlungen. Auch das liegt in Deinem Verantwortungsbereich: Wird Dein Hund krank,  ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Ein weiteres Thema ist die Ernährung und hier streiten sich die Geister (oder Hundehalter), welche Ernährungsform die beste sei. Die einen halten BARF für die einzig richtige Hundeernährung, die anderen kochen für ihren Hund und wieder andere entscheiden sich für Fertigfutter. Ich bin kein Ernährungsexperte und möchte dazu keine Empfehlungen schreiben. Ich würde auch nicht behaupten, dass jedes teure Markenfutter gesünder sei, als die günstigeren No-Name-Varianten. Teuer ist nicht immer besser.

Empfehlenswert ist das Buch „Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter“

 

Durch das Buch bekommt man einen Einblick in die Futterindustrie für Haustiere. Ich fand es recht erschreckend, was teilweise ins Futter gemischt wird.

Da Emma weder Trockenfutter noch Fan von ausschließlicher Rohfleischkost ist, koche ich für sie und sie bekommt nur ganz selten Fertigfutter. Das ist aber kein Richtwert, sondern meine Entscheidung, mit der ich hoffe, Emma viele Jahre gesund und munter zu halten.

In meinem blog können auch Futtertests verschiedener Hundefutterhersteller gelesen werden. Manche Futtersorten mochte Emma und andere ließ sie unberührt stehen. Bisher haben wir für uns – besser gesagt für Emma – noch kein Fertigfutter gefunden, das sie täglich fressen würde. Jeder Hund ist anders. Würde ich eins finden, das ich für sehr gut halten würde und das Emma gerne frisst, würde ich wahrscheinlich auch öfter ein Fertigfutter füttern. Das Thema Hundeernährung könnte schier endlos diskutiert werden. Wir, als Verbraucher, können nur vor die Kulissen schauen, aber nicht dahinter – zumindest bei den meisten Futterherstellern. Auch an dieser Stelle verweise ich noch einmal an Ralph Rückert, der mit einem augenzwinkernden Text auf die „sensationelle“ ABAM-Futtermethode hinweist.

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