Verantwortung als Hundehalter – Teil 2: Dein Hund und Dein Umfeld

Manches wäre einfacher und einige Vorschriften (Leinenzwang zum Beispiel) bräuchte es gar nicht geben, würde sich jeder Hundehalter seiner Verantwortung gegenüber seiner Umwelt bewusst sein. Im ersten Teil dieser Artikel-Serie ging es darum, verantwortlich für das Wohlergehen seines Hundes zu sein. Das bedeutet aber nicht, dass sich Fifi alles ohne Rücksicht auf andere Lebewesen erlauben kann.

Grenzenlose Freiheit …

Einige Hundehalter nehmen sich das Recht für sich und ihren Hund heraus, grenzenlose Freiheit genießen zu können. Dabei ist ihnen vollkommen egal, ob sie mit dieser Haltung andere Menschen oder Hunde stören, verängstigen oder sogar verletzen.

Ein Beispiel aus diesem Jahr machte mich fast sprachlos: Ich spazierte mit meiner Hündin eine Bucht entlang, in der zahlreiche deutsche Camper standen, als ein Hund auf uns zuschoss und sich auf Emma stürzte. Zuerst dachte ich, es sei ein herrenloser Hund, doch dann rief eine Frau halbherzig den Namen dieses Hundes, der allerdings gar nicht auf sein Frauchen reagierte.

Ich versuchte also diesen Hund von meiner Hündin zu pflücken, das letztlich nur mit einem leichten Tritt funktionierte. Frauchen stand ganz gelassen da, Hände auf dem Rücken, lieblich lächelnd. Meine Lieblichkeit verwandelte sich allmählich in Wut und ich musste aufpassen, dass die nicht überkochte.

Mit Emma auf dem Arm und ihrem Hund kläffend, knurrend neben mir ging ich zu dieser Frau und fragte, warum ihr Hund frei läuft, wenn er dieses Verhalten gegenüber anderen Hunden an den Tag legt. Sie lächelte und sagte: „Hier in Spanien kann er mal seine Freiheiten genießen. Das geht ja in Deutschland nicht.“

Im Laufe des Winters und nach einigen ähnlichen Begegnungen dieser denkwürdigen Art hat diese Frau wohl das ausgesprochen, was sich andere Hundehalter im Geheimen denken.

Als ich bei diesem Spaziergang weiter von dieser Bucht entfernt war sah ich, wie der nächste Hund unter der großen Freiheit dieses „Camper-Hundes“ leiden musste.

Durch solche Hundehalter werden dann Vorschriften wie Leinenzwang notwendig.

Es geht nicht darum, dass der Hund mal hinter einem Radfahrer herläuft, mal Stress mit einem anderen Hund anfängt oder mal stürmisch zu einem Kind rennt und das fast umwirft. Hunde sind keine Maschinen und manchmal übertreten sie halt die von uns gesetzten Grenzen und Regeln.

Es geht um die Hundehalter, die es nicht für nötig halten, ihrem Hund Grenzen und Regeln beizubringen und ihrem Vierbeiner jegliche Entscheidungen selbst überlassen. Freiheit für meinen Fifi – egal, wie es meinem Umfeld damit geht.

Was du nicht willst…

das man dir tu, das füg´ auch keinem andern zu – lautet ein Sprichwort. Wenn man sich diese Regel vor Augen hält, lässt sich die Verantwortung als Hundehalter gegenüber der Umwelt vielleicht besser tragen:

  • Wie wäre es, wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist und plötzlich Hunde auf dich zuschießen und versuchen, ins Rad oder viell
    eicht auch in dein Bein zu beißen?
  • Wie wäre es, wenn dein Hund von einem anderen Hund attackiert, runtergedrückt oder über den Haufen gerannt wird?
  • Wie wäre es, wenn du als Jogger von Hunden gejagt wirst?
  • Wie wäre es, wenn das Tier auf dich zustürmt, vor dem du Panik hast?

Das oben genannte Sprichwort ist eine gute Hilfe, um sich in die anderen Lebewesen hineinzuversetzen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass du auch diesen Teil der Verantwortung als Hundehalter übernimmst.

Ein Kommentar

  • mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit wird der artikel nicht von leuten gelesen, die eine andere auffassung von dem haben, was freiheit ist.

    … mit was du nicht willst, was man dir tut, füg’ auch keinem anderem zu, wird es eng. denn vielleicht stören sich andere nicht an dem was einen selbst stört. damit regen sie sich über die auf, die sich aufregen. bringt also auch nichts.

    hundehalte die was für nicht nötig halten, und andere die was für nötig halten, das wird nie zusammen gehen, egal was in blogs u.a. darüber geschrieben wird.

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