Über Leinen, Halsbänder und Geschirre

Manch frischgebackener Hundehalter steht verwirrt und ratlos vor der riesigen Auswahl an Leinen, Halsbändern und Geschirren. Was ist wofür und welche Ausstattung braucht ein Hund?

Welche Leine solls denn sein? Foto: © javier brosch - Fotolia.com

Welche Leine solls denn sein?
Foto: © javier brosch – Fotolia.com

Wer das erstemal in einen Tierladen geht oder in einen Online-Shop für Tierbedarf schaut, wird wohl etwas ratlos sein, wenn er das große Angebot betrachtet. Da ist die Rede von Führleinen, Schleppleinen oder Flexileinen. Zudem sind verschiedene Halsbänder und Geschirre zu bekommen. Bevor nun das komplette Sortiment der Hundegröße entsprechend gekauft wird, werden hier einige Hundeartikel beschrieben.

Welche Leine für welchen Zweck?

Führleine

Die Führleine gehört auf jeden Fall zur Erstausstattung. Diese Leinen sind maximal zwei Meter lang und eignen sich dazu – wie der Name schon sagt – den Hund so zu führen, dass er nah beim Halter geht. Je nach Länge sind manche Führleinen mit Ringen versehen, sodass die Länge zu variieren ist.

Kurzführer

Sogenannte Kurzführer sind kurze Leine, die sich für große Hunde anbieten, wenn der Hund bei Fuß gehen soll.

Kurzführer von Pfote und Leder

Kurzführer von www.pfote-und-leder.de

Moxonleine (oder Retrieverleine)

In diese Leinen ist sozusagen das Halsband integriert. Die Halsschlaufe sollte aber mit einem Zugstopp versehen sein, damit sie sich nicht komplett zuziehen und den Hund würgen. Diese Leinenart wird besonders beim Hundesport verwendet, um den Hund schnell ab- und anleinen zu können.

Leine von www.pfote-und-leder.de

Leine von www.pfote-und-leder.de

Rollleinen (Flexi-Leinen)

Flexi-Leinen – oder Rollleinen genannt – rollen sich ab, sobald sich der Hund in Bewegung setzt. Allerdings kann mit diesen Leinen keine Leinenführigkeit erzielt werden: Der Hund lernt zu ziehen, damit sich sein Radius erweitert. Ratsam ist es, diese Leinen erst dann zu benutzen, wenn der Hund bereits gelernt hat, ohne zu ziehen an der Führleine zu laufen.

 

Schleppleine

Schleppleinen sind für das Training gedacht. Damit lässt sich beispielsweise der Rückruf sehr gut einüben. Diese Leinen sind in unterschiedlichen Längen zu bekommen, von fünf Meter bis zwanzig Meter. Zudem gibt es Schleppleinen mit und ohne Handschlaufen. Man sollte sich von einem Trainer zeigen lassen, wie mit der Schleppleine trainiert wird, damit die Erziehung auch erfolgreich ist.

 

Showleine

Showleinen finden ihre Verwendung auf Hundeausstellungen. Diese dünnen Leinen sind nicht für höhere Belastung, also auch nicht für Spaziergänge gemacht. Sie sind so dünn, damit der Blick auf den Hund und nicht auf die Leine fällt.

Joggingleinen

Die Joggingleinen sind speziell für Jogger gedacht, die mit ihrem Hund laufen möchten. Diese Leinen sind aus elastischem Material und sind in verschiedenen Varianten zu bekommen. Zu manchen Joggingleinen gehört ein Bauchgurt, an dem die Leine befestigt wird.

Koppelleinen

Mit Koppelleinen können zwei oder mehr Hunde an einer Leine ausgeführt werden. Allerdings bedarf das etwas Übung, denn wenn eine ganze Meute losspurtet, braucht der Halter ziemlich viel Kraft, um dagegen zu halten.

Halsband oder Geschirr?

Ein Geschirr sollte dann dem Halsband vorgezogen werden, wenn der Hund zum Ziehen neigt oder mit der Schleppleine trainiert wird. Meiner Meinung nach sollte der Hund beides kennenlernen. Meine junge Hündin trägt beim Spaziergang Halsband und Geschirr. Als ich anfangs mit ihr die Leinenführigkeit übte, habe ich die Schleppleine gegen die Führleine ausgewechselt. Die Führleine wurde dann am Halsband befestigt und Emma lernte: Leine am Halsband bedeutet, nicht Schlittenhund zu spielen, sondern gescheit und ohne zu ziehen zu gehen. Habe ich mit der Schleppleine trainiert, wurde diese am Geschirr befestigt. Spurtete sie dann los, wenn Wild in Sicht war, verteilten sich die einwirkenden Kräfte besser auf den Hundekörper. Würde man eine Schleppleine am Halsband befestigen und der Hund rennt ruckartig los, können Luftröhre, Gefäße und Kehlkopf beschädigt werden.

Das Geschirr sollte bestens sitzen. Viele Geschirre sitzen schlecht und schloddern sozusagen am Hundekörper herum. Der natürliche Bewegungsablauf wird sowohl durch schlecht sitzende als auch durch einengende Geschirre gestört. Sitzt beispielsweise ein Gurtgeschirr nicht richtig, scheuert es unaufhörlich an den Achseln des Hundes. Das ist schmerzhaft und der Vierbeiner wird die Ellbogen verdrehen, damit er schmerzfrei laufen kann. Wird das Geschirr online bestellt, sollte unbedingt Maß genommen werden, damit das passende Geschirr gekauft wird. Ansonsten empfehle ich, ein Geschirr im Laden vor Ort zu kaufen, den Hund mitzunehmen und verschiedene Modelle anzuprobieren.

Halsbänder sind aus verschiedenen Materialien zu erhalten, von Nylon über Biothane bis zum natürlichen Leder. Das Halsband sollte nicht zu schmal und selbstverständlich nicht zu eng sein. Zudem ist auf Robustheit zu achten, denn ein noch nicht erzogener Hund wird losziehen und auch ruckartig vorpreschen – zum Beispiel wenn ein Artgenosse in Sicht kommt.

Aus welchem Material sollte Leine und Halsband sein?

Günstig sind Leinen und Halsbänder aus Nylon. Eine Nylon-Leine lässt sich jedoch bei Regenwetter nicht gut in der Hand halten. Zudem franst Nylon mit der Zeit aus.

Sehr robust sind Leinen und Halsbänder aus Biothane – ein Patent aus den USA. Dieses Polyestergewebe wird mit PU ummantelt und ist äußerst stabil und langlebig. Das Material wird im Pferdesport benutzt und die Kräfte eines Pferdes dürften weitaus stärker sein, als die eines Hundes. Leinen und Halsbänder aus diesem Material sind leicht zu reinigen und wasserfest.

Kettenleinen bieten sich besonders für Hunde an, die mit Vorliebe ihre Leine durchbeißen.

Robust und natürlich sind Leinen und Halsbänder aus Leder. Gute Lederleinen halten meistens viele Jahre. Diese Leinen liegen gut in der Hand und trotzen auch jedem Wetter. Ab und zu sollte das Leder mit einem Fett behandelt werden.

2 Kommentare

  • schöne Zusammenfassung. Auch wenn ich beim Lesen festgestellt habe, dass ich es anders mache und das auch klappt. Ich benutze grundsätzlich nur Geschirr und kein Halsband mehr. Bzw. Halsband nur wenn die Prüfungsordnung es vorschreibt. Ziehen darf mein Hund weder am Halsband noch im Geschirr. Und ich lasse den Junghund an der Flexi statt an der Schleppleine laufen, da diese sich nicht dauernd um kleine Büche und Steine wickelt, mir und dem Hund aber trotzdem genug Raum lässt, den Rückruf zu versuchen bevor die Reichweite erschöpft ist und der Hund bemerkt, dass ihm auch „nicht hören“ nicht weiter hilft. Aber das sind meine persönlichen Vorlieben und bestimmt nicht allgemeingültig.

    • Das ist ja auch völlig in Ordnung. Jeder entwickelt seine eigenen Methoden sozusagen. Mein Anliegen war, eine Art Übersicht für Hundeanfänger zu bieten.
      Für das Umwickeln von Büschen habe ich Emma das „zurück“ beigebracht: Sie läuft dann auf Kommando wieder um den Busch herum 🙂

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