Pubertierender Hund – mit einer Prise Humor geht alles besser

Auch der Hund kommt nicht an der Pubertät vorbei…und der Hundehalter ebenso wenig. Hat das fellige Tier eben noch wie eine Eins gehorcht, scheint er jetzt irgendwie unter Hörproblemen zu leiden.

Der Abruf klappte wunderbar. Hund machte auch Sitz, Platz und Bleib auf Kommando. Und eines Tages war es vorbei, mit dem gut gehorchenden Hund. Was tun, wenn die Fellnase pubertiert und selbst entscheiden möchte, ob „Bleib“ grade angebracht ist oder nicht?

Konsequenz und Durchhaltevermögen sind die Zauberwörter

Manchmal wirkt es so, als hätten all die Trainingseinheiten vor der Pubertät nichts genützt. Der Hund scheint alles verlernt oder vergessen zu haben. Da könnte Frauchen oder Herrchen verzweifeln, allerdings würde dies weder Hund noch Halter weiterbringen. Auch wenn es so aussieht, als wären die Lektionen umsonst gewesen: Es sieht nur so aus. Vergessen würde es der Hund, wenn Du jetzt aufhörst zu üben. Tief Luft holen und weitermachen. Abruf klappt nicht mehr? Macht nichts, gehst Du halt ein paar Schritte zurück und baust den Abruf noch einmal neu auf. Das wird keineswegs so lange dauern, wie in den Anfängen. Du wirst schnell merken, wie gut die Fellnase wieder gehorcht, wenn mit positiver Bestärkung herangegangen wird. Rufe ihn, wenn er eh schon auf dem Weg zu Dir ist und lobe ihn, wenn er zu Dir kommt.

Zudem sollte man sich bewusst machen, dass man als Hundehalter eines jungen Hundes beim Spaziergang immer ein Auge auf den Vierbeiner werfen sollte. Entspannt durch die Gegend laufen und sich Flora und Fauna anschauen – das wird möglich sein, wenn die Pubertät überstanden und Hund gut erzogen ist. Bis dahin heißt es, den Hund zu „lesen“: Macht er Anzeichen, jeden Moment loszuspurten? Wird er hibbelig und aufgeregt, weil er einen herrlichen Duft in die Nase bekommen hat? Wer wie Hans guck in die Luft spazieren geht, wird öfter seinen Hund von hinten und in der Ferne sehen, als ihm lieb ist.

Mit Geduld und Humor durchlebt sich die Pubertät entspannter

Man sollte sich als Hundehalter klar machen, dass der junge Hund nicht absichtlich und schon gar nicht in böser Absicht sein Gehorsam zeitweise ablegt. Auch wir Menschen haben die Pubertät mitgemacht und unsere Eltern können sicher ein Lied von dieser Zeit singen, das nicht beglückend und fröhlich klingt – zumindest wenn diese Phase noch nicht so lange her ist.

Ein Hund muss diese Zeit durchmachen, ob er will oder nicht. Sein Körper und seine Psyche stellen sich auf ein Leben als erwachsener Hund um. Die Hormone sorgen für mehr Dopamin und dieser Botenstoff verändert Verhalten und Wahrnehmung. Im Blut finden sich mehr Stresshormone und das wirkt sich wieder auf die Aktionen des Hundes aus.

Das ist nur ein kleiner Einblick in das biologische Geschehen während der Pubertät, die übrigens nicht mit dem ersten Geburtstag des Hunde endet, sondern bei größeren Rassen bis zum dritten Lebensjahr andauern kann.

Mit dem Wissen um diese Veränderungen sollte deutlich werden, dass die Führung des Hundes ruhig und mit Kontinuität ablaufen sollte. Schreien, schimpfen und strafen verunsichert die Fellnase nur. Außerdem zeigt man dem Hund mit wütenden Schimpfattacken, dass man genauso aufgeregt ist – und das beruhigt die Fellnase sicherlich nicht.

Für Hund und Halter wird es einfacher, wenn der Fokus auf das gelenkt wird, was der Hund gut macht. Das wird belohnt. Die meisten Hundebesitzer richten ihre Aufmerksamkeit aber auf Fehlverhalten. Alles, was viel Aufmerksamkeit bekommt, verstärkt sich – das ist nicht nur bei der Hundeerziehung so. Entweder wird vorausschauend gehandelt und unerwünschtes Verhalten direkt im Ansatz korrigiert. Oder, wenn der Hund bereits „falsch“ gehandelt hat, wird dies ignoriert.

 

Ich bin nun auch nur ein Mensch und natürlich ist es mir auch schon passiert, dass ich wutentbrannt meinen Hund rief, obwohl er sich aufgemacht hat, die Hügel zu erklimmen oder einem Hasen hinterher zu jagen. Mir ist bewusst, dass diese Reaktion meinerseits völlig sinnfrei war. Da ich lernfähig bin – und Du mit Sicherheit ebenso – reagiere ich mehr und mehr gar nicht, wenn Emma meint, sie müsste mal kurz davon rennen. Kommt sie, wenn ich rufe, wird sie belohnt und gelobt. Ich merke, wie das Früchte trägt und wie sie sich freut, wenn ich mich freue – Freude während der Pubertät, wer hätte das gedacht.

Der Rat lautet: Einfach weitermachen, auch wenn es so aussieht, als würde die Fellnase nichts mitbekommen. Dem Hund fällt es in dieser Phase einfach schwerer, Kommandos zu befolgen und sich immer von seiner guten Seite zu zeigen.

Spannende Welt Foto: MConsoir

Spannende Welt
Foto: MConsoir

Und noch ein Rat: Mit Humor klappt es besser. Es gibt so viele schöne und lustige Momente mit dem Vierbeiner und die sorgen doch dafür, dass unser Alltag fröhlicher wird. Warum also nicht humorvoll auf den Hund blicken, der gerade etwas anderes spannender findet, als dem Ruf von Frauchen oder Herrchen zu folgen? In gefährlichen Situationen gehört der Hund sowieso an die Leine und alles andere ist halb so wild, wenn man sich eine Prise Humor erhält.

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