Nur gebarfte Hunde sind glückliche Hunde?

Fertigfutter scheint out zu sein – zumindest für Hunde. Heute barft man und plötzlich gibt es ganz viele Ernährungsspezialisten, die genau wissen, welche Lebensmittel wie kombiniert sein müssen, um Hund glücklich zu machen. Man mag sich fragen, wie all die Hunde überlebt haben, die sich nicht in den Händen von Barfern befanden.

Barfen? Was ist das denn?

Die Frage solltest Du besser nicht stellen, wenn andere Hundehalter anwesend sind. Du zeigst damit, dass Du Deine Fellnase nicht artgerecht ernährst. Schäm Dich (Achtung: Ich liebe Ironie 😉 ). Barf ist die Abkürzung von  „Bones And Raw Foods“, also Knochen und rohes Futter. In Deutschland wird die Abkürzung Barf für „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“ genommen.  Wer barft, füttert seinen Hund in erster Linie mit rohem Fleisch. Dazu werden dem Vierbeiner rohes Gemüse, Obst, Kräuter und Knochen serviert. Durch die rohe Gabe von Nahrungsmitteln bleiben alle Nährstoffe erhalten. Zudem soll sich Barfen positiv auf Fell und Zähne auswirken.

Futter selbst zusammenstellen

Da es beim Barfen um frisches Futter geht, muss das Futter selbst zusammengestellt werden. Das bedeutet: Die einzelnen Bestandteile des Futters müssen abgewogen und die Menge auf den Hund abgestimmt sein. Da beginnt das Problem, denn nicht jeder Hundehalter ist Experte auf dem Gebiet der Nahrungswissenschaft. Viele füttern zu viel Fleisch und das kann sich später mit Nierenschäden bemerkbar machen. Werden jungen Hunden zu viele Kohlenhydrate und Fette zugeführt, wird sich diese überschüssige Energie am Knochenwachstum zeigen. Diese Hunde wachsen zu schnell und Probleme des Bewegungsapparates sind vorprogrammiert. Poröse Knochen entstehen unter anderem durch ein unausgewogenes Verhältnis von Phosphor und Kalzium.

Wer Fertigfutter füttert ist ein schlechter Hundehalter?

Was kommt in den Napf? Foto: © fotowebbox - Fotolia.com

Was kommt in den Napf?
Foto: © fotowebbox – Fotolia.com

Teilweise werden die Hundehalter, die Trocken- oder Nassfutter füttern, von den Barfern in Internetforen regelrecht beschimpft. Manche trauen sich schon gar nicht mehr zu sagen, dass sie ihrem Vierbeiner Fertigfutter in den Napf füllen. Das Thema Hundefutter scheint sehr emotional zu sein und es gibt ellenlange Diskussionen über die richtige Fütterungsart. Ich will gar nicht bestreiten, dass in manchem Fertigfutter wenige, gesunde Zutaten zu finden sind. Vom Preis ist das übrigens nicht abhängig. Im Jahre 2010 untersuchte Stiftung Warentest verschiedene Futtersorten. Der Testsieger war ein Trockenfutter von Aldi.

Es werden mittlerweile Tierernährungsberatungen angeboten. Es scheint also gar nicht mehr so einfach zu sein, seinen Hund zu ernähren. Früher wurden dem Hund Reste gegeben, heute gibt es Fleischereien für den Barfer. Ich weiß nicht, ob man Menschen verurteilen sollte, die ihrem Vierbeiner ein gutes Zuhause bieten und ihn nach bestem Gewissen und Wissen Nass- oder Trockenfutter geben. Ich weiß nicht, ob man die Barfer in den Himmel loben sollte, weil sie bestes Frischfleisch füttern und ebenso nach bestem Gewissen und Wissen handeln. Experten sind wohl nur die, die über fundierte Kenntnisse hinsichtlich Bedarf jedes einzelnen Hundes und Inhaltsstoffe jedes einzelnen Nahrungsmittels verfügen. Ob jeder Barfer diese Kenntnisse besitzt? Über die verschiedenen Fütterungsarten werde ich Experten befragen und deren Antworten auf diesem Blog veröffentlichen. Bis dahin wünsche ich jeder Fellnase einen gefüllten Futternapf, Gesundheit und einen guten Appetit.

5 Kommentare

  • Bevor unser Welpe zu uns kam, habe ich mich ebenfalls mit diesem Thema auseinandergesetzt. Als Hundehalter kommt man an diesem Thema ja auch gar nicht mehr vorbei. Als ich mir die Infos auf den Barf Homepages durchgelesen habe, dachte ich: Wow, das klingt total plausibel. Hunde sind Fleischfresser, keine Getreidefresser, deswegen Barf und nicht Fertigfutter, da diese hauptsächlich aus Getreide bestehen usw.
    Als ich jedoch mit meinem Züchter über dieses Thema sprach, erklärte er mir, dass viele Leute ihren Hunden Hormone durch das rohe Fleisch verfüttern würden, da das Fleisch oftmals Lymphdrüsen enthalten würde (besonders im Schlundfleisch enthalten) und dort auch die Antibiotika sitzen, mit denen die Schlachttiere oftmals gefüttert werden. Und da man nicht immer weiß was in diesem Fleisch drin ist, oftmals ist es Fleischerei-Abfall der für Menschen bereits ungenießbar ist, sollte man es lieber lassen. Es sei denn man füttert seinen Hund mit argentinischem Rumpsteak oder so 😉 Ich habe jetzt ein hochwertiges Fertigfutter empfohlen bekommen, in dem genügend (auch nicht zuviel) Nährstoffe enthalten sind und meinem Hundi schmeckt es und das finde ich wichtig.
    Ich denke mir, die Hunde die ich alt werden sah, wurden alle nicht gebarft und sind trotzdem in Würde alt geworden, also wird es meinem Welpen auch nicht schaden.
    Aber danke dass du dich nochmal so objektiv mit dem Thema auseinander setzt 😉

    • Ja, Antibiotika ist auch nochmal so ein Thema. Ich will gar nicht alle Barfer verurteilen, aber bitte, diese sollten auch akzeptieren, wenn man seinen Hund mit Fertigfutter füttert. Dir wünsche ich noch ganz viel Spaß mit Deinem Welpen 🙂

      • Das sehe ich auch so. Jeder so, wie er es meint 😉

        Vielen dank. Vielleicht magst du ja mal vorbei schauen: didogtik.wordpress.com

        Ich würde mich freuen 🙂

      • Juri

        Jeder Fällt sofort über diese Antibiotikageschichte her ist es nicht so so das sich der Mensch selber mit diesen Vollstopft ? Bitte Informiert euch bei Realisten nicht bei den Tierschutzanhängern welche zweifelsohne grossen einfluss auf Medien haben über solche Themen und ich glaube jeder will das beste für seinen Vierbeiner ob Fertigfutter oder Barf

        • Jeder so, wie er möchte. Der Artikel entstand damals, weil Barf förmlich missioniert wurde. Ich glaube, das hat sich heute schon ein wenig geändert. Ob Tierschutzanhänger nun Realisten sind oder nicht – ich denke, das ist eine individuelle Angelegenheit, genau wie die Entscheidung, was dem Hund gefüttert wird 🙂

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