Interview mit Herrn Quadflieg vom ASB zum Thema Rettungshunde

Hallo Herr Quadflieg, vielen Dank, dass Sie für dieses Interview zum Thema Rettungshund bereitstehen.

Gern,  und ich danke auch für Ihr Interesse.

Der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) arbeitet mit einer Rettungshundestaffel. In welchen Situationen werden diese Hunde eingesetzt?

Der ASB hat derzeit bundesweit 41 Rettungshundestaffeln. Grundsätzlich werden immer Rettungshundeteams aus einem Hund mit seinem Hundeführer eingesetzt. Rettungshundeteams werden zum Einsatz gebracht, wenn Personen vermisst sind. Dies kann zum einen gegeben sein, weil Personen ihr gewohntes Umfeld verlassen und ihre Abwesenheit nicht erklärbar ist (meist aus Krankheitsgründen wie Verwirrtheit oder in Selbstmordabsicht). In diesem Fall werden Rettungshundeteams eingesetzt, die in der Sparte Flächensuche oder Mantrailing ausgebildet und geprüft wurden. Zum anderen können Personen Opfer eines Unglücks (Gasexplosion o. ä.) und unter Trümmern verschüttet werden. Dann ist das in der Trümmersuche ausgebildete und geprüfte Rettungshundeteam eine Möglichkeit zur Ortung.

Beim ASB kann man sich freiwillig engagieren, unter anderem im Rettungshundedienst. Wer seinen eigenen Hund zum Rettungshund ausbilden lassen möchte: Welche Kriterien müssen erfüllt sein und wie wird im Vorfeld geprüft, ob sich der einzelne Hund als Rettungshund eignet?

Ausgebildet werden ausschließlich Rettungshundeteams. Man kann also seinen Hund nicht einfach zum Rettungshund ausbilden lassen, sondern es wird eben so viel Wert auf die Ausbildung des Hundeführers gelegt. Grundsätzlich eignen sich alle gesunden Hunde, allerdings ist die Ausbildungsdauer je nach den mitgebrachten Voraussetzungen unterschiedlich lang. Zu Beginn der Ausbildung muss sich der Hund einem Eignungstest unterziehen, in dem seine Belastbarkeit und Lernfähigkeit in sozialen Situationen überprüft wird. Auch die Verträglichkeit mit anderen Hunden ist von Bedeutung. Zudem wird während der doch längeren Ausbildungszeit darauf geachtet, ob die Rettungshundearbeit für den Hund eine gut verkraftbare Beanspruchung darstellt.

Grundsätzliche Voraussetzungen beim Hundeführer sind viel Zeit für die Ausbildung, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, sich in eine Gruppe angemessen zu integrieren. Der Hundeführer wird angeleitet, seinen Hund wirkungsvoll als Rettungshund zu führen. Daneben muss er Ausbildung in den Fertigkeiten absolvieren, die für die erfolgreiche Rettungshundearbeit  erforderlich sind (z.B. Orientierung im Gelände, Funk, Erste Hilfe bis zum Sanitätshelfer, Eigensicherung  und Einsatztaktik).

Wie lange dauert eine solche Ausbildung und wie oft muss mit dem Hund trainiert werden?

Bei einem in der Rettungshundearbeit unerfahrenen Team geht man von einer Ausbildungsdauer von etwa zwei Jahren bis zur ersten Prüfung aus. Ein erfahrener Rettungshundeführer wird weniger lang benötigen. Als Faustregel für die Häufigkeit kann man von ca. zwei Terminen pro Woche ausgehen, meist ein längerer (ca. 6 Stunden) an einem Samstag oder Sonntag und ein kürzerer am Abend unter der Woche. Das variiert allerdings mit der Sparte (Trümmer, Fläche oderMantrailing), wobei die genannte Zeit eher im unteren bis mittleren Bereich liegt.

Wann kommen die Rettungshunde der freiwilligen Helfer zum Einsatz?

Zum Einsatz der Rettungshundeteams kommt es, wenn Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst dies für erforderlich halten. Berücksichtigt wird dabei natürlich auch, ob der Einsatz einer Spürnase sinnvoll ist. Im verrauchten Brand

haus kann der Hund auch nichts ausrichten. Voraussetzung für den Einsatz ist für das Rettungshundeteam eine gültige Prüfung. Diese wird vor zwei Rettungshundeprüfern abgenommen und ist 18 Monate gültig. Danach muss sie in allen Teilen erneut bestanden werden. Eine hohe Anforderung der Qualitätssicherung also.

Wo können sich Hundehalter, die an einer Ausbildung zum Rettungshund interessiert sind, melden?

Die Rettungshundestaffeln des ASB sind bundesweit verteilt. Auf der Homepage des ASB (asb.de) besteht die Möglichkeit, sich für seine nähere Umgebung über Rettungshundestaffeln zu informieren. Dazu kann man die Postleitzahl seines Wohnorts eingegeben. Unter den Menüpunkt „Was suchen Sie?“ klickt man auf „Notfallvorsorge/Rettungsdienst“ und unter „Was soll es genau sein?“ auf „Rettungshundezüge“. Des Weiteren kann man sich auch an Frau Petra Albert im Bundesverband des ASB wenden.

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