Manchester Terrier

Der temperamentvolle und in Deutschland eher seltene Manchester Terrier erreicht eine Widerristhöhe zwischen 38 und 41 Zentimter. Der eigenständige Hund wurde früher als Jagdhund und zur Mäuse- und Rattenjagd verwendet.

Die britische Hunderasse Manchester Terrier ist vom FCI anerkannt und dort der Gruppe 3 (Terrier) und der Sektion 1 (Hochläufige Terrier) zugeordnet. Aufgrund seines Erscheinungsbildes wird er häufig  mit dem Deutschen Pinscher verwechselt.

Geschichte

Ende des achtzehnten Jahrhunderts wurden diese Hunde in Industriegebieten im Norden Englands gezüchtet und gehalten. Damals nannte man die Hunde noch Black and Tan, die es mit rauhaarigem und glatthaarigem Fell gab. Diese Hunde wurden zur Jagd verwendet und sie sorgten dafür, dass die Anzahl von Mäusen und Ratten reduziert wurde. Ebenso wurden Wettspiele mit ihnen veranstaltet, In den sogenannten Rat-Pits wurden Ratten gesetzt und der Black and Tan musste sie töten. Gewonnen hatte der Hund, der am schnellsten die Ratten ins Jenseits befördert hatte.

Endes des neunzehnten Jahrhunderts war Manchester das Zentrum der Black and Tan Zucht. Für die Entwicklung der Rasse Manchester Terrier wurde der Whippet und der Staffordshire Terrier eingekreuzt und man nahm den glatthaarigen Black and Tan als Basis.

Großbritannien verbot bereits am Ende des neunzehnten Jahrhunderts das Kupieren der Ohren. Das führte zu einem Einbruch der Zucht. Erst rund sechzig Jahre später wurden die Manchester Terrier wieder beliebter, die nun  mit V-förmigen und nach vorne kippenden Ohren bekannt wurden.

Die freiberufliche Texterin Alexandra Wagner (wortversum.de) berichtet über ihre Erfahrungen mit ihrem Manchester Terrier:

Manchester Terrier Foto: Alexandra Wagner

Manchester Terrier
Foto: Alexandra Wagner

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Ich liebe Terrier, ich mag ihre Selbständigkeit und die Tatsache, dass sie nur die Dinge tun, die sie verstehen und als sinnvoll empfinden. Der Manchester Terrier ist in der Hinsicht ganz besonders speziell und neigt bisweilen zur Raffinesse, die schon an Durchtriebenheit grenzt. Mir gefällt das (meistens), viele Leute treibt es zum Wahnsinn.

Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Beindrucken lässt sich der Manchester Terrier vor allem dadurch, dass man seine Vorhaben und Pläne voraussieht. Man muss ihm immer einen Schritt voraus sein, dann ist der Gehorsam kein Problem. Am glücklichsten ist dieser Hund, wenn er überall mit hin darf – und verhält sich bei entsprechender Erziehung dann auch tadellos. Die Arbeit mit dem Hund darf allerdings nicht vernachlässigt werden. Ist dies der Fall, dann handelt der autarke Hund bald nur noch nach seinen eigenen Vorstellungen.

Wie viel Auslauf braucht diese Rasse?

Manchester Terrier sind sehr lauffreudig und mögen beim Spaziergang Herausforderungen und Aufgaben wie Agility oder Fährtenlesen. Ist die Rasse gut ausgelastet, dann ist sie im Haus sehr ruhig, draußen ein richtiger Wirbelwind.

Für wen eignet sich diese Hunderasse? Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Der Manchester Terrier ist kein Anfängerhund. Erziehungsfehler in der Jugend verzeiht diese Rasse nur schwer, außerdem ist er extrem nachtragend und kann wirklich bis zu drei Tage lang beleidigt sein. Als Besitzer bekommt man dies deutlich zu spüren und hat unter kleinen bis größeren Racheakten zu leiden. Durch die geringe Größe und das kurze Fell ist die Rasse bestens auch für kleine Wohnungen geeignet – genügend Bewegung vorausgesetzt.

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