Französische Bulldogge

Die französische Bulldogge ist für ihren anhänglichen und verspielten Charakter bekannt. Von ihrem Charme fühlen sich viele Menschen in den Bann gezogen. Der ehemalige Rattenfänger wird bis zu 34 Zentimeter hoch und zwischen zehn und dreizehn Kilogramm schwer.

Die Französische Bulldogge hat sich zum beliebten Familienhund entwickelt. Sie ist vom FCI anerkannt und der Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) und der Sektion 11 (Kleine doggenartige Hunde) zugeordnet. Die französische Bezeichnung für diese Bulldogge ist Bouledogue francais.

Geschichte

Die Geschichte der Französischen Bulldogge beginnt in England und zwar mit der Englischen Bulldogge und dem Verbot der Hundekämpfe. Nach diesem Verbot wurde nämlich das Ziel der Zucht verändert, denn jetzt war die Nachfrage nach friedlichen und kleinen Hunden vorhanden. Somit entstand die Toy Bulldog.

Diese kleine Bulldogge war auch außerhalb Englands beliebt. Jäger Frankreichs kreuzten diese Rasse mit Terriern und hielten diese Hunde dann als Jagdhunde und meistens in Meuten.

In England wurde die kleine Bulldogge von Spitzenklöpplern und Webern in Nottingham und East London gezüchtet. 1836 erschienen diese Hunde dann das erste Mal auf einer Hundeausstellung.

Viele Spitzenklöppler Englands wanderten Ende des neunzehnten Jahrhunderts in die Normandie aus, denn dort entstanden Spitzenfabriken. Dadurch fanden die kleinen Bulldoggen ihren Weg nach Frankreich.

Mit den mitgebrachten Hunden wurde weitergezüchtet, allerdings sehr ungeregelt. Somit ist nicht ganz klar, welche Rassen eingekreuzt wurden. Vermutlich mischten Mops und Terrier mit. In Frankreich wurden dann die Stehohren zum Merkmal der Rasse.

Genau dieses Rassemerkmal führte zum Spott, als die Rasse zurück nach England kam. Die Hunde wurden unter dem Namen Terrier Boules geführt und 1880 wurde für die Zucht ein Verein gegründet. Der erste Rassestandard wurde im Jahre 1888 festgelegt.  Dabei gab es aber noch keine einheitliche Ohrenform.

Diese Hunderasse wurde lange Zeit von der Unterschicht der Bevölkerung gehalten. König Eduard VII. kaufte sich dann einen Hund mit weißer Fellfarbe. Dieser Hund hatte leicht gekrümmte Vorderbeine, Feldermausohren und eine Knickrute. Weil nun der König einen Terrier Boules hielt, wurde diese Rasse auch bei der Oberschicht beliebt.

Die Französische Bulldogge gelang Endes des neunzehnten Jahrhunderts auch in die Vereinigten Staaten. Der erste Club wurde in New York im Jahre 1896 gegründet.

Der FCI erkannte die Französische Bulldogge 1987 als eigenständige Rasse an. Der heutige Rassestandard besteht seit 1994.

 

Janine Hüsmann berichtet über ihre Erfahrungen mit ihrer französischen Bulldogge Emma:

Französische Bulldogge Emma Foto: Janine Hüsmann

Französische Bulldogge Emma
Foto: Janine Hüsmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Ich mag das kompakte dieser Rasse. Ausserdem sind sie sehr anhänglich, schlau und möchten überall dabei sein. Französische Bulldoggen sind kleine Entertainer die gerne mal den Clown machen. Dazu noch die Geräusche die sie fabrizieren…. HERRLICH!

Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Der Bully ist ein Sturkopf! Das meine ich nicht auf die trotzige Art sondern es ist wirklich so. Die Erziehung darf man auf keinen Fall vernachlässigen dann hat man verloren. Vorteil bei der Erziehung ist 1. Sie sind sehr gefräßig (für Leckerchen macht Emma zum Beispiel alles) 2. Wenn Sie eine Bezugsperson haben (die haben sie meistens) und die Bindung zum Hund stimmt tun sie fast alles. Sie wollen einfach gefallen.

Wie viel Auslauf braucht eine Französische Bulldogge?

Man hört immer wieder das sie „sportlich“ sind. Es mag durchaus Exemplare geben die in der Lage sind, längere Zeit am Stück schnell zu laufen oder sogar Agility zu betreiben. Meistens haben die Bullys aber Probleme mit der Atmung durch die platte Nase (zu kleine Nasenlöcher, zu langes Gaumensegel etc.) damit fällt langes Rennen aus.

Französische Bulldoggen sind aber durchaus in der Lage gemütliche Spaziergänge zu machen und diese genießen sie auch in vollen Zügen. Man sollte allerdings darauf achten den Hund nicht zu überfordern.

Kurz und knapp: ein Bully ist kein Border Collie, den man stundenlang auslasten muss, damit er einem die Bude nicht auseinander nimmt. Er gehört eher zu den gemütlichen und liegt gerne irgendwo herum. Dass er schläft kann man in der Regel nicht überhören, er schnarcht lauter als ein ausgewachsener Mann!

Für wen eignet sich diese Hunderasse? Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Ein Garten ist natürlich für jeden Hund toll! Eine französische Bulldogge fühlt sich aber auch in einer Wohnung wohl (wir leben auch in einer); solange ihre Menschen da sind ist alles gut.

Man sollte aber auch bedenken, dass Französische Bulldoggen aufgrund ihrer Anatomie (und leider auch Überzüchtung) einige gesundheitliche Probleme mit sich bringen können und vielleicht gar nicht in der Lage sind, 2 -3 Etagen die Treppe hochzulaufen. Möchte man 10-12 Jahre mindestens 6 mal am Tag, also 3 mal hoch und 3 mal runter, 12 -14 kg schleppen? 😉

Ich kann allen, die sich für eine französische Bulldogge interessieren, nur ans Herz legen:

Informieren Sie sich auf den bekannten Seiten zur Französischen Bulldogge!

Es ist eine tolle Rasse, aber leider auch sehr krank gezüchtet. Niemals! Wirklich niemals einfach so drauf los einen süßen kleinen Bullywelpen kaufen. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und bei einem wirklich guten Züchter kaufen!  Das Geld was man bei einem „Vermehrer“ spart, wird früher oder später in sehr hohe Tierarztkosten enden!

2 Kommentare

  • Sandra

    Habe eine ehemalige Bullyzuchthündin in schrecklichem Zustand adoptiert. Soooo traurig wie mager, und krank sie war. Sie kannte nichts und war natürlich nicht stubenrein. Bis heute sind wir ca. alle 14 Tage Dauerkunde beim Tierarzt und dennoch, sie ist meine allerbeste Freundin. Tausentfache Treue, Anhänglichkeit, sehr eigenwillig und dabei soo liebenswert, obwohl sie ca 6 Jahre nur Leid und Elend hinter sich hat.

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