Deutscher Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund stammt aus Deutschland und gehört der FCI-Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde) und der Sektion 1( Schäferhunde) an. Es gibt die stockhaarige und langhaarige Variante.

Geschichte

Der Deutsche Schäferhund ist keine sehr alte Rasse und entwickelte sich von Hütehunden, die in Deutschland im neunzehnten Jahrhundert zum Hüten, Treiben und Bewachen gehalten wurden.

Max von Stephanitz gilt als Begründer dieser Hunderasse. Er war Liebhaber dieses Hundetyps und sein Hund namens Horand von Grafrath (vorher Hektor von Linksrhein) war der erste Deutsche Schäferhund, der im Zuchtbuch des SV (Verein für Deutsche Schäferhunde) eingetragen wurde. Der überwiegende Teil der Deutschen Schäferhunde stammt von diesem Hund und dem Bruder Horands ab.

Der erste Rassestandard wurde 1891 festgelegt, wobei Stephanitz diese Rasse in drei Klassen gliederte. Somit gab es langhaarige, glatthaarige und rauhaarige Deutsche Schäferhunde. Die Stehohren mussten gespitzt, die Rute buschig und abwärts getragen und die Schnauze gestreckt sein. Es wurden verschiedene Farben und Farbschläge zugelassen und die durchschnittliche Größe lag bei 50 bis 55 cm.

Während des Ersten Weltkrieges wurde aufgrund der Deutschenfeindlichkeit der Name der Rasse geändert. Der britische Kennel Club nannte den Deutschen Schäferhund in Elsässer Wolfshund um. Diese Bezeichnung wurde dann auch von den anderen Kennel Clubs verwendet. Später wurde daraus der Elsässer Hund. 1977 machte der britische Kennel Club diese Namensänderung rückgängig, machte dies aber für die lokalen Clubs nicht zur Pflicht. Aus diesem Grund bestehen heute noch in Großbritannien Vereine, die weiterhin den Namen Alsatian Shephard Dogs (Elsässer Schäferhunde) verwenden.

Im Zuge des Ersten Weltkrieges und besonders des Zweiten Weltkrieges wurde der Deutsche Schäferhund zum Symbol des Nationalsozialismus. Die Rasse wurde von Hitler und anderen oberen Heeresführern gehalten und mit deutschen Tugenden behaftet. Rund 30 000 Deutsche Schäferhunde waren im Zweiten Weltkrieg im Einsatz. Diese Rasse war aber auch bei den Alliierten beliebt und wurde im Krieg eingesetzt.

Der deutsche Rasseclub strich im Jahre 1933 die weiße Fellfarbe aus dem Rassestandard. Dadurch wurde die weiße Fellfarbe auch vom FCI als nicht dem Standard entsprechend festgelegt. Auch in Amerika wurde das weiße Fell im Jahre 1968 gestrichen. Nur der Kennel Club Kanadas behielt die weiße Fellfarbe im Standard des Deutschen Schäferhundes bei. Weiße Schäferhunde wurden 2011 vom FCI als eigenständige Rasse anerkannt und tragen die Bezeichnung Berger Blanc Suisse.

Der Deutsche Schäferhund gehört zu den beliebtesten Hunderassen weltweit. Besonders geschätzt wird sein selbstbewusstes und sicheres Wesen und sein gutes Sozialverhalten. Die Widerristhöhe beträgt 55 bis 65 Zentimeter und er erreicht ein Gewicht zwischen 22 bis 40 Kilogramm.

 

Carola Schiller, Journalistin und Herausgeberin von tup-magazin.de berichtet über ihre Erfahrungen mit dem Deutschen Schäferhund:

Deutscher Schäferhund Foto: Regina Kaute / pixelio.de

Deutscher Schäferhund
Foto: Regina Kaute / pixelio.de

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Konzentrations- und Lernfähigkeit

Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Konsequenz von Anfang an, aber ohne Härte, die verträgt der Dt. Schäferhund überhaupt nicht. Im Vergleich zu vielen anderen Rassen ist er sehr sensibel. Inkonsequenz bestraft er damit, dass er die Führung übernimmt. Die fragt er auch grundsätzlich gerne an. Der Schäferhund will ausgelastet sein. Als Freizeit-Mitläufer halte ich ihn eher nicht geeignet.

Wie viel Auslauf braucht der Deutsche Schäferhund?

Viel Auslauf. Wenn der Deutsche Schäferhund nicht ausgelastet wird, sucht er sich Alternativen, die seinem Besitzer garantiert nicht passen. Das liegt vermutlich auch daran, dass er eigentlich ein Hütehund ist und seine Konzentrationsfähigkeit Zuchtziel ist. Auslauf sollte möglichst mit Aktionen verbunden sein. Entweder Spiel mit Menschen oder mit anderen Hunden. Das Bedürfnis nach Bewegung hängt bei ihm auch stark vom Alter ab. Er muss in jungen Jahren lernen, dass es klare Ruhepausen gibt, auf die dann aber natürlich Bewegung mit Spiel folgen muss. Sobald er ausgewachsen ist, kann er (bei entsprechender Ausbildung) gut am Rad laufen.

Für wen ist der Deutsche Schäferhund geeignet?

Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Als Familienhund ist er bei guter Ausbildung gut geeignet. Durch seinen Hüte- und Schutztrieb kann es aber passieren, dass er die Kinder der Familie bewacht. Für Familien mit kleinen Kindern ist er als Anfängerhund daher nur bedingt sinnvoll. Der Dt. Schäferhund ist ein hervorragender Begleithund, auch für Jogger und Reiter. Dabei ist er für Mittelstrecken geeignet. Regelmäßige Distanzen über 10 km bei Läufern und über 30 km bei Reitern (vor allem über mehrere Tage) sind nur für sehr fitte Schäferhunde geeignet. Ein Hochleistungssportler ist er nicht grundsätzlich. Er eignet sich außerdem fürs Mantrailing und bedingt für Agility. Die meisten DSH sind ballverrückt und nur mäßig verfressen. Auch Trickdogging ist oft genau sein Ding. Hier hilft ihm seine Fähigkeit zu beobachten und sich zu konzentrieren. Das macht ihn auch für die Rettungshundearbeit so interessant. Der Schäferhund kommt vermutlich auch mit einer Wohnung zurecht, wenn er genügend gefordert und gefördert wird. Er baut eine sehr starke Bindung zu seiner Familie auf und sucht die Nähe zum Menschen. Er ist außerdem ein hervorragender Wachhund, ohne gleich in jedem Postboten einen Massenmörder zu vermuten.

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