Briard

Der Briard stammt aus Frankreich und ist eine vom FCI anerkannte Hunderasse. Der auch als Berger de Brie bezeichnete Hund ist der FCI-Gruppe 1 (Hütehunde und Treibhunde) und der Sektion 1 (Schäferhunde) zugeordnet.

Geschichte

Zur Herkunft und über die Geschichte des Briards gibt es unterschiedliche Angaben, sodass lediglich Vermutungen angestellt werden können.  So gibt es einige Erzählungen, wie die über den Mord von Aubry de Montidier:

Die Rache des Chien d´Aubry

Aubry de Montidier gehörte dem mittelalterlichen Adel an. Er wurde ermordet und sein Hund war angeblich Zeuge dieser Tat. Fortan wurde der Täter von diesem Hund verfolgt. Als der König  von diesem Ereignis erfuhr, erteilte er einen Befehl: Hund und Angeklagter sollten sich duellieren.

Bei diesem Duell wurde der Mörder vom Hund heftig attackiert. Diese Attacken brachten den Täter dazu, den Mord an Aubry zu gestehen.

Ob es sich tatsächlich so oder anders oder gar nicht zugetragen hat – das kann niemand mit Bestimmtheit sagen.

Und weiter zur Geschichte des Briards

Ebenso nicht sicher nachweisbar sind die berühmten Liebhaber dieser Rasse. Napoléon, Karl der Große, Lafayette sowie Thomas Jefferson sollen dem Briard sehr zugeneigt gewesen sein.

Der Naturforscher und Schriftsteller de Buffon erwähnte 1785 in seinem Werk den Namen Chien de Brie, wobei von einem schwarzen, langhaarigen Hund die Rede war, der zum Herdenschutz verwendet wurde.

  1. Megnin war ein französischer Kynologe, der Ende des neunzehnten Jahrhunds davon ausging, dass der Chien de Brie eine Mischung aus dem Barbet (Französischer Wasserhund) und dem Chien de Berger Francais sei.

Der Briard gilt seit 1896 als eigenständige Hunderasse. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der „Club des Amis du Briard“ gegründet – der Club der Briard-Freunde/ Liebhaber. Diese Vereinigung spielte eine wesentliche Rolle für das einheitliche Erscheinungsbild und Wesen des Briards, denn der Club setzte sich für die Ausbildung und die Zucht dieser Rasse ein.

Die Armee Frankreichs setzte den Briard für verschiedene Aufgaben im Ersten und Zweiten Weltkrieg ein. Diese furchtlosen Hunde mit ihrem kräftigen Körperbau bekamen beispielsweise Munitionsgurte umgeschnallt, die sie dann zu den Soldaten an der Front brachten. Ebenso wurden sie zur Sprengstoffsuche und für die Rettung verletzter Soldaten eingesetzt.

Sandra Westphal stellt uns den Briard vor:

Copyright: WestphalWirkt.de

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Welche Hunderasse hast Du und wie ist der Name des Hundes?

Wir haben zwei Briard-Hündinnen namens Fine und Hella. Der Briard („Berger de Brie“) ist eine alte, französische Rasse, die 1809 erstmalig erwähnt wird. Der Briard wurde früher als Hirtenhund eingesetzt. (FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr 113). Briards gibt es in schwarz, fauve (siehe Foto) und ganz selten in grau.

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Briard-Besitzer sagen immer, der Briard ist ein „Herz mit Haaren drum herum“. Bevor wir unseren ersten Briard hatten, empfand ich das etwas poetisch. Heute gebe ich ihnen Recht. Briards sind clever, eigenständig und auch manchmal eigensinnig. Sie treffen eigene Entscheidungen. Sie sind kuschelig, verschmust und manchmal verspielt. Sie sind sportlich und lieben es, sich zu bewegen. Sie nutzen aber auch jede Minute, um ihre Kräfte zu schonen und gemütlich zu pausieren. Das allerwichtigste ist: dabei sein und das Rudel zusammen zu halten. Der Briard ist treuer Gefährte, ein Hund, auf den ich mich verlassen kann.

Copyright: WestphalWirkt.de

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Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Die Adjektive „eigenständig“ und manchmal „eigensinnig“ hatte ich schon erwähnt. Der Briard ist kein Anfängerhund. Er braucht klare Regeln und eine liebevoll-konsequente Umsetzung.

Wie viel Auslauf braucht diese Rasse?

Ich möchte hier keine Zeit- oder Kilometerangabe machen – der Briard braucht eine sinnvolle Mischung aus Beschäftigung und Bewegung. Er liebt es, auch seinen Kopf anzustrengen. Mantrailing, Suchspiele, Arbeiten auf dem Hundeplatz usw. können gute Bausteine zu einer guten Auslastung sein.

Für wen eignet sich der Briard?

Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Als Hirtenhund hütete er früher die Schafe. War die Herde in Bewegung, lief der Hund herum und hielt sie zusammen. War die Herde ruhig, suchte er sich ein Plätzchen und schlief. Heutzutage ist es die Familie, die er behütet. Wenn er als Familienhund leben darf, baut er eine gute Beziehung zu ihnen auf. Er wird von sich aus auf „seine Leute“ achten und immer um sie herum sein. Der Briard eignet sich nicht als Ketten- und Hofhund.
Er hat noch einige ganz besondere Eigenschaften, die ich hier aufzählen möchte: temperamentvoll, wachsam, misstrauisch gegenüber Fremden, arbeitsfreudig auf dem Hundeplatz, ob das Breitensport oder Rettungshundearbeit ist. Er eignet sich auch zum Schutzhund. Verspielt – untereinander und mit Menschen und keine Kläffer.
Einen Jagdtrieb hat er nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel), auch wenn er gerne mal einem Vogel oder Hasen nachrennt.

Da ein Briard eine gewisse Größe erreicht (Rüden 62–68 cm, Hündinnen: 56–64 cm) sollte jeder selbst entscheiden, ob man ihn in einer Wohnung halten will, oder ob er einen Garten braucht. Dem Briard selbst ist das egal. Hauptsache dabei….

Da der Briard wohl zu den Hunderassen gehört, die sich von der Welpenzeit bis zum ausgewachsenen Hund auch optisch extrem verändern, rate ich jedem Interessenten, sich auch damit zu beschäftigen. Es gab schon Welpenerwerber, die sich nachträglich gewundert haben…

Copyright: WestphalWirkt.de

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Sandra Westphal

Hier geht es zur Homepage von Fine vom Sonnenblumenhof – übrigens gibt es viele, schöne Geschichten von Fine in einem Buch zu lesen. Stöbert ruhig mal auf der Webseite.

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