Berger Blanc Suisse

Der Berger Blanc Suisse erreicht eine Widerristhöhe zwischen 55 und 66 Zentimeter und wird bis zu vierzig Kilogramm schwer. Der weiße Schäferhund ist der ideale Familienhund, denn er liebt Kinder und hat eine hohe Reizschwelle.

Geschichte

Berger Blanc Suisse gehören zur FCI-Gruppe 1 – Hüte- und Treibhunde. Die Hunde der Schäfer hatten häufig eine weiße Fellfarbe, denn dadurch ließen sie sich von dem Raubwild selbst bei Dunkelheit gut unterscheiden.

Die Geschichte des Berger Blanc Suisse geht auf das neunzehnte Jahrhundert zurück und beginnt mit dem weißen Schäferhund namens Greif, der von Friedrich Sparwasser von Baron von Knigge gekauft wurde. Sparwasser ließ seine Hündin von Greif decken. Von diesem Wurf nahm er eine Hündin und züchtete mit ihr weiter, wobei er von diesem Wurf einen Rüden ins Zuchtbuch vom Verein Deutscher Schäferhunde eintragen ließ. Diese Rüde und ein Wurfbruder wurden als Deckrüden verwendet. Einige Nachkommen dieser Deckrüden waren weiße Schäferhunde. Diese trug man auch ins Zuchtbuch ein.

Bis 1933 war die weiße Fellfarbe als Rassestandard der Deutschen Schäferhunde zugelassen. In diesem Jahr strich man die weiße Fellfarbe aus dem Standard dieser Rasse. Nun waren also weiße Schäferhunde nicht mehr für die Zucht zugelassen. Der Grund für diese Handlung: Bei der Zucht von Deutschen Schäferhunden traten ED, HD, Taubheit, Blindheit und andere Gendefekte auf. Für diese Defekte machte man die weißen Schäferhunde verantwortlich.

Auch vom FCI wurden weiße Schäferhunde nicht mehr zugelassen. Somit wurden Schäferhunde mit weißer Fellfarbe im europäischen Raum immer seltener.

Allerdings exportierte man ein paar weiße Schäferhunde nach Kanada und in die Vereinigten Staaten, wo mit ihnen gezüchtet wurde. Dadurch wurde die Geschichte der Schäferhunde mit weißer Fellfarbe fortgesetzt. Diese Hunde erfreuten sich zwar großer Beliebtheit, aber sie wurden weder vom CKD (Canadian Kennel Club) noch vom AKC (American Kennel Club) als eigenständige Rasse anerkannt.

Viele Jahre später fand der weiße Schäferhund wieder seinen Weg zurück nach Europa. In den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der weiße Schäferhund namens Lobo von Agatha Burch in die Schweiz gebracht. Lobo wurde in den Vereinigten Staaten geboren und mit ihm begann die Reinzucht weißer Schäferhunde. Im Jahre 1991 wurde der Weiße Schäferhund ins Schweizerische Hundestammbuch eingetragen. Durch den Import weiterer weißer Schäferhunde aus Kanada und den Vereinigten Staaten konnte weitergezüchtet werden und allmählich verbreitete sich diese Rasse auch in andere europäische Länder.

2001 stellte die Schweizerische Kynologische Gesellschaft einen Antrag auf Anerkennung beim FCI. Die Schweiz konnte den Nachweis von acht Linien erbringen, die voneinander unabhängig waren. Somit gilt die Schweiz als Ursprungsland dieser Rasse, die daraufhin als Berger Blanc Suisse bezeichnet wurde.

2003 wurde die Rasse vom FCI vorläufig anerkannt. Im Jahre 2011 erhielt die Rasse Berger Blanc Suisse dann die endgültige Anerkennung des FCIs.

 

Michael Lang (berla-blog.de) berichtet über seine Erfahrungen mit seinem Berger Blanc Suisse namens Ice:

Welche Hunderasse hast Du und wie ist der Name des Hundes?

Mein Berger Blanc Suisse (auch als kanadischer, schweizer und weißer Schäferhund bekannt) entspringt einer sehr kurzen Ahnenreihe, ist für die Zucht zugelassen und zeigt sich sehr arbeits- und gelehrsam. Sein Zuchtname ist „Rin Tin Tin of the Holy White“ – was zwar seine Abstammung belegt und auch darauf hinweist, dass er einem R-Wurf entspringt, aber mir viel zu mühsam auszusprechen ist. Deshalb ist sein Rufname kurzerhand „Ice“.

Berger Blanc Suisse namens Ice
Foto: Michael Lang

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Eine einzelne Besonderheit vermag ich an meinem weißen Schäferhund nicht auszumachen. Es ist vielmehr die Kombination verschiedener Faktoren, die auf mich persönlich sehr attraktiv wirken. Zum einen bringt er eine stattliche Größe mit, die ich an Hunden sehr schätze. Sein weißes Fell (in meinem Fall eine tolle Mischung aus Stock- und Langstockhaar) begeistert mich seit seiner Ankunft. Das sind die optischen Reize, die den weißen Schäferhund für mich zur ersten Wahl gemacht haben.

Mindestens genauso wichtig sind die Charaktereigenschaften eines Hundes, die zu mir und meinen Lebensumständen passen müssen. Er muss arbeitswillig, aber auch verspielt sein. Besonderen Wert lege ich auf die Familientauglichkeit, was bei 2 kleinen Kindern ein absolutes Muss darstellt. Sein Beschützerinstinkt ist äußerst beruhigend. Instinktiv bewacht Ice die Kinder, wenn sich „Fremde“ nähern. Er beobachtet die Situation, zeigt Präsenz, ohne aber irgendeine Form von Aggressivität an den Tag zu legen. Hier zeigt sich, dass die Entscheidung, einen weißen Schäferhund in unser Menschenrudel zu holen, eine sehr gute Entscheidung war.

Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Die Erziehung eines Berger Blanc Suisse muss sehr behutsam durchgeführt werden. Anschreien oder gar Gewalt sind absolut ungeeignete Mittel der Erziehung. Weiße Schäferhunde reagieren sehr sensibel und benötigen eine gewisse Zeit, um ein tiefes, inniges Vertrauen aufzubauen. Mit sanfter Hand und wohldosierten Übungseinheiten lässt sich der weiße Schäferhund aber sehr gut erziehen. Der Grundgehorsam, den jede Hunderasse mindestens beherrschen sollte, ist schnell antrainiert.

Der weiße Schäferhund braucht auf jeden Fall eine ruhige und zeitgleich bestimmende Bezugsperson, auf die er sich blind verlassen kann. Wenn dieses Band einmal geschaffen ist, kann eine weiterführende Ausbildung in der Regel ohne Probleme durchgeführt werden. Geistige und körperliche Beschäftigung ist für den weißen Schäferhund ein absolutes Muss, da er sonst dazu neigen kann, seiner Langeweile durch den Umbau diverser Möbel und Einrichtungsgegenstände unangenehm auffallen kann.

Wenn die Erziehung bzw. Ausbildung in der zum Charakter passenden Dosierung durchgeführt wird, ist der weiße Schäferhund äußerst leistungsfähig. Ice hat in kürzester Zeit gelernt, 12 verschiedene Kommandos wie beispielsweise „komm her“, „Sitz“, „Platz“, „Geh“ usw. über bloße Sichtzeichen zu befolgen. Dadurch wird lautes Brüllen von Kommandos komplett überflüssig und die Aufmerksamkeit des Hundes wird auf mich gelenkt. Wichtig ist die regelmäßige, tägliche Beschäftigung mit dem Hund.

Wie viel Auslauf braucht diese Rasse?

Der weiße Schäferhund ist eine große Hunderasse und dementsprechend viel Auslauf benötigt er auch. Mit täglich rund 7 km bis 15 km Auslauf muss man schon die entsprechende Zeit opfern können, damit der weiße Schäferhund als Option in Betracht gezogen werden kann. Der weiße Schäferhund ist durchaus ausdauernd, auch wenn man darauf achten muss, dass er nicht überfordert wird. Ice ist gut in der Lage, einige Kilometer neben dem Fahrrad zu laufen, sofern man keinen überlangen Sprint einlegt. Nicht vergessen darf man die Pausen, die für die notwendige Erholung sorgen.

Für wen eignet sich der Berger Blanc Suisse?

Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Der weiße Schäferhund ist besonders gut für Familien geeignet, in denen er eine feste Bezugsperson findet, die mit ihm arbeitet. Er zeigt unendliche Geduld im Umgang mit kleinen Kindern und zeigt bei keiner Gelegenheit aggressives Verhalten. Bei Familien, in denen kleine Kinder sind, während der weiße Schäferhund als Welpe hinzugeholt wird, muss man darauf achten, dass die kleinen Kinder den Welpen nicht zu sehr in Beschlag nehmen. Er wird sonst im späteren Verlauf ein ängstlicher Hund werden, was für Erziehung und Ausbildung nicht hilfreich ist.

Ob der weiße Schäferhund in einer Wohnung oder einem Haus mit Garten lebt, ist ihm herzlich egal. Wichtig ist, dass er immer als Teil des Rudels angesehen wird. Wo immer Herrchen oder Frauchen sind – der weiße Schäferhund ist mit dabei. Er wird deshalb auch häufig als „weißer Schatten“ bezeichnet. Obwohl diese Rasse äußerst anhänglich ist, machen ihm ein paar Stunden alleine keinen Kummer. Dies sollte man ihm aber schon in frühen Tagen antrainieren, damit Alleinsein kein Problem wird.

Kommentar verfassen