Australian Cattle Dog

Wie der Name schon sagt stammt der Australian Cattle Dog aus Australien. Früher nannte man diese Hunde auch Australian Heeler oder Queensland Heeler. Diese Hunde wurden zum Treiben von Rinderherden verwendet.

Hündinnen erreichen eine Widerristhöhe zwischen 43 cm und 48 cm und Rüden können bis zu 51 cm hoch werden.

Geschichte

Die Entstehung der Rasse Australien Cattle Dogs hängt mit den ersten Einwanderern zusammen. Damals siedelten sich die meisten Einwanderer zunächst im Bereich um Sidney an. Vieh und Hunde wurden aus der Heimat – hauptsächlich aus England – mitgebracht. Die Hunde mussten sich zwar an das australische Klima gewöhnen, aber sie erledigten ihren Job gut.  Die Viehherden wurden auf Weiden gehalten, die eingezäunt waren. Die Hunde trieben das Vieh zum Hof oder zum Markt.

Im Laufe der Zeit breiteten die Einwanderer sich aus und mussten sich nun mit einer anderen Form der Viehhaltung vertraut machen. Zu einer Farm gehörten riesige Weideflächen, sodass eine Umzäunung nicht möglich war. Die Rinder konnten sich somit frei auf mehreren hundert oder tausend Quadratkilometern bewegen.

Bis dahin wurden meistens Hunde wie Black Bobtails oder Smithfields für das Treiben von Vieh gehalten. Diese sehr bellfreudigen und eher schwerfälligen Hunde waren jedoch dieser neuen Aufgabe nicht gewachsen. Zudem reagierten die Rinder oftmals panisch auf das Gebell der Hunde.

Timmins verpaarte im Jahre 1830 seine Smithfields-Hündin mit einem Dingo. Dieser australische Wildhund ist ein ruhiger und geschickter Hund.  Außerdem haben Dingos natürlich keine Probleme mit Australiens klimatischen Verhältnissen.

Mit diesen, als Timmins Heeler bezeichneten Hunde begann also die eigentliche Geschichte der Australien Cattle Dogs. Die sehr agilen Hunde verstanden es, das Vieh ruhig zu treiben. Allerdings handelte es sich um eigensinnige Hunde, die zudem einen zu harten Biss vorwiesen. Deshalb konnten sich Timmins Heeler nicht durchsetzen.

Zehn Jahre später, im Jahre 1840, wurden zwei Kurzhaarcollies von Thomas Hall aus Schottland importiert. Diese Blue-merle farbenen Hunde wurden ebenfalls mit dem australischen Wildhund gekreuzt. Diese aktiven Hunde wurden Halls Heeler genannt und zeichneten sich durch einen sehr guten Instinkt und eine hohe Intelligenz aus.

Die Halls Heeler erfreuten sich schnell einer großen Beliebtheit und somit kreuzten auch andere Leute Collies mit Dingos und mit den besten Welpen wurde weitergezüchtet.

Die Brüder Harry und Jack Bagust gehörten zu den Käufern dieser Hunde. Ihr Anliegen war es, noch bessere Hunde für das Viehtreiben zu erzeugen. Die Hunde sollten dem Vieh und den Menschen stärker zugeneigt sein. Deshalb kreuzten sie Dalmatiner ein. Außerdem verwendeten sie zur weiteren Einkreuzung den arbeitseifrigen Kelpie.  Damit war sozusagen der Australien Cattle Dog geboren: Ein kompakter, aktiver Hund, der als Treibhund ausgezeichnete Arbeit ablieferte.

 

Diana Gloe berichtet über ihren Australian Cattle Dog:

Welche Hunderasse hast Du und wie ist der Name des Hundes?

Ich habe einen Australian Cattle Dog namens The Dream of Wanambi Crazy litte Thing. Hier heißt sie aber nur Uschi.

ACD

Was ist für Dich das Besondere an dieser Rasse?

Diese Rasse ist sehr ursprünglich und selbstständig. Es sind Treibhunde, die in Australien zum Rinder eintreiben genutzt werden. Für mich ist es einfach ein absolut genialer Hund, mit sehr vielen kreativen Ideen.

Ich mag ihre Körperform. Kräftig, sportlich und trotzdem handlich.

WolFotografie Vroni Effner

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Vroni Effner

Wie gestaltet sich die Erziehung? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Puh, man sollte von Anfang an sehr konsequent sein. Diese Hunde merken sich alles und sind mega intelligent und schnell. Sie machen sehr viel mit den Zähnen, was sich natürlich dann auch mal in Löchern zeigen kann. Uschi läuft bei mir im Gassi-Service mit und hat aus dem Grund schon eine gute Auslastung. Allerdings muss man wissen, dass diese Rasse auch gerne andere Hunde treibt. Da muss man ein Auge drauf haben.

Wie viel Auslauf braucht diese Rasse?

Das kann man bei keiner Rasse pauschal beantworten. Australian Cattle Dogs sind Arbeitshunde und so sollte man sie auch behandeln. Couchpotatoes sind es nicht. Wie bei jeder Arbeitsrasse kommt es darauf an, wie intensiv die Arbeit ist, wie die Kopfauslastung aussieht und was man überhaupt erwartet.

Für wen eignet sich diese Hunderasse?

Kann dieser Hund in der Wohnung gehalten werden oder sollte ein Haus mit Garten vorhanden sein?

Der Cattle mutiert gerade zum Modehund. In ganz vielen Tierheimen und bei ACD in Not sieht man das Ergebnis.

Diese Rasse eignet sich für Menschen mit viel Hundeverstand und noch mehr Humor.

Natürlich können sie in der Wohnung gehalten werden. Sie brauchen den Menschen um sich herum. Garten ist doch für jeden Hund schön, aber für die wenigsten notwendig.

Dadurch, dass ich eh sehr viel unterwegs bin mit meinen Hunden, wird im Haus geschlafen. Uschi wächst mit meinen Kindern und meinen Hunden auf. Ich achte auf Ruhe. Den „Aus-Knopf“ darf man bei ihr nicht vergessen, denn sonst puscht sie bis zum umfallen. Deswegen ist hier auch ein ganz strenges Management erforderlich. Denn so ein aufgepuschtes Hundetier ist zwar erst ganz nett, aber leider nicht auf Dauer. Das mussten auch schon die Kinder lernen. Hundezähne in Menschenhaut sind sehr unangenehm.

Definitiv ist der ACD nicht für jeden geeignet. Ich persönlich habe über vier Jahre mit mir gehadert und habe mich und meine Familie sehr lange darauf vorbereitet. Man muss wirklich sehr realistisch denken, wenn man sich so einen Vollbluthund ins Haus holt.

 

 

4 Kommentare

  • Silke

    Leider kenne ich Leute, die sich einen aus dem Tierschutz holten, wohl wissend um die Probleme, und dann meinten, 3 Stunden Gassi täglich wären genug Auslastung. Vorher hatten die einen sehr gemütlichen Altdeutschen Hütehund.
    Es kam, wie es kommen musste: der Hund scnappte nach allem, was sich bewegte, vor allem Besucher, biss auch mehrmals zu, sodass er weg gesperrt werden musste und sich die Seele aus dem Leib bellte, wenn jemand da war. Nach gerade mal drei Monaten gaben sie ihn zurück ins Tierheim. 🙁
    Ich persönlich finde, dass zu viele Leute sich leichtfertig Arbeitsrassen holen, ob Cattle, Shepherd, Border etc., und sich dann wundern, wenn sie einen tendenziell aggressiven Kläffer daheim haben. Auslasten bedeutet eben mehr als Gassi zu gehen.

  • eve

    ich kenne die rasse acd seit 20 jahren und konnte mir vor zwei jahren endlich meinen eigenen acd zutun.
    seither musste ich all die für mich und für all die nett gemeinten tipps von hundetrainerinnen über bord werfen. ein acd lässt sich nun mal nicht einfach mal nebenbei erziehen.
    er braucht sehr viel kopfarbeit aber er macht nicht täglich das was man ihm sagt sondern das was er möchte. und nicht beliebig oft hintereinander.
    ichhab fast alle ziele erreicht, die mir wichtig waren: ein leinenloser hund, der den ganzen tag mit mir draussen dabei ist und der meine sportlichen aktivitäten begleitet.
    er geht zwar mit ‚allen‘ gassi, ist aber dennoch ein ein-mensch-hund. er gehorcht anderen nur wenn es ihm auch grad passt. bin ich da, imteressieren ihn kommandos von anderen nicht mehr. verfressen ist er auch nicht, wer meint mit den richtigen leckerli sei auch der acd nicht mehr diebstahlsicher hat weit gefehlt:-).
    ich würde diese rasse niemals als ersthund für eine familie oder einfach als ‚ach-da-ist-ja-noch-der-hund‘ empfehlen. da gibt es wirklich einfacheres.
    wer aber richtig viel zeit und sportlichkeit in einen freund investieren will, der bekommt ein handliches rudelmitglied, besten freund und kumpel fürs leben.
    ich bin froh hab ich ihn <3

    • Es sind einfach die tollsten Hunde überhaupt, wenn man weiß auf was man sich einlässt.
      Sie denken einfach selber und lassen nicht für sich denken.
      Die meisten Menschen sehen meine Hündin, wie sie mich abhimmelt und möchten genau so einen Hund. Leider vergessen ist übersehen sie das diese Hunde zum treiben eingesetzt werden und das ganze selbstständig.
      Und das extrem viel Arbeit und Verständnis hinter meiner Hündin steckt.
      Nicht nur das tolle Fell, die tolle Farbe und der unwiderstehliche Blick.
      Viel Spaß noch mit deinem Freund und Kumpel

    • Hutzel

      Bin bei dir und musste erhlich grade heulen als ich Deinen Text gelesen habe. Ich habe jetzt meinen Dritthund einen 8 Wochen alten Shepard, Konsequenz, Vertrauen, Aufgaben, Freundschaft … meine gehen überall mit hin. Er ist jetzt zwei Tage hier, habe kaum geschlafen aber es hat sich rentiert. Geht auf den Platz sauber kommt hört schon auf den neuen Namen und haben schon viel gemacht. Jetzt ist er bumsall und pennt. Es ist einfach der Hammer

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