Hundekleidung – ist das nötig?

Hundekleidung – sinnvoll oder sinnlos? Hätte man mich vor einigen Jahren gefragt, hätte meine Antwort gelautet: Moah, total unnötig. Manchmal muss man wohl erst eigene Erfahrungen machen…

Wind und Regen – mein Hund wird zum Steiftier

Emma läuft normalerweise immer locker, fröhlich und versprüht jede Menge Lebensfreude. Bei starkem Wind oder Sturm sieht man aber eine andere Emma: Geduckt und mit steifer Körperhaltung geht sie eher lustlos und ihr Gesichtsausdruck scheint zu sagen: „Müssen wir jetzt und hier spazieren gehen?“.

Diese Bilder sehen witzig aus – aber Emma empfindet Sturm als sehr unlustig:

 

Ähnlich sieht es aus, wenn wir bei Regen spazieren gehen. Leichter Regen ist noch ok. Aber wenn es dann auch noch kalt ist oder der Regen stärker wird, dann kommt wieder mein Steiftier zum Vorschein – und das, obwohl sie sonst mit Vorliebe in jedes Wasser geht und sich da genüsslich hinein legt.

 

Die lange Morgenrunde einfach aufgrund des Wetters ausfallen lassen oder stark zu verkürzen – das ist für Emma keine Lösung. Sie braucht ihre morgendliche Bewegung und das am besten ohne steife Körperhaltung.

 

Hundekleidung … und schon bleibt Emma fröhlich

Weil Emma schnell friert, suchte ich irgendwann im Internet nach der für sie passenden Hundekleidung. Auf unserer Sommertour wurde der Regenmantel schon sehr oft genutzt. In der Bretagne hatten wir häufig Regenwetter und in Deutschland war das Wetter nicht viel besser.

Auf lange Spaziergänge mussten weder Emma noch ich verzichten – wobei für sie schneller ein guter Regenschutz gefunden war.

In diesem Winter konnte Emma nicht so flitzen wie sie es sonst tut. Der Grund war ein Beinbruch und somit lange Schonzeit. Sie fror ziemlich schnell und ich kaufte ihr einen Mantel und einen Pulli. Mit dem Pulli (ein Kevin Jumper von Sofasoftwear) läuft sie so locker und fröhlich und das selbst bei sehr kaltem Wind – wie heute Morgen.

Mittlerweile habe ich also  meine Meinung geändert: Nicht immer ist Hundekleidung unnötig. Mich stören auch nicht mehr die Kommentare mancher Leute, denn ich weiß, dass meinem Hund die Kleidung gut tut.

 

Übrigens sah ich letztens eine sehr gute Darstellung mittels Wärmekamera. Den Beitrag fand ich so gut, dass ich ihn nun an dieser Stelle verlinke: Klickst du hier.

 

Hundekleidung: Ist sie immer und für jeden Hund nötig?

Die Antwort lautet: Nö. Nicht jeder Hund friert schnell und manche Hundeklamotten sind wirklich ziemlich sinnbefreit. Wenn es nur darum geht, den Hund zum Modepüppchen umzugestalten – dann ist das mehr als unnötig.

 

Funktionelle Kleidung, die den frierenden Hund vor Wind und Wetter schützt – das macht durchaus Sinn.

 

Unserem verstorbenen Rüden hätte ich mit Kleidung nichts Gutes getan. Er hatte sehr dichtes und dickes Unterfell und hat selbst bei sehr kalten Temperaturen nicht gefroren. Ich kann mich noch gut an einen Januarmorgen erinnern, den wir in den Bergen Lorcas verbrachten. Wir staunten nicht schlecht, als wir aus dem Fenster unseres Wohnwagens schauten: Schnee! Und das im Süden Spaniens.

Während meine damalige Hündin keinen Schritt durchs kalte Weiß gehen wollte, legte Lucky sich genüsslich in den Schnee. Meine Hündin verbrachte diesen Tag vor dem Ofen und in Decken gehüllt. Lucky wollte draußen bleiben und fand das Wetter einfach spitze.

 

Ähnliches erlebe ich jetzt mit Lili, die ja erst seit einem Monat bei uns ist. Als sie zu uns  kam, war ihr Körper völlig erschöpft und sie fror morgens während des Spaziergangs. Auch sie bekam einen Pulli (der ihr schon flott zu kurz wurde). Anfangs fand sie das gut und sie lief locker und nicht mehr gekrümmt.

Mittlerweile hat sich ihr Körper erholt und sie scheint zu den Hunden zu gehören, die nicht so leicht frieren. Mussten wir sie anfangs abends noch zudecken, kriecht sie jetzt sofort wieder hervor und legt sich auf die Decke.

 

Genauso ist es mit dem Pulli, den ich ihr vor ein paar Tagen morgens nochmal anzog. Lili fand das sichtbar doof und war froh, als ich ihr den Pulli wieder auszog.

Mal sehen, wie sich das entwickelt. Vielleicht braucht sie nächsten Winter keine Kleidung oder vielleicht entwickelt sie sich zur Frostbeule. Diesen Winter ist klar, dass sie keine Kleidung braucht. Emma genießt es, an kalten und regnerischen und/oder stürmischen Tagen sozusagen ein zweites Fell tragen zu dürfen – wie hier nach einer verregneten Nacht und an einem kalt-windigen Morgen:

Es ist also individuell unterschiedlich, ob ein Hund Kleidung benötigt oder nicht. Zudem kann sich das im Laufe des Hundelebens ändern. Emma hat Wind und Regen wenig ausgemacht, als sie noch zu den Junghunden zählte. Allerdings hat sie im Winter immer gerne unter dicker Decke geschlafen.

 

Ob dein Hund friert, wirst du an seiner Körperhaltung erkennen können. Auch du wirst deinen Körper automatisch anspannen, wenn es dir zu kalt ist. Genauso ist es beim Hund.

Was spricht dagegen, einem Hund Wärme in Form von Kleidung zu bieten? Es gibt  sehr gute Hundekleidung, in der sich dein Vierbeiner bestens bewegen kann und sich nicht eingeengt fühlt. Ein Tipp von mir ist Sofadogwear, die wirklich sehr gute Kleidung anbieten.

 

So wünsche ich dir und deinem Hund schöne, entspannte Spaziergänge und das bei Wind und Wetter!

6 Kommentare

  • Habe für Jana einen „Bademantel“ gekauft :-). Auch da sagen die meisten..es ist ein Hund, der schüttelt sich und dann ist gut. Gegenargument: gerade wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist und es regnet stark, ist er Gold wert. Man ist drinnen auf so engem Raum und man bekommt genug Feuchtigkeit durch die Regenjacken usw. rein. Mit dem Frotteemantel kann Jana sich entspannt drinnen überall hinlegen und nach spätestens 1 Stunde ist sie trocken 😉

  • Wir schalten in der Nacht die Truma (Heizung) immer ab – und da kann es schon mal sein, dass die Temperatur absinkt auf ein paar Grad. Nicol hat nicht nur „ihr Bett“, was aus meiner Sitzbank besteht – überzogen mit einem alten Laken, sondern bekommt auch meine Fleece-Decke um, wenn sie zusammen gerollt in einer Ecke liegt (wenn ich in die Koje krabbel). Wenn sie sie lang und ausgestreckt liegt – fühlt sie sich nicht kalt. Wobei Nicol mit ihrem langem Fell und vermutlich auch genügend Unterwolle, sowieso weniger schnell friert. Sie mag Schnee beispielsweise auch.

    Ganz liebe Grüsse belle – hoffentlich kommt mein Kommentar heute an ♥

    • Marion

      Jawohl, dein Kommentar ist angekommen 🙂 Nicol hat ja wirklich dickes Fell. Für sie wäre ein Mantel bestimmt zu warm.
      Aber klar, wenn die Truma nachts ausgeschaltet ist, wird es manchmal arg kalt. Da wird ihr die Decke gut tun 🙂

      Ein Knuddler an die Nicole

      • Dachte ich mir schon meine Liebe – denn heute bekam ich die Meldung: „Dein Kommentar wartet auf Freischaltung“.

        Keine Ahnung, warum an „dem Tag“ meine zwei Kommentare nicht ankamen – war auf „Beinbruch von Emma“ bezogen gewesen. Alles Gute weiterhin für Emma!

        Lustig ist, dass sie manches Mal echt etwas beiseite rückt, damit ich die Fleece-Decke perfekt um sie herum packen kann 😉 Als wisse sie, dass sie damit wärmer hat!

        Einen Regenmantel will ich ihr noch kaufen! Sie braucht ja immer Stunden, um trocken zu werden – das ist sicher eine sinnvolle Anschaffung! Wir hatten ja mal eine Regenjacke von Baffo dafür „missbraucht“ aber das ist nicht wirklich perfekt dafür! Oder Baffo bastelt einen Regenschirm für Hunde *smile*.

        Alles Liebe für Euch und den tollen Ausbau, für Emma und auch für die (leider) unbekannte Lili ♥

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