Haben Hunde Gefühle und wenn ja: Welche? – Buchempfehlung

Die meisten Hundehalter sind sich einig darin, dass Hunde ähnlich fühlen wie wir Menschen. Doch was ist mit komplizierten Gefühlen wie Eifersucht und Mitgefühl? Können Hunde wütend sein und Liebe empfinden? Ist das, was wir als Gefühle interpretieren, vielleicht nur anerzogen oder triebhaft?

Patricia B. McConnell geht in ihrem Buch „Liebst du mich auch? Die Gefühlswelt bei Mensch und Hund“ den Emotionen der Hunde nach. Die Autorin ist Hundetrainerin und Tierverhaltenstherapeutin in Wisconsin. Viele werden ihr Buch „Das andere Ende der Leine“ kennen. Der Frage nach den Gefühlen der Hunde geht McConnell mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen nach, kombiniert mit ihren eigenen Erfahrungen als Hundehalterin und Trainerin. Zwischendurch sind immer wieder kleine Anekdoten zu lesen, die beim Leser verschiedene Gefühle erzeugen – und könnte der Hund lesen, wer weiß, ob er nicht ebenso fühlen würde.

Dass Hunde fühlen können, dürfte eigentlich jedem klar sein. Dennoch glauben einige Menschen, darunter auch Wissenschaftler, dass das, was wir als Emotionen beim Hund betrachten, lediglich Triebe oder anerzogene Verhaltensweisen sind.

Das Buch vermittelt fachliches Wissen über Gehirnaufbau, Funktionen der Gehirnregionen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten vom hündischen und menschlichen Gehirn und behandelt verschiedene Emotionen wie Angst, Wut, Liebe und Glück. Dabei hat die Autorin es geschafft, dieses Wissen kurzatmig zu beschreiben. Langeweile wird somit nicht aufkommen.

Ebenso geht es um die Denkfähigkeit von Hunden: Kann ein Hund Gedanken nachgehen? Wenn er denkt, was denkt er? Und hat er die Möglichkeit seine Handlungen gut zu überlegen?

Trotz wissenschaftlicher Anteile hat dieses Buch einen großen Unterhaltungswert. An vielen Stellen musste ich herzhaft lachen und ich hätte nur allzu gerne gewusst, was meine Hündin in diesen Momenten gedacht hat, wenn sie mich ansah und sich vielleicht fragte, warum ich so komisch gackere.

Die Gefühlswelt von Tieren (und auch von Menschen) ist noch lange nicht komplett erforscht. Dafür müssten wir Menschen erst einmal unsere eigenen Gefühle verstehen können und bis dahin wird es noch ein weiter Weg sein. Dennoch ist dieses Buch – meiner Meinung nach – eine Bereicherung für jeden Hundehalter und auch für diejenigen, die immer noch glauben, Hunde seien gefühlslose Wesen.

2 Kommentare

  • das Buch interessiert mich, werde es mir besorgen..

  • warum sollte die tierwelt so anders ticken, als die unsere…???

    grad in therapie und kommunikation zeigt sich, wie breit gefächtert das emotionale spektrum der tiere ist, und das betrifft nicht nur hunde…

    ich habe mein leben lang mit tieren gelebt,
    ich bin der überzeugung, die haben starke gefühle und starkes empfindes
    tiere werden durch die bank unterschätzt oder falsch eingeschätzt.

    wer annimmt tiere hätte keinen gefühle, hat sie wohl nie die mühe gemacht, sie wirklich zu erleben,
    wie sie sind, im leben, im täglichen leben, wie sie re-agieren, was sie geben, wie sie sich verhalten,
    da sind eine menge gefühle…

    ich finde, ganz persönlich, tiere wären hervorragende co-trainer für menschen…
    klare kommunikation, klare rückmeldung, klare körpersprache, alles wichtig für menschen um wahrnehmen zu leren und körpersprache zu lesen. die sagt mehr als worte…

    eigentlich ist das leben mit tieren ein miteinander, bei dem beide sehr viel voneinander lernen können,
    wahrscheinlich der mensch viel mehr vom tier, als umgekehrt. wer es geschafft hat, sich auf sein gegenüber einzustellen, dem schließen sich die tiere an, dafür braucht es keine „kommandos“. das ist ein miteinander.

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