Cocker Spaniel
Cocker Spaniel

Diesmal wird die Hunderasse „Cocker Spaniel“ vorgestellt. Was ist das Besondere an dieser Rasse? Wie lassen sich Cocker Spaniel erziehen? Lest hier die Erfahrungen einer Hundehalterin.

Welche Hunderasse hast Du und wie ist der Name des Hundes?

Ich hatte von 2000 – 2011 einen Cocker Spaniel namens Tassilo.

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Was ist für Dich das Besondere an einem Cocker Spaniel?

In erster Linie überzeugt mich der Cocker Spaniel durch sein wunderschönes Erscheinungsbild und sein intelligentes wie auch liebenswertes Wesen. Ich finde, dass die meisten Cocker ein freundliches Auftreten haben und oftmals verschmitzt daherkommen. Es gibt insgesamt 28 Spaniel Arten, wovon beispielsweise der American Cocker Spaniel sehr bekannt ist („Susi“ aus „Susi und Strolch“). 

Cocker Spaniel – Aussehen und Lebenserwartung

Tassilo war ein English Cocker Spaniel und zählt damit zu den in Deutschland beliebtesten Hunderassen. Auch wenn man sie heutzutage nicht mehr allzu häufig sieht, waren sie vor allem in den 80er Jahren hierzulande äußerst verbreitet. Manche ihrer Art fallen etwas kleiner und andere wieder größer aus. In der Regel erreichen sie eine Größe von circa 40 cm, ein Gewicht von ungefähr 14 kg und eine Lebensdauer von etwa 12 – 14 Jahren.

Markant sind vor allem die langen Schlappohren und das mittellange Fell, das regelmäßiges Kämmen und Trimmen erforderlich macht. Bei meinem Hund reichte es einmal im Jahr. Dann war es aber aufgrund von Verfilzungsgefahr auch tatsächlich nötig.

Des Weiteren zählen die English Cocker Spaniel, gerade im Gegensatz zu den amerikanischen Vertretern, zu den Jagd- und Stöberhunden, weshalb sie auch lange Zeit mit kupierter Rute in Erscheinung traten.

Sie werden in unterschiedlichen Farben gezüchtet, beispielsweise einfarbig (schwarz, braun, orange), zweifarbig (schwarz-weiß, schwarz-braun, orange-weiß, lemon-weiß) oder auch dreifarbige Exemplare sind möglich.

Wie gestaltet sich die Erziehung eines Cocker Spaniels? Gibt es etwas, worauf zu achten ist?

Tassilo war ein sehr gelehriger Hund, der ausgedehnte Spaziergänge und Wanderungen geliebt hat, bei denen er auch viel herumstöbern konnte. Besonders hoch im Kurs stand bei ihm vor allem das Apportieren mit seinem geliebten Ball, den er meilenweit getragen und ohne ihn auch ungern das Haus verlassen hat.

Wichtig war ihm eine kognitive wie körperliche Auslastung. Ich denke, das trifft auf alle Cocker Spaniel zu, allein schon wegen des Jagdtriebes. Das sollte man daher vor der Anschaffung gut überdenken. Tassilo war überglücklich, wenn er seinen Ball auf einer Wiese zurückbringen durfte, ebenso, wie ihm einen Abhang hinterher zu jagen, ihn im Schnee zu suchen oder – und das habe ich ihm nicht beigebracht – ihn am Baggersee fremden Kindern vor die Nase zu legen, die ihn den ganzen Nachmittag dann auch zu Wasser beschäftigten.

Ansonsten gestaltet sich die Erziehung eines Hundes dieser Rasse als nicht allzu schwer, da er schnell Regeln lernen kann. Erfolgen diese jedoch nicht konsequent, kann er die Situation auch schon mal für sich ausnutzen. Das ist auch eine gute Überleitung zu dem Thema, dass Cocker Spaniel leider äußerst verfressen sind.

Cocker Spaniel und die Sache mit dem Fressdrang

Da ich damals mit Tassilo in der Stadt gewohnt habe und viel mit ihm in Parks unterwegs war, musste ich stets darauf achten, dass er nicht schnell in einem Gebüsch verschwand, wenn er nicht an der Leine war. Der Grund war bei ihm jedoch kein Wild, sondern eher schlecht entsorgte Essensabfälle (besonders beliebt: Dönerreste), die er schon aus weiter Distanz erschnüffelt hatte. Da Cocker Spaniel durch ihren Fressdrang zum Schlingen neigen, kann das durchaus auch mal gefährlich werden.

Einmal erwischte ich ihn, wie er ein paar liegen gebliebene Pommes Frites verspeiste. Als er sich später übergeben musste, kam eine kleine spitzgezackte Plastikgabel zum Vorschein. Ein anderes Mal war eine Magen-Operation notwendig, nachdem er Blut gespuckt hatte. Auf dem Röntgenbild war ein Draht zu erkennen. Nach der OP kam die Tierärztin auf mich zu und zeigte mir das Resultat: ein Meisenknödel. Daneben zeigte sie mir eine Nierenschale mit noch anderen Dingen, die sie in seinem Magen gefunden hatte und von denen ich keinen blassen Schimmer hatte, wie sie dort hinein gekommen waren. Ich weiß jedoch noch, was sie damals zu mir sagte: „Typisch Cocker. Aber so einen Müll habe ich aus noch keinem Magen herausgeholt“.

Wie viel Auslauf braucht ein Cocker Spaniel?

Cocker Spaniel haben einen großen Bewegungsdrang und sollten sich, gerade wenn sie jung sind, mindestens ein bis zwei Stunden täglich austoben dürfen. Tassilo gab sich auch keinesfalls mit einer ausgedehnten Runde um den Block zufrieden. Ein „großes“ Gassi am Tag forderte er auch von mir ein (und er konnte sich auch als sehr aufdringlich erweisen, wenn es danach aussah, als ob er sie nicht bekommen sollte).

Wie mir viele andere Cocker Spaniel Besitzer erzählten, gehen ihre Hunde sehr gerne ins Wasser gehen und können ausdauernd schwimmen. Tassilo ist sehr gerne neben mir am Fahrrad gelaufen und konnte das sehr ausdauernd durchhalten.

Für wen eignet sich ein Cocker Spaniel? Ist die Haltung in der Wohnung möglich oder ein Garten ratsam?

Ein English Cocker Spaniel ist in der Regel kinderlieb, freundlich zu jedermann und daher durchaus auch als Familienhund geeignet. Man sagt der Rasse außerdem nach, dass sie aufgeschlossen gegenüber Artgenossen sind, was ich durchaus beobachte, wenn meine jetzigen Hunde anderen Cockern begegnen. Aber natürlich bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel, denn Tassilo mochte am liebsten seinen Ball, dann andere Menschen, aber niemals andere Hunde.

Von vielen Cocker Besitzern habe ich gehört (und das ist auch meine Erfahrung), dass besagte Vierbeiner ihren eigenen Kopf haben und sehr stur sein können. Daher sollte man in der Lage sein, die ein oder andere Eigenart seines Cockers in Kauf zu nehmen. Des Weiteren ist ein Cocker Spaniel ein gelehriger Jagdhund, der sich daher natürlich auch für Menschen eignet, die gerne auf die Pirsch gehen. Berühmt und beliebt sind Hunde dieser Rasse zum Beispiel auch im britischen Königshaus und dort bei der Jagd nicht mehr wegzudenken. Doch zum Glück braucht ein Cocker Spaniel kein Schloss, um sich wohl zu fühlen. Eine Wohnung reicht da schon vollkommen aus.

Zum Schluss möchte ich gerne noch erwähnen, dass Tassilo ein sehr robustes Tier war. In seinem elften und letzten Lebensjahr erkrankte er am Cushing Syndrom, hatte eine Magenumdrehung, eine gebrochenes Bein und einen Schlaganfall. Aber ich erinnere mich, dass er das alles sehr gut gemeistert hat, bevor ihm eines Tages dann doch die Kraft ausging.

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