Ahyokas Geschichte: Vom Tierschutz Spanien ins schöne Zuhause in Deutschland

Heute gibt es eine schöne Geschichte einer Hündin, die aus Spanien stammt und heute in Deutschland lebt. Ihre Besitzerin Brigitte adoptierte Ahyoka – wie die Hündin nun heißt – vom Tierschutzverein ARCA e.V.

 

Hallo zusammen. Ich möchte euch heute Mal unsere Geschichte erzählen.

AHYOKA und ICH

Osita (wie sie damals hieß, anschließend Ahyoka genannt) lebte in Sevilla. Sie wurde als Welpe von einem jungen Mann adoptiert, um sie seiner Frau zu schenken. Ihr gefiel das süße Ding und sie nahm Ahyoka an.

Zwei Jahre später kam ein Kind dazu.
Das Paar trennte sich und der Hund war nicht mehr erwünscht.
Scheinbar wurde sie plötzlich allein gelassen, was sie sehr stark traumatisierte.

Ich hörte von einer Tante (sie lebt in Sevilla), dass sie in den Shelter zurück soll, weil sie nicht mehr zu halten wäre.

Ich ging somit dieses Prozedere durch … Kontaktaufnahme, Überprüfung der Wohn- und Lebensverhältnisse, dann warten … und warten … und immer noch warten … und endlich bekam ich Bescheid: „Ahyoka darf zu uns!!!!“

Ich weinte Freudentränen, obwohl ich sie noch nie vorher kennengelernt hatte. Auch meiner Tochter ging es so.
So … Jetzt war es amtlich. Ahyoka gehört zu uns.

Voller Vorfreude warteten wir auf den Tag Ende Oktober, bis sie endlich in Raststadt ankommen würde.

 

Die Ankunft Ahyokas

Die Fahrt war lang, denn wir kommen aus dem Süden in der Nähe der österreichischen Grenze.

Als der Transporter mit Verspätung ankam, wartete jeder der Adoptanten sehnlichst auf den von ihm ausgewählten Hund. … So viele ängstliche Seelen, die die lange Fahrt von Spanien bis hier her in ein (hoffentlich) besseres Leben angetreten sind.

Es war alles sehr gut organisiert. Es gab Kaffee (für kleines Geld) und Kuchen dazu. Auch waren viele helfende Hände da, welche uns über die Kommandos auf Spanisch anwiesen und uns Infos zu den entsprechenden Hunden gaben.

Es stieg eine sehr magere, eingeschüchterte Hündin aus, die ängstlich in alle Richtungen sah. Die Rute fest unter den Bauch geklemmt, tief am Boden geduckt, gab sie dem Druck der Leine nach und folgte lautlos schreiend bis zu dem Punkt, an den das Transporthalsband durch ihr eigenes und einem Geschirr ausgetauscht wurde.

Ahyoka’s Körper zitterte… Ja, es war kalt hier im Gegensatz zu Spanien, aber das war es nicht allein. Die Strapazen der letzten Wochen waren ihr anzusehen.

 

Raus aus Ihrer Familie, weg von dem geliebten kleinen Kind (sie liebt Kinder abgöttisch) in den Shelter…. die vielen fremden Gerüche… weinende, bellende, heulende, fiepsende Hunde verschiedener Rassen und Größen…. Und jetzt noch diese Kälte, fremde Stimmen und ein ganz fremder Klang der Sprache … Mir sind die Tränen in die Augen geschossen.

Ich berührt sanft ihre Schulter mit meinem Handrücken… das Fell war strohig und sehr dünn. Sie zuckte bei der Berührung zusammen und sah mich unterwürfig an.

Du arme Kleine … So alt wie meine Enkelin(damals 3) und schon so viel erlebt.
Ich hätte sie am liebsten in meine Jacke gesteckt. Ihr sofort die Nähe und Wärme gegeben, die sie so vermisste.

Nach einer Weile auf der eingezäunten Wiese des Tierheims, auf dem die Übergabe stattfand, fuhren wir also heim.
Die Heimfahrt war sehr angenehm. Mit zwei großen Pausen kamen wir sehr müde und glücklich Zuhause an.

Ahyoka im neuen Zuhause

Ahyoka betrat die Wohnung überraschend zügig, allerdings immer an meinem Fuß gelehnt.
Meine beiden Katzen warteten bereits auf mich. Dass ich einen neuen Mitbewohner mitbrachte überraschte sie (zu meinem Erstaunen) gar nicht. Dass Ahyoka kommt, hatte ich ihnen immer wieder mitgeteilt und mich auch bewusst etwas zurückgezogen, um auch Platz für unser neues Familienmitglied zu schaffen.

Schnell wurde klar: Ahyoka hat panische Angst allein gelassen zu werden.

Ich konnte nicht mal vom Tisch im Wohnzimmer zum Schrank gehen, ohne dass sie nicht panisch aufsprang und mich verfolgte.
Nicht einmal in Ruhe auf die Toilette gehen konnte ich ohne ein permanentes, schrilles Fiepsen vor der Türe, welches zur Eile drängte.

Jeden Tag üben wir eine Minute länger alleine zu bleiben. … Heute waren es schon 28 Minuten.

Auch hatte Ahyoka panische Angst vor der Leine. Bei schnellen Bewegungen duckte sie sich weg und kroch zu ihrer Decke. Ich möchte darauf aber nicht weiter eingehen. Hier wird ihr nichts passieren!

Meine Enkelin (4) kennt seit Anfang an Tiere und wie mit ihnen umgegangen wird. Mit Respekt, Liebe, Achtung und Vorsicht.
Ahyoka und sie sind genau gleich alt. Es ist als wären sie immer schon zusammen gewesen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sie sich verständigen. Sie ruft sie leise  – egal ob draußen oder drinnen  – und Ahyoka pirscht zu ihr und setzt sich vor sie und wartet.

 

Ich nehme die Kleine oft mit und beobachte die Zwei. Sie tollen miteinander am Seil und rennen um die Wette. Wenn „Yoki“ (wie meine Enkelin sie liebevoll nennt) sich zu weit von ihr entfernt, ruft sie leise und hebt die Hand langsam an. Sooooo süß die zwei. Ahyoka schaut und ohne zu zögern ist sie auch schon bei meiner Enkelin. Ich liebe sie beide so sehr.

 

Danke an alle die mir/uns dabei geholfen haben, diesem wundervollen Hund ein neues Zuhause zu geben.

(Copyright für alle Bilder by Brigitte!)

Der Tierschutzverein ARCA e.V.

Über den Tierschutzverein ARCA e.V. kann ich nur Gutes berichten. Die Organisation vermittelt nach Deutschland, Österreich und auch in die Schweiz. Meine Ansprechpartnerin war Carmen Gebler. Ein sehr freundlicher Kontakt, der immer noch gehalten wird. Da Frau Gebler für den Norden zuständig ist, wurde die häusliche Prüfung von Heiko Raisch aus Kempten durchgeführt. Auch er engagiert sich mit Leib und Seele für den Tierschutz.

 

Ich habe auch Kontakt zu der Betreuerin in Sevilla, die Ahyoka dort betreut hat. Sie sind alle sehr nett und falls ich Hilfe bräuchte, sind sie ebenfalls da.

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